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90 Jahre Volksabstimmung – Friede, Freude, deutscher Eintopf

gepostet am 9. September 2010 - 10:23 von Anonym

Was / Wo / Wann

Adresse / Location: 
Kärnten
Datum: 
9 Sep 2010 - 11:15

Am 10. Oktober 2010 jährt sich zum 90. mal die Kärntner Volksabstimmung über den Verbleib Südkärntens bei Deutsch-Österreich. Zu diesem Anlass lädt die Kärntner Landesregierung, wie schon im Jahr 2000, zu einem Festumzug ein, der vom ORF live übertragen wird.
Unter dem Motto „Kärnten – Gestern – Heute – Morgen“ sollen weiters Ausstellungen gezeigt und Sonderbriefmarken gedruckt werden sowie Veranstaltungen wie die „Fahnenaktion – Jedem
Kärntner Haushalt eine Kärntnerfahne“ und Schulwettbewerbe zum Thema stattfinden.

Zentraler Organisator der Feierlichkeiten ist der vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands als „rechtsextreme Vorfeldorganisation“ eingestufte „Kärntner Abwehrkämpferbund“ (KAB). Ein weiterer zentraler Akteur bei diesem Spektakel ist der „Kärntner Heimatdienst“ (KHD) welcher hinter der Fassade landestypischer Brauchtumspflege eine wichtige Rolle in der deutschnational geprägten Kärntner Politik spielt. Doch nicht nur einschlägige Organisationen werden an den Feierlichkeiten teilnehmen, so kündigen sich auch ganz offiziell Bundeskanzler und Bundespräsident als Teilnehmer an.

Der Grenzkonflikt nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie wird in der deutschnationalen „Kärntner Ideologie“ als „Abwehrkampf gegen den slawischen Aggressor“ mystifiziert. Das „Ja zu A“ (südliches Abstimmungsgebiet) bei der Volksabstimmung habe gezeigt, dass dieses Land ein Deutsches ist. Somit wurde mit der „Kärntner Einheit“ eine deutsche Volksgemeinschaft etabliert, die alles ausschließt oder „germanisieren“ will, was nicht in dieses identitäre Bild passt.
Nach der Volksabstimmung setzte sich die Kärntner Landesregierung das Ziel, die slowenische Volksgruppe vollständig zu assimilieren bzw. eliminieren. Es kam auch zu bewaffneten Übergriffe aufgebrachter Deutschkärntner auf Angehörige der slowenischen Minderheit; vor allem auf jene, die für Jugoslawien gestimmt hatten. Den Höhepunkt erreichte dieses wahnhafte Projekt in der Deportation von 917 slowenischsprachigen Menschen in deutsche Arbeitslager während des NS.

Die öffentliche Erinnerung in Kärnten setzt beim Gedenken an den Abwehrkampf an, macht einen großen Bogen um den Nationalsozialismus und setzt erst wieder bei dem Mythos der von den „Titopartisanen verschleppten Kärntner“ ein. Der Abwehrkampf wirkt als ein Code, mit dem in Wirklichkeit auf dem Nationalsozialismus, oder zumindest seinen Anfängen, positiv Bezug genommen werden kann. Dieser Konnex wird auch öfters bei den Gedenkfeierlichkeiten sichtbar, wenn beispielsweise „Abwehrkämpfer“ mit SS-Sprüchen auf den Fahnen auftauchen (so geschehen am Landesfestumzug 2000).

Bis heute ist der Deutschnationalismus das hegemoniale Prinzip in der Kärntner Politik, dessen konsequente Bedienung auch Jörg Haider zu seinem Erfolg verhielf. Die 10. Oktober -Feiern wirken identitätstiftend und müssen unter dem Aspekt von nationaler Vergemeinschaftung begriffen werden: Im krisenhaften Kapitalismus wirkt nationale Identität sinnstiftend und bringt immer Ausschluss des „Anderen“ hervor.
Vielerorts entrüstet mensch sich an den deutschnationalen und rassistischen Alltagspraxen in Kärnten/Koroška, wie z.B.: die lächerlich anmutende Ablehnung zweisprachiger Ortstafeln oder die an NS-Terminologie angelehnten Slogans wie „Kärnten wird einsprachig“ (BZÖ Inserat, 2006). Doch kaum jemand fragt nach den historischen und gesellschaftlichen Bedingungen, denen diese antislawischen Ressentiments entspringen.

„Immer erreichte die deutschnationale Mobilisierung mit dem 10. Oktober ihren Höhepunkt. Die
diversen Feierlichkeiten waren (und sind) Sammelpunkte deutschnationaler und rechtsgerichteter Organisationen und Heimatverbände, angefangen vom KAB und Kameradschaftsbund, über den KHD bis hin zu SS-Veteranenverbänden und anderen offen neonazistischen Vereinigungen. Umso bedenklicher ist deshalb die Unterstützung solcher „Feste“ durch offizielle VertreterInnen des Landes und des Bundes.“ (Kärnten bleibt deutsch – Broschüre des KSSSD)

Deshalb rufen wir zu der Teilnamhe an den Protesttagen auf!
Gegen Deutschnationalismus und anti-slowenische, rassistische Poltik!

http://no10oktober.blogsport.de/

 

Antifaschitische Aktionstage gegen die deutschnationalen Jubiläumsfeierlichkeiten 08.-10. Oktober in Celovec (Klagenfurt):

08. Okt, ab 13.00
Infopoint, Alter Platz
Celovec
(Der Infopoint dient als Anlaufstelle für Infos und Pennplatzbörse)

Anlass ist die „Festsitzung des Kärntner Landtages um 13.00 Uhr“ und der „Festakt zum Jubiläum im Großen Wappensaal des Landhauses mit Reden des Herrn Bundespräsidenten, des Herrn Bundeskanzlers und des Herrn Landeshauptmannes. (ORF-Direktübertragung)“ um 15.oo Uhr.
Nicht ohne uns!

09. Okt, 10.30
Kundgebung, Alter Platz, anschließend Demo


Wie jedes Jahr wird es zuerst ab 9.00 Uhr am Friedhof Annabichl eine „Kranzniederlegung für die gefallenen Kameraden des Abwehrkampfes und des ersten und zweiten Weltkrieges“ geben.
Um 11.00 wird der deutschnationale Festakt bei der „Stätte der Kärntner Einheit“ in der Klagenfurter Innenstadt begangen. Die „Stätte der Kärntner Einheit“ dient seit ihrer Erbauung im Jahr 1998 als zentraler Kundgebungsort für die deutschnationalen Feierlichkeiten. Wir wollen den Teilnehmenden die Feier vermiesen und rufen zu einer Kundgebung mit anschließender Demonstration durch die Stadt auf. An den Feierlichkeiten werden neben dem Kärntner Abwehrkämpferbund, dem Kameradschaftsbund und anderen rechtsextremen Organisationen auch viele Burschenschafter und Neonazis teilnehmen. Gerade die Burschenschafter werden heuer besonders zahlreich vertreten sein, da sich am Wochenende um den 10.Oktober ein österreichweiter Burschenschafterkommers angekündigt hat. Die Demonstration am Samstag Nachmittag/Abend richtet sich gegen den Kärntner Konsens, Wohlfühlnationalismus in der Volksgemeinschaft und den rechtsradikalen Burschenschaftskommers.

10. Okt, ab 09.00
Aktionen gegen den
Festumzug

Am Sonnatg den 10. Oktober findet der große Landesfestumzug durch die Klagenfurter Innenstadt statt. Es werden bis zu 15.ooo TeilnehmerInnen erwartet, aus fast jedem Kärntner Dorf werden Busse organisiert die „ihre Gemeinde“ vertreten, allein der Kärntner Abwehrkämpferbund, den das Dokumentationsarchiv des Öterreichischen Widerstands als „rechtsextreme Vorfeldorganisation“ bezeichnet, organisiert einen eigenen Block, der „10 Festwägen und einen Fahnenblock“ beinhaltet, um die „Geschichte des Landes darzustellen“. Der Festumzug soll die ganze „Volksgemeinschaft“, unabhängig von „Parteizugehörigkeit und Stand“ repräsentieren, die gemeinsam gegen den „slawischen Aggressor“ zu Felde zog und klar gemacht habe, das dieses Land ein deutsches ist. Schon immer in der Geschichte dienten diese Aufmärsche als Höhepunkte deutschnationaler Mobilisierung, wo den Ressentiments gegen die „Landesverräter“, vor allem Kärntner SlowenInnen, aber auch KommunistInnen und Juden freien Lauf gelassen werden konnte. In den 70er Jahern führte die durch die 10. Oktoberfeiern aufgeheizte Stimmung, zu dem pogromartigen Ortstafelsturm.

Wir wollen mit verschiedenen Aktionen die volksgemeinschaftliche Taumelstimmung zum Schwanken bringen.
Offizieller Antifa-Empfang ist 08:00 beim Volkshaus, Klagenfurt / Ljudski dom Celovec.
Nähere Infos dazu erhält ihr vor Ort beim Infopoint.
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Es gibt die Möglichkeit, bis Anfang Oktober einen Vortrag zum Thema 10. Oktober in Kärnten, „Friede, Freude, deutscher Eintopf“, zu buchen. Falls eure Gruppe interessiert ist meldet euch unter „no10.oktober(at)gmx.at“.

Kommende Vorträge:

Bilder: 
90 Jahre Volksabstimmung – Friede, Freude, deutscher Eintopf
90 Jahre Volksabstimmung – Friede, Freude, deutscher Eintopf
Crashkurs für Nazis
Karies für Kärnten – karies za koroška

Ergänzungen

scheint  im kalender falsch

scheint  im kalender falsch eingetragen!

ja voll, die frage is nur für

ja voll, die frage is nur für welches datum der eintrag sein soll.

der termin in salzburg is auch falsch. der vortrag findet am 22.9. um 20:00 statt.

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