Bericht: Little Alien
Little Alien, der neue Dokumentarfilm von Nina Kusturica, brilliert durch seine Konzeption. Die einfache Idee minderjährigen Immigranten bei ihrem langen Marsch durch die Institutionen zu folgen und die schnörkellose Umsetzung sind zueinander überaus passend. Dieser Film ist sicher anders, zeigt sicher eine andere Realität, als jene die in den Köpfen vieler OEsterreicher und Europaeer geistert.
Um so erfreulicher ist es das einigen Schülern heute (6 Oktober 2009) eine Vorpremiere mit anschließender Fragestunde an Nina Kusturica im Rahmen von fünf Mal Film gewährt wurde. So zeigte sich an den Fragen der Jugendlichen ein gewisses Unverständnis wieso die EU (also eigentlich wir alle) einen zweimal sechs Meter hohen Grenzzaun bezahlt an dem Menschen sterben, es jedoch praktisch unmöglich ist ein Asylverfahren in weniger als zwei Jahren durchzuführen. Generell will keiner der selbst minderjährigen Zuseher diese Festung Europa kennen noch verstehen.
Jedoch hört man in den Reihen zwar ein leises Murren, gar ein Aufbegehren gegen derartige Zustände, doch die meisten Jugendlichen sind enttäuscht darüber, dass der Film nicht ihrer Unterhaltung galt. Vielleicht werden sie ihre neuen Erkenntnisse wiederum nur als eine weitere Moralpredigt abtun.
Und so ist die grausame Ironie des Filmes das immigrierte und einheimische Minderjährige nur dasselbe wollen, ein gutes Leben, und dass sich genau deswegen nichts an der misslichen Lage der Immigranten ändern wird.
Homepage des Filmes mit vielen interessanten Materialien: http://littlealien.at
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