[english | portugues | Slovenščina] || [#1 Printausgabe zur Besetzung]
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Für viele war es trotzdem zu wenig, doch fest steht: eine spontane Hausbesetzung zog innerhalb kürzerster Zeit eine Welle mit sich, das nur durch massive Polizeigewalt zu stoppen war. Ein Begehren nach autonomen, herrschaftsfreien Leben zeigte sich, als ob es nur darauf gewartet hätte, frei gesetzt zu werden: 4 Tage befreiter Raum in Graz.
Am späten Abend des 06.07.2007 wurde in einer Nacht&Nebel-Aktion die ehemalige St.Andrä-Schule (Grenadiergasse 2) in Graz besetzt. Neben dutzenden Besetzer_innen im Haus, versammelten sich davor immer mehr solidarische Menschen. Die mit Hundestaffel anrückende Polizei war zunächst verwirrt über die Situation, nach Verhandlungen, zog sie sich zurück und wartete nun auf die Reaktion der Stadt Graz als Eigentümer. Die Besetzung stand, viele Leute übernachteten in Schlafsäcken in den neuen, befreiten Räumlichkeiten [Communique | Bilder: 1 | 2 | 3 ].
Am Samstag lief ab Mittag das improviserte Haus&Hof-Fest, mit Workshops, Grillen, Partykeller und weiterem Planen. Über Hundert Menschen kamen zu Besuch, darunter viele NachbarInnen. Das neue autonome Zentrum läuft. Die Besetzer_innen sind entschlossen das Haus zu behalten.
Sonntag kommt zum ersten mal ein Typ von Immombilien Scherer mit Polizei vorbei, meint das er neuer Eigentümer des Hauses sei, obwohl im Grundbuch noch immer die Stadt eingetragen steht. Die Polizei verlangt das Haus bis Montag 9°° zu räumen, ansonsten "spielts Granada". BestzerInnen lehnen eine freiwillige Räumung definitiv ab, beginnen mit Blockadetraining, Umgang mit Polizeigewalt wird erprobt.
Montag früh schauen diverse StadtpolitikerInnen vorbei, darunter auch der Bürgermeister, dessen Auftritt eher einer Show gleicht. BesetzerInnen geben vor versammelten JournalistInnen eine Pressekonferenz und machen ihre Positionen nochmal klar. Die Polizei droht diesmal um 13:30 das Gelände gewaltsam zu räumen, hat jedoch keinen Räumungsbescheid vorzuzeigen. Immer mehr Menschen sind nun vor dem Haus und zeigen ihre Solidarität mit der von der Räumung bedrohten Besetzung. Die Stimmung ist angesichsts der Situation gut gelaunt bis kämpferisch. Erst um 18:30 taucht die Polizei mit 20 Bussen voller Robocop-Einheiten auf. Die Presse wird vom Platz gedrängt. Die AktivistInnen versuchen mit diversen Blockaden, Ankettungen und Barrikaden, der Polizei den Zugang zum Gebäude zu erschweren [ Video | Bilder:4 | 5 | 6 ]. Die Räumung dauert über 3 Stunden, teilweise geht die Polizei brutal vor, es gibt mindestens 3 ernsthafte Verletzte und einen festgenommen Aktivist. Die Leute geben nicht auf, machen weiter: Es ensteht eine spontane Demo von mittlerweile mehreren Hunderten in Richtung Innenstadt, bis vor das Rathaus, dieses wird kurzfristig besetzt mit der Botschaft: "Wir kommen wieder!".
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