Soziale Kämpfe im Kindergarten, an den Unis und in den Betrieben - lokal und international
Am Donnerstag, 12. November 2009 protestierten Gewerkschafter_innen und Betriebsräte der Metaller_innen vorm Sitz der Wirtschaftskammer in Wien für mehr Lohn. Seit Anfang November ist es zu zahlreichen Aktionen und Betriebsversammlungen mit großer Beteiligung gekommen. Am 11. November gab es u.a. Demonstrationen in Innsbruck und Linz. Die Proteste richten sich gegen die Pläne der Wirtschaft bei den derzeit laufenden Kollektivsvertragsverhandlungen. Diese sehen u.a. Verschlechterungen der Überstunden-Entlohnung vor. Angesichts der satten Gewinne, die die Branche einfährt und der enormen Auszahlungen an Aktionär_innen sind die Arbeitnehmer_innen nicht bereit, weiter Einschnitte hinzunehmen. Sie gehen in die Offensive und fordern ein Gehaltsplus. Unterstützung bekamen sie an diesem Morgen von Studierenden, vor allem von der Technischen Universität Wien (TU).
Der Protest begann um 8:00 vor der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) in der Wiedner Hauptstraße im 4. Wiener Bezirk. Bei zahlreichen Reden ergriffen Betriebsräte, Funktionär_innen und Studierende das Wort und äußerten über die Lautsprecher_innenanlage ihre Meinung. Die Stimmung war zurückhaltend kämpferisch. Arbeitnehmer_innen wie Studierende sprachen sich gegenseitige Unterstützung zu. Etwas mehr als 200 Leute waren gekommen und hatten mehrere Transparente mitgebracht, zwei Aktivist_innen kamen gar mit einem Bildungsfighter angeflogen.
Gegen 10:00 versammelte sich der Großteil der anwesenden auf der Wiedner Hauptstraße und ein Demonstrationszug ging diese noch hinunter bis zur nahe gelegenen TU am Karlsplatz, wo eine Abschlusskundgebung statt fand.
Fotos von der Kundgebung hier. Weitere Informationen zu den Protesten der Metaller_innen bei der Gewerkschaft Metall, Textil, Nahrung.
Die Proteste gehen weiter
In den kommenden Tagen sind weitere Aktivitäten in Wien geplant. So ruft am Freitag dem 13. November, Tag des zivilen Ungehorsams, die Libertäre Initiative Sozial Arbeitender (LISA) zu einer Demonstration anlässlich der Kollektivvertragsverhandlungen im Sozial- und Gesundheitsbereich auf. Unter dem Motto "Prekäre Soziale Arbeit - kranke Gesundheitsarbeit. Keine Budgetsanierung auf Kosten des Gesundheits- und Sozialbereichs" wird sich um 18 Uhr eine Demonstration vom ÖGB am Schwedenplatz zur Wirtschaftskammer am Stubenring bewegen. Menschen verschiedenster Berufsgruppen der Sozial- und Gesundheitsbranche wollen selbstbestimmt den sozialpartnerschaftlichen Verhandler_innen ihre Meinung kundtun und lautstark ihre Bedürfnisse artikulieren. Alle sind eingeladen, sich zu beteiligen und die Kämpfe zu unterstützen.
Zum internationalen Tag der Studierenden am Dienstag, 17. November sind weltweit Proteste gegen fortschreitende Kommerzialisierung und Privatisierung - für freie und selbstbestimmte Bildung - vom Kindergarten bis zur Uni geplant. In Wien wird es die nächste Großdemonstration der Unibesetzer_innen und ihrer Unterstützer_innen geben. Der Aktionstag ist Teil der globalen Aktionswoche von 9. bis 18. November.
Am 21. November um 11:00 Uhr werden sich die Studierenden eine Demonstration der Kindergartenpädagog_innen von der Votivkirche zum Rathaus anschließen - mit Seifenblasen, die zerplatzen wie die leeren Versprechungen der Politiker_innen. Gemeinsam wird die Veranstaltung im Audimax der Universität Wien ausklingen.
Für 25. November wurde ab 12.00 Uhr als Gegenveranstaltung zum von Wissenschaftsminister Hahn installierten Hochschuldialog ein bundesweites Studierendentreffen in Wien beschlossen. Da dafür noch viel geplant und vorbereitet werden muss, sind alle eingeladen, sich bei den Diskussionen und Vorbereitungstreffen im Audimax zu beteiligen.
Termine der globalen Aktionswoche finden sich beim International Students Movement und im Kalender der besetzten Unis in Wien.
Weitere Informationen zu den Protesten der Studierenden im Feature auf at.indymedia.org, auf unsereuni.at, unsereuni.ch, unsereunis.de, bildungsstreik.net und edu-factory.org.
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