Der Jahresrueckblick des Chaos Computer Club liess heute die Aktivitaeten des Clubs revue passieren. Constanze Kurz, Frank Rosengart, Andy Mueller-Maguhn und Frank Rieger erzaehlten, was den Club seit dem 23C3 beschaeftigt hat. Der 23C3 war gepraegt von einem BesucherInnenrekord, die Menge der BesucherInnen des aktuellen Congresses ist jedoch im selben Rahmen (bis jetzt ueber 3000 Leute). Auf den BesucherInnenrekord folgte auch ein dementsprechendes Medienecho.
Der Januar 2007 war gepraegt von kleinen Sicherheitsmaengel in StudiVZ. Der StudiVZ Investor Holtzbrinck behauptete in einem Interview, dass der CCC versucht haette, das StudiVZ zu hacken und daran gescheitert sei. Ein Paar Stunden spaeter wurde der StudiVZ Blog gehackt und es wurde eine Nachricht hinterlassen, dass der CCC damit nichts zu tun haette. Im Zuge der Vorfaelle gab es dann auch eine Hausdurchsuchung, weil angeblich die komplette KundInnendatenbank von StudiVZ kopiert worden sei, jedoch wurden dabei nur verschluesselte Festplatten beschlagnahmt.
Waehrend im Jaenner die Online Durchsuchung erstmals breites Medienecho produzierte, wurde sie schon im Bundestag durchgefuehrt. Verantwortlich dafuer waren angeblich HackerInnen aus China.
Im Maerz wurde die Lobbyarbeit des CCC forciert. Es fand ein Fachgespraech der Gruenen im Bundestag zum Thema Bundestrojaner statt. Ausserdem wurde gegen den HackerInnenparagraphen (202c) protestiert, jedoch sei 'die Beratungsresistenz sehr hoch, der Wille die Realitaet wahrzunehmen ist gering', so die Vortragenden. Ausserdem sei es ein Generationenkonflikt- "Die Leute, die uns jetzt regieren haben einen Internet Chauffeur".
Im Arpil erlaubte sich der CCC einen Aprilscherz, der mehr als 20 Presseanfragen zur Folge hatte. Auf ihrer Homepage behaupteten sie, dass sie den Bundestrojaner in der Steuersoftware 'Elster' gefunden haetten. In diesem Monat fanden auch das Easterhegg und die re:publica, eine BloggerInnenkonferenz, statt. Bei zweiterer gab es einige Aufregung, weil ein CCC Mitglied Passwoerter mitgesnifft hatte und diese per Beamer an die Wand projeziert hatte- anscheinend verwendet ein Grossteil der A-Blogger aus Deutschland keine Verschluesselung.
Im Mai fanden die Datenspuren in Dresden statt und der CCC verfasste eine Presseaussendung zum HackerInnenparagraphen. Ausserdem verfasste der Club eine Stellungnahme zu den Nedap Wahlcomputern. Im Juni kam es zu einem peinlichen Vorfall bei der deutschen Bundeswehr, bei dem Tape Roboter Backups mit geheimen Daten verloren hatten. Im Juli kam erstmals das Wort govware als Bezeichnung fuer Spyware vom Bundesministerium in Umlauf.
Im August fand das CCC Camp in Finowfurt nahe Berlin statt, wo auch eine Aktion gegen den HackerInnenparagraphen stattfand, ein Monat spaeter fanden die 'metarheinmain chaosdays' statt. Zusaetzlich wurde im September auch der Gesetzesentwurf des BKA zur Online Durchsuchung vom CCC veroeffentlicht.
Im Oktober fanden die Big Brother Awards statt und im November wurde das Fingerabdruck-Bezahlsystem bei Edeka, das in ueber 150 Filialen eingesetzt wurde, mit einer Nacht Vorbereitung umgangen.
Fazit: Der politische Prozess ist nicht geeignet, um BuergerInnenrechte zu verteidigen. Deswegen soll im kommenden Jahr mehr Energie darauf verwendet werden, die technnischen Einschraenkungen zu Umgehen und den zivilen Ungehorsam zu propagieren.
Kommentare
Videos vom letzten Jahr
23C3 Videos vom Kongress 2006 kann man sich hier runterladen...
http://chaosradio.ccc.de/23c3_m4v.html
asis
>Fazit: Der politische Prozess ist >nicht geeignet, um BuergerInnenrechte >zu verteidigen. Deswegen soll im >kommenden Jahr mehr Energie darauf >verwendet werden, die technnischen >Einschraenkungen zu Umgehen und den >zivilen Ungehorsam zu propagieren.
Sehr richtig ! Ich wurde in Indymedia Deutschland dafür noch oberlehrerhaft amgegriffen, als ich das Hilfsmittel KNOPPIX gegen Festplattendurchschnüffelung empfahl (www.KNOPPIX.de).
Dieses Betriesbssystem auf Life-CD-Basis funktioniert auch ohne Festplatte. Es gibt auf seiner Basis auch Viren- und Trojanersuchprogramme, die von Viren nicht angegriffen werden koennen.
Es ist ein Linux-Betriebssystem und sein Quellcode ist offen und somit auf Hintertüren überprüfbar. (Im Gegensatz zum kommmerziellen Monopolbetriebssystem aus Redmond).
Freddy
Kommentar hinzufügen