Aufruf FrauenMädchenLesben-Demo/Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

gepostet am 17. November 2009 - 15:21 von Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

FrauenMädchenLesben- DEMO am 25.11.2009
dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Treffpunkt: 17.00 Praterstern (hinten beim Würstel-Prater)
Demobeginn: 18.00 Uhr
Anschließend: Fest in der FZ Bar (Währingerstraße Ecke Prechtlgasse)

GEMEINSAM KÄMPFEN WIR FÜR EIN SELBSTBESTIMMTES LEBEN!

- Weil Frauen noch immer unzumutbaren Mehrbelastungen ausgesetzt sind
und ihre Arbeit unsichtbar bleibt!
- Weil Frauen für dieselbe Arbeit ein Drittel weniger verdienen und
die Einkommensschere in Krisenzeiten noch größer wird!
- Weil Frauen durch wirkungsvolle Männerseilschaften Mitbestimmung
verwehrt wird!
- Weil Frauen ihr Leben lang mit sexistischen Verbalattacken und
Witzen konfrontiert sind, und diese Nötigungen dauernd
heruntergespielt werden!
- Weil Frauen von sexualisierten Übergriffen betroffen sind!
- Weil Frauen besonders schwerwiegend von anderen gesellschaftlichen
Ungleichheiten betroffen sind (etwa wenn sie Migrantinnen sind)!
- Weil Frauen gesagt wird, wen sie lieben dürfen und wen nicht!
- Weil Frauen das Recht auf Abtreibung in Frage gestellt wird!
- Weil Frauen vorgeschrieben wird wie sie sein dürfen!
- Weil Frauen von Männern verprügelt, vergewaltigt und
ermordet werden!

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter.
Wir sind widerständig und setzen uns mit all unserer Wut dagegen zur Wehr.
Kommt hin und solidarisiert euch: Gemeinsam sind wir viele!

Treffpunkt Praterstern

Als Treffpunkt für die diesjährige Demonstration am 25. November - dem
internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen - wurde der Praterstern
gewählt. In dieser Gegend kommt es besonders häufig zu sexualisierten
Übergriffen und Vergewaltigungen.

Wir treffen uns dort, um gemeinsam Widerstand gegen Gewalt an Frauen
zu demonstrieren. Gemeinsam wollen wir durch die Präsenz von vielen
starken Frauen einen Raum zurückerobern, der uns genommen wurde. Die
Wahl des Ortes ist symbolisch. Denn eigentlich müssten wir dazu in die
Wohn- und Schlafzimmer gehen, denn Vergewaltigungen passieren nur zu
einem geringen Teil im Park oder am Rande eines dunklen Weges. In den
meisten Fällen kennen die Betroffenen die Täter. Es ist nur leider
unmöglich, eine Demo durch tausende Wohnungen zu machen...

Stündlich wird in Österreich eine Frau vergewaltigt
2/3 aller vergewaltigten Frauen kennen die Täter
60% der Vergewaltigungen finden in ihrer oder seiner Wohnung statt
82% der Vergewaltigungen wurden von den Tätern geplant
30-40 Frauen werden jährlich in Österreich ermordet, die Täter sind
mehrheitlich (Ex) Lebenspartner

Vergewaltigung und Mord sind kein vereinzelter ?Schicksalsschlag?,
sondern tief verwurzelt in der gesellschaftlich patriachalen Ordnung.
In den Rollen, in die Frauen gezwungen werden, steckt bereits Gewalt,
der Frauen alltäglich und allnächtlich ausgesetzt sind.

Sexualisierte Gewalt beginnt dort, wo die Grenzen einer Frau/Lesbe
überschritten werden, sei es von Unbekannten auf der Straße, in
Lokalen oder in Beziehungen und Freundschaften.

Sexismus ist die Normierung von Frauen und Frauenkörper durch soziale,
medizinische und wissenschaftliche Festschreibungen von
(patriarchaler) Weiblichkeit. Mit Verhaltens- und Schönheitsnormen,
Diäten, ?Schönheits?- operationen, Geschlechtsoperationen und
Reproduktionstechnologien wird die patriarchale Vorstellung von
Weiblichkeit hergestellt.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
Millionen von Frauen weltweit erfahren mindestens einmal in ihrem
Leben physische, psychische oder sexualisierte Gewalt durch Männer.
Obwohl es in den meisten Gewaltverhältnissen eine ganz konkret
betroffene Frau gibt, richtet sich diese Gewalt nicht gegen sie
alleine. Vielmehr dient Gewalt gegen Frauen zur Aufrechterhaltung und
Absicherung der patriachalen Herrschaft. In dieser sind Frauen täglich
struktureller Gewalt ausgesetzt. Auf dem Rücken der Frauen soll der
gesellschaftliche Reichtum vermehrt werden. Dazu dienen Strukturen, in
denen Frauen gratis oder unterbezahlt arbeiten.
Außerdem sind Frauen von spezifischen Gewaltverhältnissen in ihrer
alltäglichen Lebensrealität betroffen zum Beispiel:

Migrantinnen und Illegalisierte, denen das Asylrecht erschwert und ein
vom Mann unabhängiges Bleiberecht verwehrt wird.

Sexarbeiterinnen, die als sittenwidrig entrechtet und kriminalisiert
werden und oft den Frauenhaß als ?Abschaum der Frauen? zu spüren
bekommen.

Alleinerzieherinnen, die die alleinige Verantwortung für die Kinder
tragen müssen und in Armut gedrängt werden. Gleichzeitig versucht die
VäterRECHTSbewegung (im Namen des ?Kindeswohl?) Frauen (wieder) mit
rechtlichen Mitteln zu kontrollieren und an einen (Ehe-)Mann zu binden.

Das Leben und die Liebe von Lesben wird im ?normalen Alltag?
ausgeschlossen und diskriminiert. Gleichzeitig werden
Frauen-liebende-Frauen als ?männerhassende Feindbilder? oder für
sexuelle Männerphantasien benützt.

Gemeinsam sind wir stark
Widerstand gegen Gewalt und Unterdrückung leisten alle Frauen, die
sich mit der momentanen Situation nicht abfinden. Tagtäglich bringen
wir die Kraft und den Mut auf, uns gegen die herrschenden Verhältnisse
zur Wehr zu setzen. Einige von uns kämpfen alleine, andere
organisieren sich mit ihren Freundinnen oder Mitstreiterinnen.
Letztendlich ist es ein gemeinsamer Kampf mit vielen Facetten für ein
freies und wildes Leben.

Ergänzungen

Erklärung des

Erklärung des DTP-Frauenparlaments

ANKARA – Eine schriftliche Veröffentlichung des DTP-(Partei für eine demokratische Gesellschaft) Frauenparlamentes besagt, dass das Ergebnis der unvorbereiteten Annäherung der AKP-Regierung sei, dass der demokratische Prozess ins Stocken gekommen ist.

Weiterhin wurde der stellvertretende Vorsitzende der CHP (Republikanische Volkspartei) Onur Öymen stark für seine Äußerung bezüglich des Dersim-Massakers während der Diskussion um das Paket der demokratischen Lösung im Parlament kritisiert.

In der Erklärung wird geäußert, dass das Ziel der Parlamentsrede des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan und der Rede seines Assistenten Bülent Arınç vor der politischen Akademie die Vernichtung des politischen Willens des kurdischen Volkes sei und dieses Ziel auch unverblümt dargestellt werde.
„Arınç hat in einer anderen Provinz von Diyarbakir, gesagt „unser Ziel sei es, das kurdische Volk von seinem politischen Willen zu trennen“. Er gab zu, dass die Unterschiede zwischen ihm und Öymen nur in den Rollen die sie spielen und im Ausdruck liegen. Wenn das keine Krokodilstränen sind, wenn das kein Stimmenfang ist, dann soll Arınç die Mörder unserer ermordeten Tocher Ceylan vor ein Gericht bringen und die Rechnung für alle Kriegsverbrechen ansprechen.“

Ihr Ziel ist nicht der Frieden

Das wirkliche Ziel sei nicht Frieden und eine demokratische Lösung: „Wenn dies das Ziel wäre, so müssten für einen wirklichen Frieden zuerst sichere und vertrauensvolle Bedingungen geschaffen werden, Abdullah Öcalan müsste als Verhandlungspartner für die Interessen des politischen Willens des kurdischen Volkes akzeptiert werden. Die Repression müsste gestoppt und der Dialog begonnen werden.“

Aufruf an die Kurdischen Alleviten

Das Frauenparlament der DTP betont in der Erklärung, dass keine allevitische Kurdin die CHP, die Partei derer, die das Dersim Massaker verübt haben und hinter dieser Denkart stehen, unterstützten sollte.

Für die Hinrichtungen im Iran ist auch die AKP verantwortlich

In ihrer Bewertung macht das Frauenparlament auch die AKP verantwortlich für die Hinrichtungen von Kurd_innen, die im Iran vorbereitet werden. In der Erklärung heißt es, die Kurd_innen im Iran seien nicht allein. Das Frauenparlament ist solidarisch und führt den Kampf gegen die Hinrichtungen weiter fort.

(b)In der Erklärung wird betont, dass der 25. November, der Tage gegen Gewalt an Frauen, mit verstärkter Intensität vorbereitet wird und dass im Rahmen der Veranstaltungen auch dem Leben von Ceylan Önkol gedacht werden soll.

Die Beschlüsse am Ende der Veröffentlichung lauten wie folgt:
• An den Orten, wo Frauen schon organisiert sind, sollen in den Stadtteilen freie Frauentreffen abgehalten werden und der gesellschaftliche Geschlechterkampf sowie die letzten politischen Entwicklungen diskutiert werden
• In jeder bereits organisierten Provinz soll die Bildung von Frauen vorangetrieben werden
• Die Sprecherinnen der Provinzparlamente sollen mit den Zentren eine einwöchige Schulung organisieren.
• Das Frauenparlament des Zentrums wird die zweite Schulung organisieren
• Die regionale Arbeit der Frauen soll einen höheren Grad der Organisierung entwickeln und ausgebauen
• Gegen die Hinrichtung von Zeynep im Iran werden Aktionen und Veranstaltungen organisiert(/b)

Der DTP wird vorgeschlagen die Arbeit gegen die Hinrichtungen durch den iranischen Staat fortzuführen.

Quelle: ANF, 17.11.2009, ISKU

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