Geht scho gemma Hausprojekt!

gepostet am 9. Juli 2010 - 23:22 von Soligruppe

Erklärung der Gruppe „Hausprojekt“ zur Eichenstr. 9:

„Da uns die Stadt Wien nicht bei der Schaffung eines permanenten, selbstverwalteten Hausprojekts unterstützt und (Schein-)Verhandlungen

diesbezüglich nach monatelangem hinhalten abgebrochen hat, nehmen wir unser Leben und den dafür notwendigen Raum selbst in die Hand.
Wichtig ist uns, dass Aktionen, Austausch und Workshops im Vordergrund stehen, dass auf die jeweiligen Bedürfnisse Rücksicht genommen wird
und ein emanzipatorischer Anspruch geteilt wird.“

6.7.2010 – Verhandlungsupdate: Die Eigentümerin (ÖBB-Immo) fordert bis Freitag Früh
den freiwilligen Auszug aus der Eichenstraße Nr. 9
8.7.2010 – Heute nacht läuft die Frist der ÖBB ab, das Haus zu verlassen, ohne
dass jemand auf unsere Bitte um Aufschub geantwortet hätte oder die Zuständigen erreichbar
gewesen wären.
Ab Mitternach Donnerstag auf Freitag sind wir akkut räumungsgefährdet - schaut vorbei,
unterstützt uns! Am Abend Filmscreening, Vokü und Lagerfeuer im Garten.

Weitere Infos unter:
http://hausprojekt.noblogs.org
http://at.indymedia.org
Video-Beitrag von http://wientv.org
Infonummer: 068120363089 (ruft an falls die Eingangstür zu ist oder ihr sonstige Infos wollt)

Ergänzungen

Das Haus wurde geräumt!

Infos zur Räumung:

"ist vor einer dreiviertel stunde geräumt worden, 3 personalaufnahmen, der rest ohne davongekommen. inzwischen ist niemand mehr vor ort. weitere infos folgen"

"Laut WienTV wird Die Eichenstr gerade geräumt

http://twitter.com/WienTV/status/18382224761"

update 12.7.

Und das Hausprojekt in der Eichenstraße 9  ist noch immer geöffnet. Somit eine der längsten Besetzungen in Wien seit langem.
Daher auch nochmal der Aufruf sich weiterhin aktiv zu beteiligen, sei es durch solidarisches vorbeikommen und im Garten zu brunchen, oder Workshops, Treffen, Veranstaltungen etc. zu organisieren oder einfach in die Eichenstrasse 9 zu verlegen. Mitzuhelfen das Haus weiter wohnlich und projektlich einzurichten, oder mit den NachbarInnen ein Strassenfest zu organisieren... Das Haus lebt mit deinen Ideen und Taten.

pressearbeit und gesamtgesellschaftlicher anspruch

ja, natürlich, bürgerliche presse ist rassistisch, sexisitisch und sowieso kommerziel und sprachrohr kapitlalistischer interessen...

doch ist bürgerliche presse auch ein medium, das viele ("nicht-szene") Menschen erreicht, und entscheidungsträger unter druck setzt, polizei einsätze verhindern kann, zumindest erschwert. solange es kein großes "öffentliches interesse" gibt, solange es nicht thema in aller munde ist, bedeutet dies einfaches spiel für die stadt wien, eine marginalisierte bewegung in scheingesrpächen (inkl. hin und wieder mit einer dosis repression) bei laune zu halten...

man/frau sollte sich strategien überlegen, wie mit der bürglerichen presse "sinnvoll" umgegangen wird.

Pressearbeit…

Besetzer, Lebenszeichen und die ÖBB von Florian Gossy und Julia Hold  |  08. Juli 2010, 17:16
  •  Redaktion

    Ein "Soli-Transpi", um es mit den Worten der Besetzer zu sagen.

  •  Redaktion

    Kinder liegen den Aktivisten am Herzen.

  •  Redaktion

    Gerne darf auch jongliert werden.

  •  Redaktion

    Die Trommel steht für eine spontane Jam-Session immer bereit.

  •  Redaktion

    Gleich hinter dem Zaun verlaufen die Bahngleise.

  •  Redaktion

    Gekocht wird mit Gas.

  •  Redaktion

    Mit diesen Lebensmitteln kann man schon eine Zeit lang besetzen.

Seit einer Woche ist das Haus Eichenstraße 9 besetzt - Eigentümerin Bundesbahn hat ein Ultimatum gestellt

Der etwa 50-jährige Mann öffnet die braune, schmale Eingangstür der Eichenstraße 9 und betritt den Vorraum des Hauses. Plakate mit Aufrufen - etwa zur „Solidarität gegen Repression" - hängen an den Wänden. Volle Müllsäcke warten auf jemanden, der sie rausträgt. „Schauts, i bring eich wos", sagt er, die pralle Einkaufstasche muss er mit beiden Händen halten. „Meine Tochter hat mir erzählt, was ihr hier macht. Das find ich gut", sagt der Spender. Geschenke können die neuen Bewohner des Hauses immer gut gebrauchen. Die helfen beim Besetzen.

„Haus darf nicht zu Wohnzwecken genutzt werden"

Seit vergangenem Freitag belegen die Aktivisten nämlich das Haus in der Eichenstraße 9, wenige Meter vom Bahnhof Wien-Meidling entfernt. Der Gebäudekomplex zieht sich die Eichenstraße entlang. Die Ziegelbauten waren früher ein Arbeiterwohnheim. Eigentümerin sind die ÖBB, verwaltet wird der gesamte Block (die Häuser mit den Nummern 9 bis 23 sind zusammengebaut) von der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH. Diese wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag per Email über die Besetzung informiert. Die Begeisterung hält sich in Grenzen: „Wir hatten am Dienstag ein Gespräch mit ihnen", erzählt Pressesprecherin Bettina Gusenbauer im Gespräch mit derStandard.at. Dort habe man klargemacht, dass das Haus bis Freitag zu verlassen sei. Es gebe nämlich seit Jahren einen Behördenbescheid, wonach die ehemaligen Arbeiterunterkünfte nicht zu Wohn- oder Arbeitszwecken genutzt werden dürfen, erläutert Gusenbauer. Das zudem noch denkmalgeschützte Haus liege zu nah an der Bahnstrecke. Zum Bescheid führten Lärmemissionen und Erschütterungen. Die damaligen Bewohner mussten abgesiedelt werden.

„Wollen zeigen, was machbar ist"

Die Besetzer können das nicht nachvollziehen. In ihrem Blog bezeichnen sie das Haus als „sinnlos leer gelassen". Die "Gruppe Hausprojekt" will freie Räume für die Verwirklichung ihrer Pläne nutzen. „Wir wollten mit der Besetzung zeigen, was hier machbar ist. Und das funktioniert besser, wenn wir einfach handeln und nicht irgendwo ein Konzept hinschicken", sagt Emma, eine der Hausbesetzer. Was nicht heißt, dass kein Konzept vorhanden ist: Eine offene Bibliothek und Mediathek will die Initiative genauso einrichten wie eine Volksküche und einen „Kost-nix-Laden". Dort können Sachen hingebracht werden, die man nicht mehr braucht. Andere können diese dann mitnehmen - umsonst. Den Aktivisten liegen auch Kinder am Herzen. Eine „kinderfreundliche Umgebung mit selbstverwalteter Betreuung" soll geschaffen werden, denn: „Uns ist zugetragen worden, dass im Bezirk ein großer Bedarf besteht", sagt Stefan. „Nachbarn waren schon mit ihren Kindern hier. Mit denen haben wir eine Pflanzenexpedition im Garten gemacht." Der Garten ist Sammelpunkt der Aktivisten. Dort sitzen sie in der Sonne zusammen, hören Musik oder musizieren selbst mit mitgebrachten Instrumenten. Verdreckt ist der Außenbereich nicht, Bierdosen und andere Überbleibsel der Revolution werden in Müllsäcken gesammelt und entsorgt.

„Unsere Motivation leidet"

Trotz der freundlichen Aufnahme in die Nachbarschaft ist in der Eichenstraße 9 die Luft draußen. „Unsere Motivation leidet unter der kurzen Frist für den Auszug", sagt Emma. Ob die Besetzer abziehen werden, wissen sie noch nicht. „Unsere Gruppierung ist heterogen und funktioniert basisdemokratisch. Wir können nicht sagen, wie dann die Stimmung sein wird." An der Hausbesetzung sind Angaben der Aktivisten zufolge 40 bis 50 Leute intensiv beteiligt. „Insgesamt waren aber schon mehr als 100 Unterstützer hier. Zum Glück nur wenige, die ausschließlich Party machen wollten", meint Emma.

Nudeln zum Frühstück

Denn Häuser besetzen ist vor allem eines: Arbeit. Wegen der fehlenden Wasseranschlüsse müssen die Bewohner Kanister ins Haus schleppen, gekocht wird auf einem alten Gasherd. Der Topf steht auf dem Boden der heruntergekommenen Küche. Es ist Nachmittag, gekocht wurden Nudeln. „Zum Frühstück", meint ein Besetzer grinsend. In den engen Gängen des Hauses steht man sich immer wieder gegenseitig im Weg. Ein Mädchen mit kurz geschorenen Haaren und riesiger, gelber Sonnenbrille durchquert den Gang jonglierend. Für körperhygienische Maßnahmen muss improvisiert werden. Ein Gartenschlauch ersetzt die Dusche. Mit den warmen Temperaturen ist die Besetzung natürlich zeitlich geschickt gewählt. Immerhin hat die „Gruppe Hausprojekt" schon seit zwei Jahren Erfahrung im Häuserbesetzen.„Wir sind nicht in Not", stellt Emma klar. Die Aktivisten sind nämlich nicht obdachlos und die Besetzung daher nicht existenzentscheidend. „Es ist ein Lebenszeichen."

Quelle: http://derstandard.at/1277337703241/12-Meidling-Besetzer-Lebenszeichen-und-die-OeBB

WienTV

Obwohl seit gestern die Frist

Obwohl seit gestern die Frist der OeBB abgelaufen ist, haben wir noch nichts von der Eigentuemerin gehoert. Trotzdem sind wir nach wie vor akkut raeumungsbedroht. Vielen dank an all die Leute die da sind - aber es waere auch wichtig, dass auch unter tags Leute vor Ort sind. Hinkommen, den Raum nutzen, sich einbringen & solidarisieren!

Gartenparty und Unterstützung

Gartenfest heute ab 18 Uhr in der Eichenstraße neun! Mit Vokü, Musik, Jonglieren, Jam-session und Kost-Nix-Laden.
Kommt zahlreich und macht mit im Hausprojekt.

Heute Abend und ab Morgen wird Unterstützung sehr benötigt!

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