Stellungnahme zu einem sexualisierten Gewaltakt

gepostet am 4. November 2009 - 15:01 von defma

Stellungnahme zu einem sexualisierten Gewaltakt:

Wir sind bestürzt über einen Fall von sexualisierter Gewalt [1] der sich unlängst in unseren Räumen zugetragen hat. Hier wollen wir dazu Stellung beziehen. Vorausschicken wollen wir auch, dass solche Vorfälle in unserem Kontext Uni ständig passieren, und dass alleine deshalb schon die Notwendigkeit und Wichtigkeit von expliziten Frauenräumen nicht unterschätzt werden darf.

Insofern gilt unsere Stellungnahme für alle Fälle von sexualisierten Übergriffen. Wir beziehen uns aber aus dem konkreten Anlass auf diesen Vorfall: In der Nacht von 1. auf 2. November 2009 wurde eine in der /bin schlafende Frau von einem Typen in Form von sexualisierter Gewalt angegriffen. Ihr gilt unsere Solidarität und unsere Unterstützung. Es darf keinen Raum für Sexisten in der /bin geben. Wir rufen hiermit insbesondere alle Menschen auf, die sich in den Räumen der /bin aufhalten aktiv gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt einzutreten.

Da wir einen emanzipatorischen Umgang mit solchen Situationen fördern wollen, erwähnen wir einige grundlegende Prinzipien: So kann es erst mal keine objektive Beurteilung solcher Übergriffe geben. Diese Situationen können nur von der betroffenen Person selbst als übergriffig definiert werden. Insofern ist es auch keine Entschuldigung wenn die übergriffigen Typen im Nachhinein meinen, dass das ja nicht so gemeint gewesen wäre, oder andere fadenscheinige Legitimierungsversuche starten. Jede sexuelle Handlung darf immer nur einvernehmlich passieren. Um einen konstruktiven Umgang damit zu finden gibt es das Zustimmungskonzept, auf das wir hier verweisen möchten:

Das Zustimmungskonzept:
http://defma.blogsport.de/2008/12/23/nein-heisst-nein-oder-antisexismus-muss-praxis-werden-das-zustimmungskonzept/

Plakate zum Zustimmungskonzept:
* englisch: http://defma.blogsport.de/images/zustimmungeng1_02.pdf
* deutsch: http://defma.blogsport.de/images/zustimmung_afterprint1_text_dt_path.pdf

Betroffenen Personen können wir auch den Kontakt zur Frauenberatung oder der Unterstützer*innengruppe DefMa empfehlen:
* http://www.frauenberatung.at/
* http://defma.blogsport.de/

Kein Raum für Vergewaltiger und Sexisten!

/bin – basisgruppe informatik

[1] “Der Begriff sexualisiert soll meinen, dass Gewaltaspekte nicht ihren Ursprung in der Sexualität haben, jedoch hier mittels sexueller Handlungen zum Ausdruck gebracht werden.” Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Gewalt

Ergänzungen

Was soll das denn??

Leute, macht doch bitte mal informative Überschriften, sodass man zumindest weiß, in welcher Stadt sich das zugetragen hat und in welchem Rahmen! Stellt euch vor: auch Leute, die nicht in Wien wohnhaft sind, lesen at.indymedia!!!
Euer Wien-Egozentrismus kotzt mich an!!!!

frauenlesbenblock auf bildunsgdemo

um zu zeigen, dass antisexismus ein Muss ist innerhalb der (studentischen) protestbewegung ,rufen wir als frauenlesben für einen starken feministischen frauenlesbenblock auf der bildungsdemo am 5.11. auf!

treffpunkt ist um 16 uhr vorm unicampus/ ecke alserstrasse_Nationalbank

hier der aufruf für einen feministischen frauenlesbenblock:
https://at.indymedia.org/node/16141

ich hab die sexismus-debatte

ich hab die sexismus-debatte bei den uni-protesten in österreich mitverfolgt und finde es unglaublich, was da scheinbar für zustände herrschen bei euch.
heisst ein "feministischer frauenlesbenblock", dass ihr explizit keine profeministischen männlichen solidarischen leute in diesem block möchtet (für ein derartiges auftreten gäbe es natürlich auch wiederrum gründe, form des auftretens thematisierung der betroffenen personengruppen usw.) oder dass es euch in erster linie um die politische einforderung geht, die darauf reduziert ja im prinzip auch die präsenz von männern zuließe.
mich würde diese frage nur grundsätzlich bzw. als "kerl" auch persönlich interessieren, wie ihr mit dem problem (und solidarischen "männlichen" positionen) umgeht. immerhin wird das problem politisiert und veröffentlich, was selten genug der fall ist in linken und sowieso in uni-zusammenhängen.

solidarisierung besteht nicht

solidarisierung besteht nicht daraus sich darüber aufzuregen als profeminist (bewusst männliches singular gewählt) nicht in frauenlesbenmädchenblöcke mitzugehen. dieser ist schließlich auch ein rückzugsraum (neben der funktion auf diese spezifische situation aufzuzeigen).
diese aussage "ich bin auch für frauenrechte, warum darf ich bei euch nicht mitgehen" ist schon alt und langweilig.
wenn wirklich unbedingt ein bedarf besteht sich auf der demo dementsprechend sichtbar zu machen, wie wärs mit einem profeministischen block??? (ja, ich weiß, dass das problem der "antisexistischen" selbstbestätigung besteht)
aber lasst den fraumäle-block so sein wie er ist.

wie kommst du darauf, dass

wie kommst du darauf, dass die person die vor dir eine frage gestellt hat, die ich zumindest für durchaus legitim erachte, sich nur "aufregen" würde? und der person dann auch noch so nebenbei die "solidarität" abzusprechen halte ich - sehr höflich formuliert - für nicht in ordnung. ich lese das auch so überhaupt nicht da raus und verstehe auch nicht, wieso seitens einzelner immer wieder der bedarf besteht möglichst souverän und martialisch rüberzukommen (gerade dann auch noch gegenüber sich solidisierenden menschen)?

ich würde mir wünschen, dass der fem. Frauen/Lesben/Trans-Block sich auch eben aus diesen zusammensetzt (also "minus" profeministen) - und es dafür einen profem. block gibt, was ich als vorschlag von dir ja auch sehr gut finde. finds aber sehr unnötig, dass du im selben atemzug der person (im speziellen, und profeministischen menschen im generellen?) "bedarf nach "antisexistischer" sebstbestädigung" vorwirfst. gerade dass du "antisexistisch" unter anführungszeichen setzt finde ich echt bedenklich.

es geht nicht um eine

es geht nicht um eine einheitliche vorgehensweise sondern um eine einvernehmliche. das zustimmungskonzept ist EIN möglicher weg um das zu erreichen. wenn du für dich und deine partner_innen andere einvernehmliche wege findest ist das doch ok. wenn eine person nicht ausdrücklich ihre zustimmung erklärt sich mit dir "physisch auszutauschen" (wie du das nennst...), wäre dir das egal? wohl kaum. um nichts anderes geht es hier. also spar dir einfach deinen zynismus.

genau das ist ja das problem,

genau das ist ja das problem, was dann eben auch in antisexistischen/(pro)feministischen/queerfeministischen zusammenhängen auftritt und wo mich einfach der umgang damit interessiert hätte. dass der frauenlesbenblock eben genau so einer sein will, hat gute gründe, wie das auch mit räumlichkeiten so ist (rückzugsraum, politische message) und das hab ich auch in meinem obigen post angedeutet. die antwort legt mir da mal echt so einiges in den mund was ich nicht gesagt habe.
nur gibt es auch gründe, die ein anderes offenes konzept nahelegen würden. das muss von fall zu fall unterschieden werden, finde ich. wie ist es z.b. mit schwulen oder queers, die ebenfalls anfeindungen heteronormativer männer ausgesetzt sind? wo sind die berührpunkte die ein gemeinsames auftreten und arbeiten erfordern, aber wo sind eben auch die spezifischen eigenen probleme die sich aus den lebensrealitäten als frau, lesbe,schwuler,trans,queer ergeben oder eben nicht ergeben, weshalb getrennte aktionsformen sinnvoll sind?

nur das wird nicht erreicht indem man alles was als mann definiert wird (ich habe "kerl" in anführungszeichen geschrieben...soviel dazu) und sich profeministisch bezeichnet ein "ritterlichkeits-vorwurf" gemacht wird, um im selben atemzug widersprechenderweise zu fordern einen profeministischen männerblock zu machen. mal abgesehen davon dass die unterstützung in der linken szene unter "männern" so klein ist für solche positionen, dass so ein block zumindest hier in frankfurt niemals zustande käme, würde das auch fraglich sein in bezug auf die dekonstruktion von männlichkeiten überhaupt und vlt. sogar noch gehässig aus der feministischen ecke kommentiert...

das sind doch fragen über die sich gedanken gemacht werden muss um wirkungsvolle kämpfe gegen den sexistischen normalzustand zu führen! alles andere hat viel identitäres auf der fahne stehn.