Polizeiprügel, Festnahmen, Naziangriffe - Nachbericht zur Anti-Rosenkranz Kundgebung in Wien
Die Proteste gegen den Rosenkranz-Wahlkampfabschluss am 23.4. in Wien waren nicht so groß, wie sich manche erhofft hatten. Es wurde aber auch kaum mobilisiert und ein Antifa-Bündnis hatte es auch nicht gegeben. An Salzburg konnte definitiv nicht angeknüpft werden. Hochgerechnet auf die Einwohnerzahl Wiens hätten da auch 4.000 - 5.000 DemonstrantInnen antanzen müssen und der letzte antifaschistische Protest dieser Größenordnung liegt doch ein paar Jährchen zurück.
Zur Demo und Kundgebung gegen Rosenkranz am Heldenplatz kamen um die 300-350 linke AktivistInnen (realistische Schätzung), dafür sah die Sache auf FPÖ-Seite auch nicht viel üppiger aus. Vermutlich gaben sich dort so zwischen 400-450 Leute dem Bier-Suff hin. Persönlich durchgezählt hab ich sie aber nicht, sondern ich berufe mich da auf Schätzungen anderer. Die Polizei lügt wieder und macht daraus ein Verhältnis von 700 FPÖlern zu 150 GegendemonstrantInnen, wie in einem ORF-Artikel berichtet wird. Strache und Rosenkranz versuchten vermutlich sich als seriös zu präsentieren, aber so wie ich die beiden Figuren einschätze, drang aus ihren Mündern ganz bestimmt nur dumpfes, rassistisches Gekotze hervor.
Was gibt's sonst noch zu berichten?
Auf der Gegenkundgebung versuchte eine Sambagruppe gegen die graue Wolkendecke anzukämpfen und gute Stimmung herbeizutrommeln. Wer sind diese pink gedressten "guten Geister" eigentlich? An ihren Fahnen und Transpis konnte ich Revolution, der Funke, Linkswende und SLP erkennen, aber auch AnarchistInnen und Autonome waren vor Ort. Die Bullen hatten mit Tretgittern großräumig außer Wurfreichweite abgesperrt und waren wie gewohnt sehr merkwürdig drauf und weigerten sich z.B. herumpöbelnde Nazi-Provokateure aus der linken Kundgebung zu entfernen. Sie waren aber auf einmal ganz fix bei der Sache, als sie versuchten Antifas festzunehmen, die selber Hand anlegen und Nazis entfernen wollten. Zu innerlinken Provokationen durch Symbole die von linken AktivistInnen als Symbole imperialistischer Kriegspolitik oder rassistischer Siedlungspolitik hätten gedeutet werden können, kam es den ganzen Tag über nicht.
Nach Kundgebungsende wanderten dann einige Antifas rüber zur Amerlinghaus-Solikundgebung der Freeparade vor dem Burgtheater, um dem dort aufgebauten Soundsystem zu lauschen. Dort kam es dann zu einem Handgemenge zwischen Antifas und einer Gruppe von Nazis, das von der anrückenden Polizei rasch "geklärt" wurde. Interessant für die politische Beobachterin war dabei zu sehen, mit welcher Reflexhaftigkeit und Selbstverständlichkeit von den Bullen auf alles was links aussah eingedroschen und in der Folge eingekesselt und verhaftet wurde, während die angreifenden Nazis nach kurzer Perlustrierung wieder laufen gelassen wurden. Ein fetter Bulle mit Schnauzbart und in zivil war sich nicht zu Schade die ganze Kundgebung abzufilmen, obwohl die Leute völlig friedlich waren. Als es nochmal kritisch wurde, zückte mein Freund doch noch die Kamera um ein paar Bullen in Prügelaction auf's digitale Speichermedium zu bannen. Die Fotos zeigen den kurzen Kessel der aber nicht zugezogen wurde und eine Situation in der Bullen eine Verhaftung vornahmen sowie die Verbringung eines Antifas in den Gefangenenbus. Manche PolizistInnen wirkten nachher so, als hätte ihnen die Situation ein schlechtes Gewissen bereitet, schließlich hatten sich die Leute auf der Kundgebung nur gegen einen Angriff gewehrt.
Spätabends rotteten sich dann auch noch Nazihools zusammen und wollten zum Angriff übergehen, die Situation ist aber schon Thema eines anderen Threads. Einschüchtern lassen wir uns von solchen bedauerns- und verachtenswerten Kreaturen aber ganz bestimmt nicht.
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Ergänzungen
Weiterer Bericht
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