Mobilisierung gegen den UN-Klimagipfel in Kopenhagen
Worum gehts?
Zwischen 7. und 18. Dezember findet in Kopenhagen ein richtungweisender UN-Klimagipfel statt. Dabei soll ein internationales Abkommen für die Zeit nach 2012 verabschiedet werden, wenn das Kyoto-Protokoll ausläuft. Seit 17 Jahren wird nun im Rahmen der UN über die Senkung der Treibhausgasemissionen verhandelt. Durch das Kyoto-Protokoll sollten die Treihausgasemissionen deutlich unter das Niveau von 1990 gesenkt, doch haben die Hauptverursacher die Vereinbarungen entweder nicht ratifiziert oder halten sich nicht daran. Gleichzeitig wurden durch den Emissionshandel für die Verschmutzung der Atmospäre ein profitabler Markt geschaffen. Es zeigt sich, dass beim Thema Klimawandel Rhetorik und Handlungen meilenweit auseinander liegen.
Warum dagegen?
Dabei wollen sich die mächtigen Regierungen und Lobbyisten der Welt treffen, um eine Ära des "grünen Kapitalismus" einzuleiten, um einen ordentlichen Markt zu schaffen, auf dem die Biosphäre als Ware gehandelt (und verdreckt) werden kann. Doch da der Klimawandel kein rein ökologisches Problem ist, sondern ökonomische, soziale, rassistische und ausbeuterische Dimensionen besitzt, braucht es eine grundlegende soziale und wirtschaftliche Wende notwendig um den Klimawandel an der Wurzel zu bekämpfen.
Der Klimawandel ist voll im Gange, und es muss erschüttert werden als unsere Urlaubsgewohnheiten, um den Planeten für kommende Zeiten zu erhalten. Rein technologische und marktförmige Maßnahmen sind dabei kontraproduktiv, da der Klimawandel menschengemacht wird. Sein Ort sind nicht die schmelzende Gletscher, sondern die kapitalistische Warenproduktion. Der Klimawandel zieht bereits heute gravierende Veränderungen der globalen Ökosysteme und damit auch fundamentale Umwälzungen der menschlichen Lebensbedingungen nach sich. Eine Folge davon ist, dass es zu einer erheblichen Zuspitzung bestehender sozialer Verhältnisse und Gegensätze kommt bzw. noch kommen wird. Insbesondere das Missverhältnis zwischen globalem Süden und Norden wird durch den Klimawandel verstärkt. Weltweite Flüchtlingsbewegungen, Ressourcenplünderungen im Zuge des (Neo-)Kolonialismus und kriegerische Auseinandersetzungen nehmen zu.
Wer mobilisiert?
Zu Aktionen in Kopenhagen und gegen den Klimawandel wird weltweit und von verschiedensten politischen Akteuren mobilisiert. NGOS und Umweltinitiativen werden versuchen, ihre Forderungen durch Großevents möglichst effektiv Gehör zu verschaffen. Dagegen setzen autonome Gruppen und die Bewegung, die rund um die Kimacamps entstand auf praktische Delegitimierung des Gipfels.
In ihren Augen ist es wäre mehr als naiv, die Hoffnung auf jene Strukturen zu setzen, die den COP 15 unterstützen und den Planeten für Geld zerstören. Stattdessen muss die Ideologie eines unbegrenzten ökonomischen Wachstums durch eine radikale und kraftvolle Klimapolitik von unten bekämpft werden. In gemeinsamen Debatten und durch länder- und kontinentübergreifende Aktionen soll eine lokale, konfrontative Klimapolitik entwickeln, wofür die Aktionen rund um den Gipfel nur ein Startpunkt sein sollen.
Für die autonomen Gruppen ist der Klimawandel nur eines der Symptome der allumfassenden Krise der selbsternannten Zivilisation, des Krieges, den der Kapitalismus gegen alles leben auf dem Planeten führt.
Es wird auch mehrere Karawanen nach Kopenhagen geben. Aktivist_innen, die gegen ein neues Kohlekraftwerk in der Nähe von Greifswald protestieren, werden nach Kopenhagen segeln. Von Großbritannien aus wird es eine "Zero Carbon Caravan" geben, und um die Proteste gegen das WTO-Treffen in Genf mit den Protesten gegen den Klimagipfel in Kopenhagen zu verbinden, gibt es auch von der Schweiz aus eine Karawanen.
Timeline Mobilisierung
16.10. Cool Planet Event von Greenpeace/Klimabündnis/FM 4 vor dem Parlament/Wien
23.10. Schwerpunkt Klima+Ökologie beim Elevate-Festival/Graz
24.10. Klimaktionstag der Aktion "350" mit Aktion in Wien
26.10. Infoveranstaltung im Amerlinghaus/Wien
06.11. Themenabend Klimawandel im Kaleidoskop/Wien
30.11. internationaler Aktionstag: 10 Jahre nach Seattle/1 Woche vor Kopenhagen
30.11.- 02.12. WTO-Treffen in Genf
Timeline Gipfelroteste
Mo 7.12. Beginn des Un-Klimagipfel
Fr 11.12. Aktionen gegen den „Business- Day“
Sa 12.12. Großdemo
So 13.12. „Hit the Production“ - Verursacher des Klimachaos angreifen
Mo 14.12. Aktionstag gegen das Grenzregieme
Di 15.12. Aktionstag globale Landwirtschaft
Mi 16.12. „Reclaim Power!“ - Klimagipfel erobern
Do 17.12. „Begrüßung“ der Staatschefs
Fr 18.12. Never trust a cop – Aktionen in der Stadt
Sa 19.12. Reclaim Kopenhagen – Gipfelprotokolle verheizen
weiterführende Links:
autonome Mobilisierung
climate-justice-action
mobilisierungszeitung
wake up, freak out & get a grip
streifzüge-Schwerpunkt Ressource
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Ergänzungen
"für die Zeit nach 2012"
... mach ich mir keine gedanken mehr
http://www.youtube.com/watch?v=Hz86TsGx3fc&feature=fvw ;-)