Augenzeugenberichte von der NOWKR-Demo

gepostet am 30. Jänner 2010 - 12:41 von c+p

Als Reaktion auf einen Artikel im Standard posteten einige Menschen, und zwar sowohl Demonstrant_innen, Anrainer_innen, Passant_innen und Fotograf_innen, ihre Erlebnisse in den Kommenataren. Zwecks besserer Lesbarkeit hab ich die offensichtlichen Augenzeugenberichte rauskopiert und stelle sie hier gesammelt zu Verfügung:

Gewalt und Eskalation von der Polizei

Ich war auf der Demo, wollte die Demo aber schon bald verlassen und zum Straßenfest - keine Chance, weil nur vereinzelt Leute raus gelassen wurden!!! Eine Polizistin erklärte uns lachend: "Ausgang Stumpergasse unter Aufnahme der Personalien, aber das wird bis in die Nacht dauern." Schon komisch, wenn wir zunächst gegen unseren Willen festgehalten und dann dafür bestraft werden, dass wir nicht gingen! Zudem: absolute Gewaltbereitschaft der PolizsitInnen.
von Emma G
30.01.2010 10:31
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"Rechts"staat

Also ich bin gestern zur Demo hingegangen ... Das war schon um 18:15 arg, man musste quasi drum bitten um zur Demo zu gehen, es gab nur ganz wenige Zugänge. Und dann hat die Polizei mit der Zeit die Demo immer weiter eingekesselt. Natürlich haben sich die DemonstrantInnen dagegen gewehrt, wollten die doch ihr verfasstes Recht auf Demonstrationsfreiheit wahrnehmen, was ihnen aber direkt verboten wurde.

Ich bin dann gegangen ... Ich will wohl meine Meinung öffentlich kundtun (dafür gibts ja Demonstrationen), aber an einer von der Polizei geplanten Straßenschlacht hab ich kein Interesse teilzunehmen.

Demokratie in Österreich? Das war vielleicht einmal. Willkommen im überwachten Polizeistaat.

Stephan.
Plepe
30.01.2010 08:06
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Sieht aus als hätte es auch in der Innenstadt Verhaftungen gegeben!

Großartig dokumentiert!

Einen gewalttätigen Demonstranten "erkennt" die Polizei offensichtlich am Hot-Dog in der Hand ;-(
victor lazlo
30.01.2010 07:35
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5 P... prügelten auf eine Clownin ein, ohne Grund,...
Apfelkern
30.01.2010 04:54
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Was ich heute beobachtet habe?

Mehr als 100 Festnahmen auf einer kleinen und grundlegend friedlichen Demo.

Absperrungen bis zur Wienzeile und Anzeigen gegen alle möglichen unbeteiligten.

Nie in diesem Maß gesehene Polizeibrutalität und völlige Arroganz und Ignoranz der Polizisten.

Ich habe heute als Zusacheur das Heraufziehen eben jener dunklen Wolke gesehen, von welchen antifaschistische Widerstandskämpfer geredet haben. Ich habe gefühlt, dass heute etwas anders war, dass das Selbstbewusstsein, die Arroganz und Gewalt der Polizei neu war. Sie wussten, dass ihnen absolut keine Sanktionen mehr drohen und haben sich dementsprechend verhalten.

Klingt verrückt? War es auch.
Adam Markus
30.01.2010 03:42
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Das ganze muss ein Nachspiel haben. Anrainer wurden daran gehindert in ihre Wohnungen zu kommen über Stunden hinweg und es gab keinerlei Korridor. Und unschuldige Demonstranten wurden von wahnsinnigen Bullen schikaniert und gequält. Dazu wurden unschuldige Menschen stundenlang ihrer Freiheit beraubt, die gerade einfach dort unterwegs waren (dort hats z.B. ein Poolbillardcafe, das am Freitag um die Zeit voll ist!!!) und wurden ohne Grund angezeigt. Dieser Einsatz ist das grösste Verbrechen der Polizei der letzen Jahre. Die Verantwortlichen gehören sofort in Haft gesetzt.

Und das alles nur damit ein paar Faschos feiern können. Der letzte Dreck vom letzten Dreck beschützt.
Peter W1
30.01.2010 03:18
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Brauch keine Gegendarstellung. Wohne in der Nähe und die Bullen haben mich nicht zu meiner Wohnung gelassen. Die berauben unschuldige Menschen stundenlang ihrer Freiheit (das ist ein Fortgehgebiet dort und alle die zufällig in den Lokalen waren durften diese über Stunden nicht verlassen oder wurden ohne jeden Anlass angezeigt). Die Verantwortlichen dieser Aktion müssen sofort in Haft genommen werden, damit sie lernen was sie gerade Hunderten Menschen angetan haben. Verbrecher in Uniform. Jetzt ist wenigstens wieder klar wozu die Bullen taugen: Unschuldige Menschen zu quälen!

Peter W1
30.01.2010 03:32
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als anwesender der nur durch geistesgegenwart und ein bisschen zufall noch den kopf gerade weggedreht gedreht hatte, weil ich unerwartet BEIM FOTOGRAFIEREN einer verhaftung (aus ca. 3,5m entfernung der 1. polizeilinie) mit pfefferspray bedacht wurde, kann ich nur wiedermal herrn alfons haider zitieren
God_of_the_Wind
30.01.2010 01:42
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Mir gegenüber war die Polizei relativ hilfsbereit
hopper
30.01.2010 02:55

mir gegenueber nicht,

obwohl ich nur als tatsaechlich unbeteiligte meine tiefkuehlerbsen heimtragen wollte, die mariahilferstrasse aber waehrend meines einkaufs leider abgesperrt wurde.

ueber eine stunde musste ich die voellig kooperationswilligen, quasi tauben beamten anbetteln, mich nach hause zu lassen, damit mein haus nicht niederbrennt, weil ich eine hendlsuppe am herd hatte.

sowas nenne ich freiheitsberaubung.

nebenbei haetten mich die polizisten 25 minuten zuvor schon warnen koennen, als ich am hinweg ihre sperren noch durchschreiten durfte.

sie hatten es ganz offensichtlich darauf angelegt, moeglichst viele menschen - egal ob passanten oder demonstrierende - in diesem kessel einzufangen und danach drauf los zu pruegeln!
passantin
30.01.2010 04:21
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wurde als unbeteiligte passantin 1 stunde lang nicht durch die absperrung gelassen

hatte also zeit fuer beobachtungen: schon lange bevor es zu angeblichen ausschreitungen irgendeiner art kam, war die mariahilferstrasse vollkommen abgeriegelt und die leute dort waren quasi eingesperrt worden und konnten diese demo nicht mehr verlassen.

ich selbst wurde heute am heimweg von hofer an der absperrung zur millergasse fast eine stunde lang nicht durch die absperrungen gelassen, weil ich mich nicht ausweisen konnte (nehm meinen ausweis eher selten zu hofer mit). es haette den beamten aber dank meiner 2 einkaufstaschen mit gefriergemuese relativ klar sein muessen, dass ich keine teilnehmerin der demo bin.

zum glueck liessen sich die polizisten am ende erweichen und ich durfte hinaus, bevor es zu gewaltausbruechen kam!
passantin
30.01.2010 01:03
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gefangen

wollte mein Rad abholen, vollbepackt mit 2 großen Typen vom Eybl, das ich um ca. 18.00 höhe Jackwolfskin store abgesperrt habe. Wurde um ca. 1900 "hereingelassen", ohne Hinweise auf eine Sperrung oder sonst etwas, kam erst 2 h später heraus. Sämtliche Erklärungsversuche waren aussichtslos (sogar bei jenem Polizisten, der mich hereinließ - "was stehen sie da jetzt so rum"). Der Ausgang bei der Stumpergasse mit dem Rad hoffnungslos. Nach langem Sudern bei einem in der Absperrung stehenden Polizisten, mit dem Wunsch, meine Daten aufzunehmen (die Anzeige hätte ich gerne bekommen), Eybl Rechnung vorzeigen nützte ebenfalls nicht s "na sicher, der Eybl ist aber a bissl wo anders", zufällig entdeckt und mich hinter die Absperrung gebracht. Endlich!
nawosdenn
30.01.2010 00:58
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ein weiterer erlebnisbericht, teil 1

bevor ich berichte möchte ich etwas klarstellen:
1. es waren an die 1000 demostraten
2. es waren um die 600 polizei-beamte, davon fast alle gewaltbereit und aggresiv, die mesten verweigerten jegliche auskunft
3. sowas hats in österreich noch nie gegeben, das war keine demo, sondern eine reine straßenschlacht die von der polizei ausging

also... um ca. dreiviertel 7 begann der Schwarze Block auf die Blockade in der Mariahilferstraße zuzugehen, doch ca. 20m vor den Barrikaden kamen WEGA-Beamte, die uns wegdrückten und auf die ersten Reihen mit knüppeln einschlugen. Wir zogen uns zurück und versuchten es ein paar Minuten später noch einmal. Diesmal wurden wir von einer Horde Beamter zurückgejagt.

ein weiterer erlebnisbericht, teil 2

Der Block wollte sich umdrehen, doch die erste Reihe wurde mitsamt Banner von ca. 10 Beamten weggerissen, an eine Mauer gedrückt und niedergeknüppelt.

Nachdem der Block zerstreut war, wurde die Demo aufgelöst. Die meisten Demonstranten wollten sich zu einem legalen Straßenfest begeben, doch die Polizei blockierte sämtliche Auswege, es war unmöglich den Platz zu verlassen.

Mehrmals wurde in den ca. 2 Stunden, in denen wir eingekesselt waren, auf Demonstranten eingeschlagen.

Wir hatten keine WCs, kein Wasser und kein Essen im Kessel und mehrmals versuchten wir mit Beamten zu reden, doch die reagierten entw. gar nicht, unfreundlich oder wurden aggresiv.

ein weiterer erlebnisbericht, teil 3

Ein Mädchen, das dringen aufs WC musste und versuchte eine Blockade zu diesem Zweck zu durchbrechen, wurde von 3 Beamten sexistisch beleidigt und niedergeschlagen, mehrere Demonstranten versuchten dem Mädchen zu helfen, doch wurden mit Pfefferspray attackiert.

Die Polizei hat äußerst undemokratisches und unfaires Verhalten an den Tag gelegt und ein Straßenschlacht herausgefordert. Mehrere Leute wurden Krankenhausreif geprügelt, während Europas Rechtsextreme in der Hofburg
ThePeanut
30.01.2010 00:22
30.01.2010 00:29
30.01.2010 00:36
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Viribus unitis

Bei den eingesetzten polizeikräften waren auch erfahrene beamte(1.mai 2009) aus Linz (helm OÖ, busse mit schildern "lentos") und aus einer weiteren provinz, busse mit schildern "wulka". Da wollte die staatsmacht zeigen was sie auf die straße bringt.
Gegen 19uhr 30 waren am schauplatz 300 polizisten
(ergibt sich aus der zahl der geparkten polizeikleinbusse) und zwei wasserwerfer.Bemerkenswert: eine truppe vor dem kaufhaus STAFA in grauen overalls mit neonfarbenen rückenbeschriftungen von denen ein passant meinte: "die sind von der militärstreife"
Tolja Tokarev
30.01.2010 00:32
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Heute war Rüpel-Polizei im Einsatz

3 dinge, die ich persönlich beobachtet habe:

1) es ist kurz nach 18 uhr, alles ist noch friedlich, demo noch nicht eingekesselt. ein polizist geht von der absperrung zum hofer und rempelt einen passanten (kein demonstrant, jedenfalls nicht offensichtlich) voll an, sodass der fast umfällt. mit stolzem schritt geht er, ohne sich umzudrehen oder zu entschuldigen, beim hofer rein, wo andere polizisten auch schon sind.

2) als ich und andere gegen 19 uhr den platz richtung gürtel verlassen wollen, stehen dort auch schon andere, die offenbar ahnungslos in den kessel geraten sind, darunter mehrere englisch sprechende ausländer, die von der polizei nur mit spott, "hättets wohl gern", bedacht wurden

3) jene trommel-gruppe vor der demo auf der MAHÜ
(Ftstz.) die nichts getan hat, außer zu trommeln, und zwar außerhalb des kessels, wurde gegen 21.30 Uhr plötzlich von der polizei zurückgedrängt, und obwohl die gruppe nachgab und sich wegbewegte, hielten es einige der ca. 25 polizisten (ca. 10 oder 15 davon) für notwendig, mit ihren plastikschildern den leuten in den rücken zu rempeln, bzw. wenn diese sich aufgeregt haben, haben sie umso mehr weiter gerempelt u.auch leute niedergestoßen; immer mehr augenzeugen liefen hin und regten sich auf, bald stand das grüppchen polizisten 50 aufgebrachten leuten gegenüber; schließlich gab es minutenlang sprechchöre "wir sind friedlich, was seid ihr" - die polizei zog sich aber nur vorübergehend zurück. ähnliche szenen immer wieder in den seitenstraßen
Nick (FMO)
30.01.2010 00:30
30.01.2010 00:37
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freiheitsberaubung, eskalation durch polizei

sorry standard, aber es waren nicht 200 leute eingekesselt, sondern alle - denn kaum waren "alle" da, und die demo hätte beginnen sollen, hat die polizei alles dicht gemacht - von 500 leuten wurden dann nur noch alle 5 minuten 5 rausgelassen, währenddessen es auf dem platz immer wieder heftige auseinandersetzungen gab, wo nicht schweizer kracher, sondern deutlich stärkeres zeug gezündet wurde - eine auseinandersetzung war auch vor besagtem wettcafé, das war die erste schlacht... weitere schlachten waren am gürtel-"ausgang" (wo kein ausgang war) und dann noch immer wieder wo anders...was da genau passiert ist weiß ich nicht, jedenfalls sind da polizisten und linksaktivisten zusammengekracht - ich wollt schon um 19h gehen, brauchte 3 stunden!
Nick (FMO)
30.01.2010 00:27
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deutlich mehr demonmstranten?

also ich hab nicht demonstriert Sondern wollte da nur durch von der Zieglergasse/Mariahilferstraße hinauf zur Wallgasse.das war zwischen 19.00 und 19.30 ich hab jetzt weder Demonstranten noch polizisten gezählt, aber mein erster Gedanke war " na Wahnsinn, so viele Polizisten+Polizeiwagen hab ich schon lange nicht gesehen. Absurderweise ließ mich die Polizei bereitwillig an der unteren Sperre hinein in den "kessel" und an der oberen nicht raus.
Den Sinn dahinter zu erkennen fiel mir ein bisl schwer.
Es gab wohl sicher auch verblödet aggressive Demonstranten ( die gibt's leider immer) aber die waren keinesfalls die Mehrheit.
Die meisten die ich sah erschienen mir eher außerordentlich friedlich und harmlos.
I_wonder
30.01.2010 00:04
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ein erlebnisbericht...

ich war heute auch bei der demo und mich sehr bald mit drei freundInnen in ein cafe zurückgezogen, um den krawallen zu entgehen - wir wollten mit den ausschreitungen einfach nichts zu tun haben. was dabei rauskam? als wir gerade das cafe verlassen wollten, brach draußen eine verfolgungsjagd aus, wir flohen in das "wettcafe" (=ein enger gang mit 2 spielautomaten), vor der tür standen wega-polizisten mit helmen und wir hörten, dass alle verhaftet werden, die raus wollen. es war eng, die luft stickig, leute bekamen kreislaufprobleme oder mussten aufs klo und die polizisten reagierten nicht auf unser klopfen oder unsern a4-zettel "brauchen luft, klos und wasser!" - für 50 minuten mussten wir da drinnen bleiben... was sind das für methoden..?!?
zyxab
29.01.2010 23:48

Ergänzungen

stumpergasse

kurz nachdem ich endlich von der polizei (beim einzigen ausgang stumpergasse) rausgelassen wurde, begannen ca 15 polizisten ca. 20 demonstrant_innen zurückzudrängen, obwohl diese friedlich und außerhalb des kessels waren. mindestens 3 polizisten benutzten bei dieser aktion schlagstöcke. von seiten der demonstrant_innen konnte ich keine gewalt erkennen. als es 2 polizisten gelang einen demonstranten aus der linie herrauszurreißen wurde dieser von einem 2 mal mit einem knüppel geschlagen obwohl er absolut passiv war, und von 2 bullen zur hauswand gedrängt wurde.

"...und mehrere

"...und mehrere Verletzte..."

zwei davon habe ich gesehen. ein schreiendes mädchen mit pfefferspray im gesicht und ein polizist, der sich dabei selbst erwischt hat.

"...bei einem Geschäftseingang sei durch pyrotechnische Gegenstände ein Brand verursacht worden..."

das war ein besseres tischfeuerwerk - ohne brand.
niedergeknüppelt dafür wurde übrigens der falsche.

"...kurz nach dem Einkesseln noch mindestens 150 Demonstranten und "unter einhundert Polizisten" vor Ort befinden..."

das waren hunderte. frage an einen polizisten, wieviele von ihnen vor ort sind - "1000". und wieso? - "wir tun nur unsere pflicht".

wahrlich ein abend auf den wien stolz sein kan
nawassolls
31.01.2010 00:59
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nfassbar! Was ist nur los in diesem Land?

Ich war mit einem Freund in einem Cafe verabredet. Überall stand Polizei, eine Demo im Gange. Mein Freund rief an und sagte, er könne nicht kommen, weil er von der Polizei gehindert wird und ich wollte zu ihm. Dass diese Demonstration verboten war, erfuhr ich erst als schon alle eingekesselt und eingesperrt waren! Ich habe keinerlei Durchsage gehört! So stand ich plötzlich alleine mitten in in diesen Tumulten, war aber auch neugierig was da los ist und versuchte mich zu informieren. Ich beobachtete das Geschehen möglichst vom Rande aus, bei einem versperrten Ausgang. Ich halte nichts von Krawallmachern, aber das eskalierende Vorgehen der Polizei war völlig unangemessen. Man sollte den Bereich verlassen und wurde zugleich eingesperrt!
Danke für den Link! Sie haben also auch keine Durchsage gehört?

Woher soll man dann wissen, dass ein Platz gesperrt wird? Plötzlich hieß es es nur, alles sei versperrt, alle die rauswollen werden angezeigt und man könne auch nicht mit der U-Bahn weg.
Zuerst wird man in einem demokratischen Staat auf offener Straße eingesperrt, weil man auf einen Cafe gehen wollte. Dann wird man aufgefordert den gesperrten Bereich zu verlassen, darf aber nicht! Das ohne informiert zu werden, dass der Aufenthalt auf diesem Platz verboten wurde. Man wird Gefahren und Kälte ausgesetzt, auch Touristen irrten herum. Als ich endlich raus kam, musste ich mich ausweisen und die Daten wurden aufgenommen. War das nun eine Anzeige oder nicht? Wenn ja, wofür bitte? Für die Erkältung die ich mir zugezogen habe? Was soll das alles?
Himbeere3
30.01.2010 23:36
31.01.2010 02:11

Selber gesehen wie ca. 5

Selber gesehen wie ca. 5 Polizisten auf eine als Clown verkleidete Frau einprügelte.
Vermummte Gestalten auch auf Seiten der Exekutive, aber für die gelten ja andere Gesetze. Unglaublich wie die Polizisten vorgingen, und in der Hofburg war die braune Prominenz (z.b: auch Menschen rund ums Alpen Donau Info!!!!) versammelt.
Tut mir leid, aber: Österreichs Polizisten, schützten die Faschisten

D:Bitte hört mit den prügeln auf, ihr verletzt Menschen
Polizistin: Das nennst du prügeln, dass können wir noch viel besser, ... und dabei gelacht

Apfelkern
30.01.2010 12:33
30.01.2010 12:29
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habe gestern nicht an der demo teilgenommen, wohne aber im 6ten und hab hautnah miterleben dürfen, was da so abgelaufen ist. anfangs fand ich diese massen von martialisch auftretenden polizisten noch irgendwie lächerlich und peinlich. das lachen ist mir dann aber schnell vergangen, als ich gesehen habe wie sich die uniformierten dann verhalten haben. ich bin heute noch entsetzt und fassungslos! was ist nur los in diesem land?
LeMik
30.01.2010 12:19
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ehrlich gesagt....

gewaltexzess ist nicht das richtige wort: ich hab zwar gesehen, wie die polizei insgesamt vier leute ordentlich verprügelt hat, aber über einen zeitraum von vier stunden hinweg ist das eher ein indiz dafür, wie ruhig die situation war. ich hab mich gewundert, dass nicht mehr menschen im kessel ausflippen.
das irre an gestern abend ist, dass ohne anlass 500 menschen vier stunden bei null grad im freien interniert werden, um sie an freier meinungsäußerung zu hindern. das irre ist, dass dieses vorgehen rechtlich nicht haltbar ist, die polizei das weiß (und im gespräch mit öllinger auch zugegeben hat) und es trotzdem macht. und am allerallerirrsten ist, dass selbst die berichterstattung in diesem blatt diese realität ignoriert.
rosa parks
30.01.2010 11:26
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na, da wird das gericht mit sehr "wichtigen" sachen beschäftigt sein

ich bin sicher nicht die einzige mutter, die gestern schon kurz nach 18 uhr von verängstigten minderjährigen angerufen wurde:"mama, die lassen uns nicht raus.was sollen wir jetzt machen?" ich fordere alle eltern auf, ihre kinder bei der berufung gegen etwaige verwaltungsstrafen bis in die letzte instanz zu unterstützen. weil soweit kommt es noch, dass wir unseren kindern am ersten ferientag verbieten müssen, die mahü zu betreten, nur weil es dort eventuell zu einer demo kommen könnte, und sie zu geiseln der ordnungskräfte werden könnten.
susi strolcher
30.01.2010 10:57

am tag der demo wurde folgendes von der polizei online gestellt

Bundespolizei
Polizei schützt das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit

Ein wichtiges Aufgabengebiet der Polizei in Österreich ist der Schutz des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit. Die Polizistinnen und Polizisten dokumentieren auf diesem Sektor immer wieder sehr viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl.

Unter einer Versammlung versteht man eine organisierte oder spontane Zusammenkunft mehrerer Menschen, wenn diese in der Absicht gestaltet wird, die Anwesenden zu einem gemeinsamen Wirken (Debatte, Diskussion, Manifestation und so weiter) zu bringen, so dass eine gewisse Assoziation der Zusammengekommenen entsteht.

Das Recht auf Versammlungsfreiheit wurde in Österreich bereits 1867 im Staatsgrundgesetz verankert. Es dürfen aber andere Gesetze (zum Beispiel das Strafgesetzbuch im Falle von Sachbeschädigungen) nicht missachtet werden.

Bestehen keine Vorbehalte gegen eine Versammlung, so hat die Polizei dafür Sorge zu tragen, dass das Recht auf Meinungsfreiheit nicht untergraben wird. Dieses Grundrecht bedeutet aber wiederum nicht, dass andere Gesetze nicht beachtet werden müssen. So hat die Polizei die Aufgabe, zum Beispiel bei rechtsextremen Äußerungen, unverzüglich diesen entgegen zu wirken.

Da es bei Versammlungen auch zu Beeinträchtigungen des öffentlichen Verkehrs kommen kann, ist es Aufgabe der Polizistinnen und Polizisten dafür zu sorgen, dass diese Beeinträchtigungen so gering wie möglich ausfallen.

Die Polizei hat auch darauf zu achten, dass ein von der Sicherheitsbehörde erlassenes Platzverbot eingehalten wird. Dieses wird aufgrund § 36 des Sicherheitspolizeigesetzes ausgesprochen, wenn anzunehmen ist, dass an einem bestimmten Ort eine allgemeine Gefahr für Leben oder Gesundheit mehrerer Menschen oder für Eigentum oder Umwelt in großem Ausmaß entstehen wird. Mit einem Platzverbot soll zum Beispiel der ordnungsgemäße Ablauf einer Veranstaltung gewährleistet werden. Die Polizistinnen und Polizisten haben in einem solchen Fall die Aufgabe Personen aus dem Gefahrenbereich zu weisen und am Betreten zu hindern.

Während der Nationalrat, der Bundesrat, die Bundesversammlung oder ein Landtag versammelt ist, darf im Umkreis von 300 m von ihrem Sitze keine Versammlung unter freiem Himmel stattfinden. Auch auf die Einhaltung dieser gesetzlichen Bestimmung hat die Polizei zu achten.

Die Polizistinnen und Polizisten halten sich bei der Sicherung von Versammlungen immer an einen Grundsatz: Die 3D-Philosophie (Dialog - Deeskalation - Durchsetzung). Ziel hierbei ist es den Dialog mit den Versammlungsteilnehmerinnen und Versammlungsteilnehmern zu suchen, gegebenenfalls deeskalierend auf sie einzuwirken und erst als letzte Konsequenz polizeiliche Maßnahmen zu setzen.

Polizei schützt das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit

Polizei schützt das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit

Blanker Hohn...

Blanker Hohn... ._.

Unfassbar, was gestern passiert ist und mit welcher unfassbaren Arroganz dann noch derartige Lügen veröffentlich werden...

da will mann doch einfach

da will mann doch einfach schier ausrasten bei so einer arroganz

NOWKR DEMO-Gedächnitsprotokoll

Die Polizei
geht gewaltsam und sehr provozierend vor gegen alle Demonstranten vor. zwei oder drei Wasserwerfer stehen da.
sie fangen an, Leute einzukesseln. Schlagstöcke
"DIESE VERSAMMLUNG MUSS AUFGELÖST WERDEN" tönt es aus dem Megaphon.
Die Demonstranten gehen nicht, warum denn auch? hier gehts um Ideologien die eine zweite NS-Zeit durchaus möglich machen und von öffentlicher Seite nicht nur geduldet wird, sondern nein, auch noch verteidigt werden.

die PolizistInnen werdenimmer mehr die Leute, natürlich immer weniger. es gab dann einen Zeipunkt, da durften die Leute die eingekesselt waren nicht mehr raus.
Personalien werden aufgenommen? ähh warum bitte? demo war angemeldet, nur nicht geduldet von Seiten der Polizei. Gibt’s nicht ein Grundrecht in Österreich, das besagt, dass jeder das Recht auf eine Versammlung hat. Klar, wenn die Polizei "bedenken" bezüglich der "Öffentlichkeit", also dass jemanden was passiern könnte, dann darf die Polizei diese Verammlung auflösen. Nur, so war es leider nicht. Die Polizei hat willkürlich gehandelt.
Die Polizei hat ohne jeden nachvollzieharen Grund die Demo aufgelöste und verhindert.
Es waren hunderte von Polizisten da, Schlagstöcke, sehr aggressives Verhalten.
Nachdem die Leute eingekesselt waren und nicht mehr raus konnten, fingen draußen vorm Kessel Menschen an zu musizieren. Diese Musikanten und Musikantinnen wollten eigentlich in der Demo mitmarschieren, für eine musikalische Umrahmung der Demonstration sorgen. Durften aber schon gar nicht in den späteren Kessel rein. Clowns waren auch da.
Die Polizei ging äußerst hart gegen die auch außerhalb stehenden musizierenden und nicht muszierenden Menschen vor. Die Leute wurden aufs massivste von der Polizei provoziert. Trommeln wurden aus der Hand gerissen und Leute wurden verletzt.
Gegen 22.00uhr fand eine Spontandemo am Schwedenplatz statt. Ca.70 Menschen liefen durch den 1. Bezirk. Verfolgt von der Polizei, das ganze glich einer Hetzjadt. Polizei mit Blaulicht und 60 kmh durch die Innenstadt. Es war Freitag 22.00 da sind viele Leute unterwegs um sich zu Vergnügen, nicht nur gejagte DemonstrantInnen.
Vor der Oper eskalierte das Ganze. Die PolizistInnen waren wir gierige Haie die Blut geleckt hatten. Sie griffen willkürlich Menschen auf und verprügelten sie.
Ich steh noch immer unter Schock.
Willkommen in Österreich. Willkommen im Überwachungsstaat.

intressant auch die fotos

intressant auch die fotos hier: http://www.flickr.com/photos/martin-juen-fotografie/sets/72157623310672074/ sprechen für sich.

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