INNSBRUCK: Bericht über die Squatterdays in Innsbruck
Demo für autonome Freiräume:
Am 11.04.2008 trafen sich ca.250 Personen vor dem Landesmuseum in Innsbruck um für autonome Freiräume zu demonstrieren. Unter Anderem, sollte auf die horrenden Mieten und fehlenden gemeinnützigen Plätze, sowie den steigenden Konsumzwang und die Überwachung in Innsbruck aufmerksam gemacht werden!
Schon von Beginn an gab es Schwierigkeiten mit der Polizei die sich weigerte, Nazis, die am Rand der Demonstration fotografierten zu entfernen. Ein großer Teil der Aktivisten/Innen löste sich aus der Kundgebung um die Nazis des Platzes zu verweisen. Dabei wurde eine Aktivistin von einem Mitglied der NS-Black Legion am Hals gewürgt. Jedoch konnte durch das schnelle Eingreifen der Umstehenden eine gröbere Verletzung verhindert werden. Darauf, entstand eine kurze Rangelei, die von der Polizei dadurch beendet wurde, dass sie sich schützend vor die Nazis stellte. (Anm.: Es waren unter Anderem auch die gleichen Nazis, die eine Woche zuvor auf der Anti-Reformvertragsdemo in Wien mit Küssel mitmarschiert waren. Der stellvertretende Obmann des RfJ-Tirol Paul Pilgermeier sowie Anhänger von Black Legion)
Die Demo marschierte kurz darauf über die Wilhelm-Greil-Straße los Richtung Bahnhof. Die Nazis, zeigten sich vereinzelt immer wieder in sicherer Entfernung, kamen jedoch nicht mehr bis zur Demo heran.
Die Demonstration verlief lautstark und ohne gröbere Zwischenfälle. Bis zum Abbiegen in die Innsbrucker Altstadt, hatten sie eine Zahl von bis zu 300 Personen erreicht. Die Zwischenkundgebung wurde vor dem Goldenen Dachl und vor der fragend, glotzenden Touristenmenge abgehalten. Die Reden wurden frei gesprochen und gingen vor allem, auf die Situation der Vertreibung von Menschen bzw den Konsumzwang auf öffentlichen Plätzen ein.
Bei der Abschlusskundgebung am Landestheater wurde die Demo von einem mobilen Wohnzimmer empfangen, welches von solidarischen Menschen aufgebaut worden war (VIELEN LIEBEN DANK DAFÜR).
Die Kundgebung und Demonstration wurden gegen 19Uhr aufgelöst und die Menge verstreute sich über die Grünflächen. Die Polizei konnte jedoch nicht umher, den abfahrenden Demowagen zu verfolgen und den Fahrer sowie andere Menschen anzuzeigen (Anm.: Die Anlage war nicht festgeschnürt gewesen, wie furchtbar!).
Hausbesetzung:
Ab den frühen Abendstunden wurde bekannt, dass sich mehrere Personen (Anm.: nach Schätzungen bis zu 100) in der alten Hungerburgbahn Talstation verschanzt hatten um diese zu besetzen. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich. Die viel zu spät eintreffende Polizei, sah sich mit einem verbarrikadierten Haus und einer großen Anzahl Vermummter konfrontiert.
Erst zögerlich wurden Verhandlungen aufgenommen. Den Forderungen der Besetzer/Innen: 1. Das Abrücken der Polizei, 2. Das Haus behalten zu dürfen um daraus ein autonomes Jugendzentrum zu machen, wurden nur teilweise erfüllt.
Tatsächlich, zog sich Polizei nach etwa 11/2 Stunden zurück und es blieben nur noch etwa 10 Zivilbeamte als Verhandler/Innen vor Ort. Allgemein ist festzuhalten, dass die Polizei einen eher ruhigen Eindruck hinterlassen hat. Das mag vor allem auch daran liegen, dass sie scheinbar nur schwache Kräfte zur Verfügung hatte (Anm.: Es waren nie mehr als max. 25 Beamte/Innen vor Ort).
Während sich im Haus eine kleine Party entwickelte, mussten die Polizei und der Eigentümervertreter der INKB (Innsbrucker Nordkettenbahnen) bei strömendem Regen die Verhandlungen führen. An dieser Stelle vielen lieben Dank an Gebi (wir gehen trotzdem nicht wählen!!!).
Außerdem, verschaffte den Aktivist/Innen, die Anwesenheit der regionalen Medien (ORF-Tirol; Tageszeitung) einen zusätzlichen Spielraum.
Im Laufe der Nacht, verhärteten sich jedoch die Fronten. Der Eigentümervertreter verlangte eine schriftliche Zusage der Besetzer/Innen, dass die Innenräumlichkeiten nach der Besetzung (?), wieder in den Originalzustand versetzt werden würden. Dies wurde natürlich strikt abgewiesen!
In Anbetracht der Unmöglichkeit einer militärischen Verteidigung (Anm.: Die Fassade, besteht aus einer einzigen Glasfront), einigte Mensch sich schließlich darauf, das Objekt im Laufe der Nacht zu verlassen und in weiterer Folge dafür keinerlei Repression oder Kontrolle durch die Polizei zu erfahren, was auch so geschah!
Diese Aktion ist für Innsbrucker Verhältnisse auf jeden Fall positiv zu bewerten. Vor allem deshalb, weil es weder Festnahmen noch Beschlagnahmungen gab. Darüber hinaus wurde ein weiteres Mal eine breite, radikale Organisation erprobt, die sicherlich für weitere Aktionen eine wichtige Erfahrung bleiben wird!
Denn eins ist klar: WIR KOMMEN WIEDA!!!
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