Antifeminismus in Studierendenbewegung - aktiv bekämpfen!
Es ist offensichtlich: Die Antifeministen setzen sich meistens durch, sie blockieren feministische Positionen und Anträge und haben keine Scheu davor, offen sexistisch aufzutreten. Deshalb wundert es nicht, dass trotz des Umstandes, dass die aktuellen Uniproteste vor allem von Frauen getragen werden, ihre Redezeit vor allem im Plenum im Audimax an der Universität Wien nur einen Bruchteil jener von Männern einnimmt. Wenn sich das nicht ändert, so die Prognose, ist das baldige Ende der Proteste vorprogrammiert.
Ein Beispiel für praktizierten Antifeminismus ist das Plenum vom Freitag, 6.11.2009. Eine Frau brachte einen Antrag ein: Anlässlich der ATV-Berichterstattung mit einer Diskussion im Studio mit Live-Einstiegen aus dem Audimax wurde sichtbar, dass selbst Leute, die sich als solidarisch mit der Bewegung der Studierenden darstellen, es nicht der Mühe wert finden, auf den hohen Frauenanteil unter den Besetzer_innen und Aktivist_innen hinzuweisen. In einem offenen Brief an Robert Menasse, der seit zwei Wochen immer wieder als selbst ernannter Fürsprecher der Proteste auftritt und ob seiner Bekanntheit Gast in vielen Fernsehsendungen war und mehrmals Reden auf Bühnen bei Protestveranstaltungen hielt, sollte dieser solidarisch aufgefordert werden, seine Ausdrucksweise zu überdenken und endlich seine sexistische Sprache ad acta zu legen - vor allem solange er über eine Bewegung spricht, die bisher mehrheitlich von Frauen getragen wurde. Der Brief wurde im Audimax verlesen und war viel freundlicher formuliert, als dies meiner Darstellung zu entnehmen zu ist. Doch geht es in diesem Beitrag nicht nur darum, die Ausdrucksweise von Journalist_innen und Promis zu kritisieren, sonder in erster Linie die Umgangsformen von zahlreichen Männern innerhalb der Protestbewegung selbst.
Der Antrag wurde jedenfalls eingebracht und die Briefe an Menasse und in leicht abgeänderter Form mit anderer Anrede an Journalist_innen verlesen. Beim Antrag ging es lediglich darum, ob der Brief mit "Plenum des Audimax" unterzeichnet wird. Darüber sollte es - angesichts zahlreicher Anträge in den vergangenen zwei Wochen, über auf diese Weise abgestimmt wurde - eigentliche keine Diskussion geben. Der Brief war (und ist) eine solidarische Kritik an Personen, die sich im öffentlichen Diskurs bewegen und dort überproportionalen Raum einnehmen. Anhand eines konkreten Beispieles entstand dieser Antrag - und das nicht ohne Grund. Da ich die ATV-Diskussion im Fernsehen teilweise selbst mitverfolgt habe, kann ich bestätigen, dass hier vor allem Typen immer wieder von einer "Studentenbewegung" gesprochen haben - trotz des Hinweises, dass dies eine falsche Darstellung ist, weil eben die Mehrheit der Aktivist_innen Frauen sind. Doch dies war den Herren egal, sie hielten an ihrer ausschließenden Sprache fest und zementierten so den in der Bewegung vorhandenen - und bereits massiv kritisierten - Sexismus durch ihre Aussagen. Auf Kritik daran wurde nicht mal eingegangen.
Doch was geschah nun im Audimax am vergangenen Freitag? Die Frau, die sich die Mühe gemacht hatte, einen Brief zu formulieren um eine kritische Intervention zu starten, die einer Verbreiterung der Proteste dienen sollte und sich klar gegen Diskriminierung richtete, hatte es nicht einfach. Gleich nach dem Verlesen des Briefes - es gab einigen Applaus - meldeten sich ein paar Männer mit Einwänden zu Wort. Irgendwie überraschte es mich erst mal, dass diesen Einwänden ebenfalls mit Applaus Zustimmung signalisiert wurde: Der Brief sei belehrend formuliert, man(n) könne doch nicht so mit solidarischen Menschen umgehen usw. In keinster Weise wurde auf das angesprochene Problem eingegangen, aus den Wortmeldungen wurde jedoch deutlich, dass es sich bei den Argumenten gegen die Absendung des Briefes um antifeministische Positionen handelte. Zu Wort meldete sich auch "altgedienter" Aktivist, der immer wieder wegen seiner antifeministischen und sexistischen Positionen kritisiert wird, und er sprach sich entschieden gegen diesen Brief aus - mit antifeministischen Argumenten. Trotzdem gab es Applaus und keine Buh-Rufe!
Wenn ich mir derartige Wortmeldungen anhöre, dann hat es den Anschein, als würden diese Typen Angst davor haben, ihre männlichen Privilegien aufzugeben. Sie genießen es offensichtlich, vor einem breiten Forum ihre reaktionären und antiemanzipatorischen Positionen zu verbreiten. Wird Kritik an ihnen oder Machoverhalten im Allgemeinen geäußert, sind sie sofort zur Stelle. Sofort melden sie sich zu Wort, wenn emanzipatorische Ansätze auch nur angesprochen werden. Dann wird ein Veto eingelegt und die Strukturen innerhalb der Protestbewegung ad absurdum geführt. Wo permanent betont wird, wie (basis)demokratisch alles abläuft, sollte es nicht sein, dass jeglicher Versuch einer emanzipatorischen Politik im Keim erstickt wird.
Würde es sich um basisdemokratische Strukturen handeln, dann müsste einer Kritik an Mackertum viel mehr Raum gegeben werden. Denn Mackertum ist ausschließend und deshalb per Definition NICHT basisdemokratisch. Und Ausschluss von emanzipatorischen Positionen und vor allem Ausschluss von Frauen hat zumindest in meinem Demokratieverständnis keinen Platz. Doch ist mir bewusst, dass die Struktur der Gesellschaft nach wie vor eine patriarchale ist. Männer fühlen sich benachteiligt und immer öfter ist von Männern zu hören, dass sie sich diskriminiert fühlen (sic!). Sie können es scheinbar nicht verkraften, dass Frauen die gleichen Rechte haben oder einfordern, wie sie selbst.
Wie also umgehen mit dem Umstand, dass Männer wie Herr Menasse nicht gewillt sind, der Beteiligung von Frauen an der Protestbewegung entsprechenden Respekt zu zollen. Ich meine jetzt nicht, dass sie sich dazu bemühsigt fühlen sollten, einen Teil der sogenannten Drecksarbeit zu übernehmen, sondern lediglich, dass sie dies in ihrer Sprache berücksichtigen sollen. Doch das geht einigen schon zu weit, denn vielleicht würde dann tatsächlich die Aufforderung folgen, dass die Macker ihren Dreck selber wegräumen sollen? Wo doch auf den Unis seit ein paar Jahren immer wieder Frauen in diversen ÖH-Strukturen als Vorsitzende agieren und sich deshalb die Strukturen ein klein wenig verändert haben. Doch nicht im Audimax. Dort ist scheinbar immer noch der Geist von vorvorgestern vorhanden, der Geist einer Zeit, als Frauen das Studium an Universitäten verboten war. Nein, höre ich sie (die Macker) schreien: Wir sind nicht gegen Frauen. Die haben doch Zugang zur Universität und blablabla... Dann ein Argument aus der Diskussion am vergangenen Freitag: Wir können "den lieben Robert" doch nicht so kommen. Er zeigt sich seit Beginn der Proteste solidarisch mit der Studentenbewegung (sic!). Wäre es nicht besser, sich mit ihm zu treffen, ihm solidarisch auf die Schulter zu klopfen und ihm zu sagen (von Mann zu Mann?), dass er doch seine Sprache überdenken soll?
Wie interpretiere ich dieses Argument? Für alle, die es wissen wollen: Es klingt verdammt noch mal nach elitären, männerbündischen Strukturen. Da geht ein Typ zum anderen und weist ihm, die Hand auf seine Schulter gelegt, darauf hin, dass es im Plenum ein paar Emanzen gibt, die gerne hätten, dass sie auch erwähnt werden, wenn er - der Prominente - in der Öffentlichkeit über die von ihm unterstützte Bewegung spricht. Ist doch schön, wie jegliche Kritik auf informellem Wege transportiert werden kann. Doch wurde bei diesem Vorschlag auf was wesentliches vergessen: Der Brief sollte sich nicht nur an "den lieben Robert" richten, sondern auch an die zahlreichen Journalist_innen, die derzeit ihr Brot und all den Luxus, den sie zum Leben brauchen, damit verdienen, indem sie über die Proteste berichten. Wohl erzürnt über dermaßen männerbündische Lösungsvorschläge meldete sich eine Frau zu Wort und klärte auf: Der liebe Robert ist bereits freundlich darauf hingewiesen worden - in der Pause besagter ATV-Sendung wurde er aufgefordert, die Studentinnen ebenfalls zu erwähnen und nicht pausenlos den Eindruck zu vermitteln, hier handle es sich um eine vor allem von Männern getragene Bewegung. Seine Reaktion? Es war ihm scheiß egal (verzeiht diesen Ausdruck, aber so war es nun mal). Er sprach weiterhin von den Studentenprotesten. Damit zeigt er nicht nur auf, wie reaktionär sein eigenes Denken und Handeln ist, sondern richtet sich klar GEGEN eine Bewegung, die zumindest den Anspruch äußert, für eine emanzipatorische Bildungspolitik einzutreten.
Sicher werden jetzt viele widersprechen, doch will ich gleich anmerken, dass es hier noch nicht zu Ende ist. Der Brief wurde in der Form, wie er vorgelesen wurde, blockiert. Ein Veto wurde eingelegt und deshalb darf nicht "Plenum des Audimax" als Unterschrift dastehen. Eigentlich eine traurige Geschichte. Doch andererseits verdeutlicht dies, warum sich die Reihen im Audimax mehr und mehr lichten. Wenn eine Stimmung dominiert, die zum Ausschluss von FrauenLesbenTrans* beiträgt, dann ist klar, dass nach und nach deren Sitze frei werden. Mal ehrlich, willst du mit Leuten diskutieren, die dich permanent herablassend behandeln? Die sich über deine Forderungen lustig machen und obendrein noch ein paar sexistische Sprüche loslassen? Ich fühle mich in so einer Umgebung nicht wohl - und das sage ich als Hetero-Mann. Ich will mich dort auch nicht wohl fühlen und sehe nur wenige Möglichkeiten, dies zu ändern:
Eine wäre der Ausschluss aller Männer, die antifeministische Äußerungen von sich geben oder sich sexistisch verhalten. Sie haben meiner Meinung nach innerhalb eines emanzipatorischen Protestes nichts verloren. Auf ihre Beiträge kann ich gern verzichten. Ein Problem bei derartigen Ausschlüssen ist, dass sich dann oft Männer hervortun (wollen) und oft die ersten sind, die für einen Ausschluss von als Sexisten entlarvten Typen auftreten. Sie denken, dass sie damit ihre Portion Antisexismus erfüllt haben und sich nicht selbstkritisch mit ihren eigenen Sexismen auseinander setzen müssen. Es ist ja viel einfacher, mit dem Finger auf andere zu zeigen und somit von einem selbst abzulenken.
Keine Lösung ist für mich das Ergebnis aus der Diskussion am Plenum am vergangenen Freitag: Da wird die Frau, die den Antrag zur Unterstützung des Briefes doch allen ernstes aufgefordert, ihn mit den Typen zu überarbeiten, die vorher mit ihren antifeministischen Aussagen eine Unterstützung verhinderten. Was soll das? Das kann es doch nicht sein! Was soll ich mir von Machos erwarten? Dass sie, nachdem sie einmal mehr gezeigt haben, wie sie drauf sind, plötzlich bereit sind, sich an der Verfassung feministischer Standpunkte zu beteiligen? Das hat wohl kaum Aussicht auf Erfolg.
Jedenfalls hat sich die Autorin des vorgeschlagenen Briefes - hörbar enttäuscht - nach der Ablehnung noch mal zu Wort gemeldet und gesagt, dass sie noch 10 Minuten zur Verfügung steht, damit sich Leute bei ihr melden können, um mit ihr den Brief umzuformulieren. Am kommenden Tag, dem Samstag, sollte dann nochmal darüber abgestimmt werden. Doch wie ich dem Protokoll vom Samstag entnehme, gab es diese Abstimmung nicht.
Um aufzuzeigen, wie unklar diese Auseinandersetzung in den Plenumsprotokollen der Audimax-Besetzung dokumentiert ist, hier die entsprechenden Zitate:
Über die Einbringung und den Inhalt des Briefes:
"Kollegin will AG gründen zum Thema des geschlechtergerechten Formulierens in Medien. Entwurf: Offener Brief an die Medienöffentlichkeit: Vorschlag Treffen: nach dem Plenum Treffpunkt Infotisch."
Über die Abstimmung nach einer Pause (alle Abstimmungen wurden ans Ende verlegt):
"Antrag: „Offener Brief an Menasse und an die Öffentlichkeit im Allgemeinen“ vom Plenum vertreten? 2 Versionen
Brief zu belehrend formuliert. Lieber: „Du Robert, schau bitte ein bissi auf deine Sprache“ Als jemand aus der PresseAG will ich mir nicht vorstellen das rausschicken zu müssen.
Brief wird überarbeitet. Ansonsten wird Antrag morgen per Mehrheitsentscheid entschieden Davor wurde Brief schon einmal vorgelesen. In der Pause wurde Brief in einer Arbeitsgruppe neu formuliert. Kollegin ist noch 10 Minuten da für weitere Diskussionen "
Was daraus geworden ist, kann ich leider nicht sagen. Aus dem Protokoll geht das nicht hervor und ich hab den Brief und eine weitere Diskussion darüber nirgendwo mehr gefunden. Ganz am Ende des Protokolls vom Samstag findet sich aber sehr wohl ein wichtiger Hinweis auf die patriarchalen Strukturen innerhalb des Audimax-Plenums:
"Verhältnis Redebeiträge Männer : Frauen derzeit = 9:1 Läßt sich ohne Konflikte verbessern … Vorschlag: Ad hoc Redebeiträge zu Antragsänderung Anstatt Vertagung Veto ist „extrem schwaches Mittel“ anstelle von Redebeiträgen und Kommentaren. Anträge sammeln, ins Protokoll (Projektion) Plus SAMMELABSTIMMUNG."
Das wars, mehr hab ich darüber nicht mehr gefunden. Warum wohl? Was würde ich tun, wenn mir klar wird, dass meine Positionen, das mir selbst von vielen Teilnehmern, aber auch einigen Teilnehmerinnen des Plenums totale Ablehnung entgegen gebracht wird? Was würde ich tun, wenn mir klar wird, dass Sexismus und Antifeminismus innerhalb der Bewegung dominieren? Wenn es mir wichtig ist, in einem sexismusfreien Raum zu agieren, wo darauf geachtet wird, dass es keine Übergriffe gibt, wo aber auch darauf geachtet wird, dass die Sprache nicht die Ausgrenzung festschreibt? Dann werde ich versuchen, einen Raum als solchen zu definieren und entsprechende Schritte setzen, um die Definition in die Praxis umzusetzen. Wenn ich allerdings bemerke, dass dies hoffnungslos ist und die Sexisten breite Unterstützung genießen - oder einfach kaum einer den Mund aufbringt, um sich gegen sie auszusprechen - dann wird mir klar, dass es sich hier um keinen emanzipatorischen Raum handelt. Dann werde ich mich zurück ziehen aus jenem Raum. Dass dies schlussendlich dazu führen wird, dass die Studi-Bewegung auf diese Weise nach und nach Ausschlüsse produziert und nur noch ein paar Macker_innen über bleiben plus jene, die nicht verstehen können, warum das alles geschieht, ist eine logische Folge antiemanzipatorischer und antifeministischer Agitation.
Eine Reflexion ist wichtig. Doch ist es wichtig, nicht nur darüber zu reden, sondern SOFORT Maßnahmen zu ergreifen, damit es nicht so weit kommt. Wir sollten uns bewusst werden: Die Spalter(_innen) sind die, die nicht bereit sind, patriarchale und männerbündische Strukturen aufzulösen und auf ihre Privilegien als Mann zu verzichten. Solange sich die Bewegung in diesem Punkt nicht von der Männerrunde der Uni-Rektoren unterscheidet, kann und will ich sie nicht entsprechend ernst nehmen - und sehe mich nicht als Teil davon. Doch ist es wichtig, dass die Männer endlich Position gegen Sexismus beziehen. Zu sagen, ich bin gegen Sexismus, ist zu wenig. Es braucht Handlungen, es braucht Interventionen und Auseinandersetzungen. Denn wir wissen: Freiwillig werden die HERRschendEN auf ihre Privilegien nicht verzichten.
Zum Abschluss ein Zitat der AG Sexismusdokumentation:
"Sexismus HERRscht (und manchmal frauscht er auch!) leider viel zu oft auch in unserer Umgebung vor. Leider ist vielen oft nicht einmal bewusst, dass es sich bei bestimmten Dingen um Sexismus handelt, da mit diesem Terminus leider nur gewalttätige oder explizite und körperliche handlungsweisen verbunden werden. So nützt es auch nicht viel, immer wieder abstrakt von der bühne herunter einen "sexismusfreien raum" zu fordern, sondern sexistische handlungen konkret zu nennen und anzuprangern."
Solange diese Aufgabe an Frauen delegiert wird und Männer sich als "nicht zuständig" oder als "selbst nicht sexistisch" sehen und sich damit zufrieden geben, dass es ist wie es ist, tragen sie selbst zur Aufrechterhaltung von Sexismus bei und handeln antiemanzipatorisch. Deshalb fordere ich euch auf: Männer steigt auf die Barrikaden und kämpft gegen Sexismus - in Worten wie in Taten. Lassen wir uns nicht von FrauenLesbenTran* spalten. Wenn wir eine Emanzipation der Gesellschaft anstreben, dann müssen wir heute dafür sorgen, dass diese morgen möglich wird! Deshalb: Nein zu jeder Form von Sexismus und Mackertum!
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Ergänzungen
Von welcher Sprache sprechen wir?
Ich blick noch nicht ganz durch. Wäre gut, wenn der fragliche Punkt, Roberts Art zu sprechen, etwas deutlicher und weiter oben im Text dargelegt wäre. Geht es um sexistische Sprache oder um nicht-geschlechtsneutrale Sprache, welche ihr kritisiert? Oder ist beides für euch dasselbe? Ich würde das definitorisch getrennt halten, nicht-geschlechtsneutrale Sprache ist eine patriarchale Sprechtradition und zeigt eine konformistische Haltung (zum kapitalistischen System, das patriarchalisches Denken weitertransportiert) derS SprecherIn an. Sexistische Sprache ist aktiv sexistisch und auf Unterwerfungs/Herrschaftsgesten aus, also mehr als nur konformistisch. Nach meiner Ansicht jedenfalls.
Versteckte Kommentare
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Es gibt hingegen auch Frauen,
Es gibt hingegen auch Frauen, welche in keinster Weise diese antifeministische Haltung unterstützen können. So werden inzwischen Männer als das böse schlechthin dargestellt und es gab sehr wohl schon Plenas, die von Frauen dominiert wurden... Auch ist es unfair, wenn immer über männliche Verhaltensweisen geredet wird und sich Frau alles leisten kann und darf. Denn auch die verbalen Ausbrüche von diesen können sehr anstrengend und vor allem angreifend sein!!
ein billiges argument, das die strukturen ausblendet
zur aussage, frauen [i]"können sehr anstrengend und vor allem angreifend sein!!!"[/i], sei angemerkt: dies entschuldigt in keinster weise sexistisches verhalten. offenbar haben die typen (und ja, ich bezeichne sie auch so!) nichts besseres zu tun, als sich pausenlos als opfer der frauen dazustellen, die schon mal plenas dominiert haben (!!) und sich nicht ruhig, ihrer von maennnern gern gesehenen rolle entsprechend verhalten. was ist "unfair" daran, sexismus zu kritisieren? offenbar soll hier mit den gleichen pseudoargumenten kritik abgewiesen werden, wie in der im artikel beschriebenen diskussion im audimax. wenn etwas "unfair" ist, dann vor allem sexistisches mackerverhalten, wie es permanent zur schau getragen wird. was soll der scheiss? setzt euch doch endlich mal mit eurem sexismus auseinander. immer nur so zu tun, als waere eh alles in ordnung und es gaebe keine patriarchalen strukturen auf den unis ist doch mehr als laecherlich. es ist eigentlich traurig, dass sich typen, die solche positionen vertreten, als teil einer emanzipatorischen bewegung verstehen - denn die haben einfach nichts kapiert. oder sie wollen einfach nichts kapieren und die patriarchalen strukturen nicht hinterfragen, weil sie dann ihren sexismus nicht mehr ausleben koennen. doch von solchen typen hab ich genug. und vor allem von deren permanenten derb-sexistischen argumenten. spuelt euch doch hinunter, wenn ihr euer hirn nicht einschalten wollt!!!!!! (ja, ich kann auch mit rufzeichen protzen!!!!!)
"Pseudo-Argumente"
Es ist garnichts unfair daran, irgend einen Missstand zu kritisieren – nur sollte man es auf eine vernünftige Art tun.
Grundsätzlich werft ihr (ich fasse dich mal in ein Kollektiv zusammen, wie du das auch so gerne bei "uns" Typen tust) jedem, der inhaltlich gegen euch argumentiert, sofort Sexismus, mangelnde Bildung (von wegen Hirn einschalten), die Unbereitschaft, unsere "Privilegien" aufzugeben ... jedenfalls reichen eure Vorwürfe immer von Charakterschwäche bis moralischer Minderwertigkeit. Und das, ganz unabhängig davon, wer im Recht ist, ist unfair.
Gleichzeitig tut ihr so, als wäre eure Sicht der Dinge das unumstößliche Ergebnis langjähriger empirischer wissenschaftlicher Untersuchungen, etwa so wie die Schwerkraft oder die natürliche Selektion. Ein bisschen theoretische Bildung, und auch der pöseste Sexist wird "das Licht sehen", oder wie? Das stimmt nicht! Ihr habt den Königsweg zur diskriminierungsfreien Gesellschaft nicht gefunden! Maßnahmen wie Quotenregelungen oder "geschlechtsneutrale" Sprache sind keineswegs unumstrittene Werkzeuge. Nicht umsonst hat z.B. die feministische Linguistik immer noch keine klare Anerkennung innerhalb der Linguistik erhalten. Weil die Linguistik ein böser Männerbund ist? Oder eher weil die f.L. keine klar erkennbare Methodik hat, nicht deskriptiv ist, sondern rein normativ und präskriptiv, und von Grundannahmen ausgeht, die nicht falsifizierbar sind. Und so geht es bei vielen Dingen, die im als Königsweg zum gleichberechtigten Paradies vorgestellt werden. Ihr seid auch nur eine ideologische Gruppierung, die mit möglichst viel Lärm ihre eigene Agenda im Audimax durchsetzen will – mit dem Unterschied, dass ihr euch moralisch über alle anderen stellt und behauptet, die Wahrheit gefunden zu haben. Als gelernter Skeptiker wittere ich bei dieser Diktion erst einmal Gefahr.
Aber es ist einfacher, von "nichts kapiert" zu reden und nur zu warten, bis die bösen Sexisten "erleuchtet" werden, oder? Ich habe schon mit vielen Fundis diskutiert, und eine solche Geisteshaltung kenne ich sonst nicht von Linken, eher von Abtreibungsgegnern und Scientology ... zumal ihr hier auch noch fleißig zensiert, wenn eine Meinung nicht in den feministischen Kram passt (die Seite mit diesem Beitrag speichere ich natürlich).
Kommt mal wieder runter und seht mal wieder, dass hinter einer gegnerischen Meinung auch ein denkendes, fühlendes Wesen steht, das sich die Zuschreibung zu einem sinistren Kollektiv ebenso wenig gefallen lassen muss wie den ständigen Vorwurf, dumm, ungebildet oder reaktionär zu sein.
Und jetzt fresst doch weiter die Weisheit mit Löffeln in eurem auf einem hohen Ross gebauten Elfenbeinturm!
Pseudowissenschaft? Nein danke!
Deine Argumente sind bekannt - pseudowissenschaftlich. Da wird damit argumentiert, dass [i]"geschlechtsneutrale" Sprache[/i] nicht wissenschaftlich anerkannt wird. Bitte, so frag ich, wer entscheidet, was wissenschaftlich ist und anerkannt und was nicht? Warum wohl gibt es in Österreich derzeit keine einzige Frau als Rektorin? Warum verdienen Männer nach wie vor wesentlich mehr als Frauen - für die gleiche Arbeit? Und warum sind es gerade Frauen, die es Männern erst eine wissenschaftliche Karriere ermöglichen? Hast du eine Antwort darauf? Oder wirfst du auch mir jetzt vor, ich würde moralisch argumentieren? Wie bitte definierst du Moral? Ist es nicht äußerst moralisch, Frauen als die bösen darzustellen - und die Männer als die Opfer ebendieser? Wird da in den Argumenten der Sexisten nicht permanent mit Argumenten rumgeworfen und jegliche Kritik am Mackertum und männerbündischen Strukturen als moralisierend, als nicht wissenschaftlich anerkannt, als Nebensache, oder als "verbale Ausbrüche", "sehr anstrengend und vor allem angreifend" abgetan? Dazu sage ich: Ja, es ist ein Angriff. Es ist ein Angriff gegen Sexismus, der nach wie vor die Rahmenbedingungen bestimmt.
Und noch was zum Vorwurf, [i]"jedenfalls reichen eure Vorwürfe immer von Charakterschwäche bis moralischer Minderwertigkeit."[/i] Welches Geschlecht wird nach wie vor auf den Unis als das moralisch Minderwertige dargestellt, wem wird Charakterschwäche unterstellt? Hast du dich mal kritisch und ernsthaft damit auseinandergesetzt - ohne gleich wieder aufschreien zu müssen, dass dir vorgeworfen wird, du bist nicht kritikfähig und eine ernsthafte Auseinandersetzung liegt dir fern? Wenn du argumentierst, dass [i]"die feministische Linguistik immer noch keine klare Anerkennung innerhalb der Linguistik erhalten"[/i] hat, dann sprichst du ihr doch selbst eben diese Anerkennung ab. Oder willst du das abstreiten? Sollte es bei den Protesten für freie Bildung nicht vor allem darum gehen, den herkömmlichen Wissenschaftsbetrieb in Frage zu stellen?
Sollte nicht klar gemacht werden, dass die Uni, so wie sie jetzt funktioniert, vor allem der Elitenbildung dient und keinesfalls offen ist? Sollte das Ziel nicht sein, ebendiese Eliten abzulösen? All das wird im permanenten antifeministischen Reflex ausgeblendet. Und MUSS deshalb kritisiert werden. Denn ohne Kritik ist Emanzipation nicht möglich. Fragt sich nur, ob da nicht immer wieder Worte von jenen kommen, die Emanzipation gar nicht gerne sehen, weil sie dann eben ihre Privilegien als Männer verlieren würden. Und ja, sicher gibt es auch Frauen, die davon profitieren, doch wir reden hier nun mal über das sexistische Verhalten von Männern. Immer wieder zu erwidern, die Frauen wären ja sooooo böse, wird daran nichts ändern.
Und um es vielleicht bei der Gelegenheit noch an den Mann zu bringen: Leg endlich deine Vorstellung angeborener Sexualitäten zur Seite. Es gibt wesentlich mehr Geschlechter als Mann und Frau. Schon davon gehört? Dann solltest du wohl mal ein paar jener Lehrveranstaltungen besuchen, die du als wissenschaftlich nicht anerkannt definierst.
Hey Typ, komm doch endlich mal runter von deinem Macho-Ego Trip. Solange du die Welt in Mann und Frau einteilst und davon profitierst, ist es notwendig, dich daran zu erinnern, dass das so nicht geht. Du musst mit Widerstand rechnen, das ist klar. Und dieser Widerstand richtet sich eben nicht gegen ein abstraktes Oben, gegen irgendwelche Herrschenden usw. Dieser Widerstand ist ein alltäglicher Kampf gegen patriarchale Strukturen. Dieser Widerstand ist ein alltäglicher Kampf gegen Männer, die nicht einsehen wollen, dass es längst überfällig ist, Sexismus zu beenden. Ein für alle mal! Eure Kommentare bestätigen dies viel zu oft. Deshalb sage ich: Schwanz ab!
PS: Ich hoffe, du verstehst, was gemeint ist und fürchtest dich nicht zu sehr vor der großen Schere, die dich in deinen Träumen verfolgt :-)
Hallo nochmal
Damit keine Verwechslungen aufkommen: Ich bin der Typ, dem du geantwortet hast und möchte noch eine ernsthafte Replik schreiben, habe aber gerade keine Zeit. Die anderen Anonymusse haben jedenfalls nichts mit mir zu tun. Ich würde nämlich gerne mal eine ernsthafte Diskussion dazu führen, und ich hab den Verdacht, dass man das mit dir könnte, wenn wir beide noch an der Höflichkeit arbeiten ;)
Warum werden Männer
Warum werden Männer eigentlich immer als "Typen" bezeichnet? Und warum werden Frauen und Lesben immer getrennt genannt? Sind Lesben keine Frauen?
Ich bitte ehrlich um Aufklärung, das soll kein Angriff sein.
Sprache ist ein Ausdruck von
Sprache ist ein Ausdruck von HERRschaftsverhältnissen und gehört durch die Reißwölfin gejagt.
das thema ist sehr sensibel.
das thema ist sehr sensibel. ich stehe hinter den frauen (bin ja selbst auch eine;) und bin froh dass einige aufstehen und für unsere rechte eintreten. wir sollten nur eines beachten: wir dürfen uns selbst nicht lächerlich machen. dadurch verlieren wir alles.
wir sollten ALLE, egal ob frau oder mann, endlich kapieren, dass wir alle MENSCHEN sind. und jeden menschen gleich behandeln. das ist wahre gleichberechtigung.