Hausprojekt Triesterstrasse 114

gepostet am 2. Oktober 2009 - 12:07 zuletzt angepasst am 14. Dezember 2011 - 21:02

Am 2.10.2009 begann die Hausprojekt Aktionswoche in Wien.

Für 10 Tage gab es ein Hausprojekt in der Triesterstrasse 114. Die Grundsätze und Konzepte für ein selbst-verwaltetes Hausprojekt in Wien konnten für einige Zeit in der Praxis getestet werden. Es wurde kollektiver Wohnraum und Platz für emanzipatorische Projekte eingerichtet und ausgebaut. In den 10 Tagen war viel los; es zeigte sich einmal mehr, wie schnell leerer Raum mit viel Programm gefüllt wird, wie dringend nötig kollektive soziale, politische und kulturelle Räume in dieser Stadt benötigt werden.

Folgender Aufruf aus dem besetzten Haus an alle Einzelpersonen oder Gruppen wurde vielfach in die Tat umgesetzt:
"Wenn ihr mitmachen wollt, uns unterstützen wollt, Workshops oder sonst irgendein Programm machen wollt - lest unsere Grundsätze, meldet euch, kommt einfach her und macht mit!"

Die Stadt Wien, der das Haus gehört, duldete die Besetzung zwar anfangs, setzte aber gleichzeitig auf Gesprächsverweigerung und ließ schlussendlich das Haus in einer Nacht-und Nebelaktion räumen. Am Montag,12.10., um 4:00 früh begann eine überfallsartige Räumung. Dabei wurden ihnen persönliche Sachen abgenommen bzw. konnten sie diese nicht holen. So stand ein Mensch in der Kälte ohne Schuhe da. Gegen 7:00 wurden die letzte Besetzer_innnen vom Dach des Turnsaals geholt.
Die Aktivist_innen besetzten daraufhin das Büro des Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, und konnten immerhin späte Verhandlungen erreichen.

Erst im Juni machten Aktivist_innen mit einer Besetzung auf sich und die 80.000 leer stehenden Wohnungen in Wien aufmerksam.

Besetzung:
Berichte: Eröffnung | Geschichte des Hauses | Lage Samstag Nachmittag, 3.10.09 |
Guten Morgen in der neuen Woche | Bericht zwischendurch |
Nachbarinnenflyer | Timeline 2.-9.Oktober | Gossip
Fotos: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10
Video: WienTV(youtube) | Luxus für alle!-Unites Aliens
O-Töne: erste Tondoku | secret exhibition | Anarchistisches Radio zur aktuellen Besetzung
Soliaktion: Unterstützung für die Schaffung eines selbstverwalteten Hausprojekts
Solierklärungen: WUK | Die Grünen Favoriten | Tuewi | i:da | critical mass | ig kultur wien | basisgruppe informatik | grauzone | weitere Unterstützer_innen

Räumung:
Berichte: Kurzbericht 1 | Kurzbericht 2 | PA: Triesterstrasse nach 10 Tagen geräumt-Besetzung des Rathauses | Eviction of the new squat(eng) | Flyer
Fotos+Filme: erste Fotos | Neil Curtis (youtube) | wienTV-Film (youtube)
o-ton: o-ton
Reaktionen politischer Parteien: Grüne | ÖVP | GRAS

Ergänzungen

von indy.de

Am 12.10. wurden Besetzte Häuser in Oldenburg, Dresden und in Wien geräumt. Unsere Solidarität gilt den kämpfenden Menschen, die sich gegen die fortschreitende Kommerzialisierung unseres Lebens zur Wehr setzten und durch die Besetzungen ein Stück Selbstbestimmung innerhalb des kapitalistischen Schweinesystems zurückerobern wollten. Die Räumung besetzter Häuser und unkommerzieller Projekte ist mit eine Folge des stattfindenden neoliberalen Aufwertungsprozesses in den Städten. Diese Stadtumstrukturierung führt zu so kuriosen Auswüchsen, wie der Tatsache, dass Häuser leerstehen und gleichzeitig Menschen, die sich die immer weiter steigenden Mieten nicht leisten können oder wollen auf der Straße leben. Besetzungen bieten da einen Ausweg aus der zunehmenden Fremdbestimmung. Auch wenn - selbstkritisch betrachtet - manch emanzipatorischer Anspruch in den sogenannten „Freiräumen“ nicht immer erfüllt wird, so bieten sie trotzdem Raum, das Leben bestmöglich jenseits kapitalistischer und gesellschaftlicher Unterdrückungsmechanismen zu gestalten.
Um im Wirtschaftlichen Standortwettbewerb zu bestehen, wird Privatisiert was nur geht. Ob Wohnraum oder Parks - Stadtplanungen finden mehr und mehr profitorientiert statt, anstatt sich an den Bedürfnissen der Menschen, die in ihr Leben zu orientieren. Innenstädte werden hochglanzsaniert und verwandeln sich in „schicki-micki“ Konsumwelten. Wer nicht in dieses Stadtbild passt und rumhängt anstatt einzukaufen wird vom Security-Dienst weggeschickt. Dass an jeder Ecke eine Kamera steht gehört für die meisten Menschen bereits zur Normalität. Wir dürfen nicht länger zusehen, wie uns die Möglichkeiten genommen werden, unser Leben selbstbestimmt und ohne dicken Geldbeutel zu gestalten. Wir müssen uns gemeinsam Möglichkeiten und Aktionsformen überlegen um gegen die wachsende Fremdbestimmung unseres Lebens vorzugehen – Häuser besetzen ist eine davon! Wir wünschen den Besetzer_innen in Oldenburg, Dresden, Wien und überall viel Durchhaltevermögen – lasst euch nicht unterkriegen!

In diesem Sinne:
Squat the world!
...und am besten gleich Kapitalismus abschaffen!

[„Wir-bleiben-Alle“ – Kampagne, Berlin]

einen beitrag über die

einen beitrag über die räumung gabs bei wien heute

http://ondemand.orf.at/bheute/player.php?id=wie&day=2009-10-12&offset=00...

Wird gerade jetzt geräumt!

Wird gerade jetzt geräumt! Hinkommen, weitersagen, unterstützen!

und noch immer sind leute im

und noch immer sind leute im haus die am dach der turnhalle auf die räumung "warten".

die lautstarke gruppe (ca. 40 menschen vor ort) davor wird von 2 securitas sicherheitsleuten vor dem eingang daran gehindert das haus wieder zu betreten, die polizei steht dahinter und sieht zu. die leute warten darauf die sachen aus dem haus holen zu dürfen. soweit ist die situation aber entspannt.

Wird gerade jetzt geräumt!

Wird gerade jetzt geräumt! Hinkommen, weitersagen, unterstützen!

Von Donnerstag an wird die

Von Donnerstag an wird die Situation im Haus wieder kritischer. Die Stadt hat uns Anfang der Woche über die Medien mitgeteilt, dass wir vorläufig geduldet sind: "Ich gehe davon aus, dass die Stadt bis Ende der Woche keine Schritte unternehmen wird", hieß es aus dem Büro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.

Gegen Ende der Woche wird die Lage im Haus prekärer, eine Räumung ist aber keinesfalls fix. Also wenn ihr ein neues Hausprojekt in Wien wollt kommt orbei, seid solidarisch, lasst euch was einfallen. Je mehr Leute vor Ort sind desto besser! Wir sind gekommen um zu bleiben!

Eine schöne Bilderserie der

Eine schöne Bilderserie der Besetzung gibts beim Standard:
http://derstandard.at/fs/1254310604805/Ansichtssache-Hausbesetzung-bei-d...

Dachdecker Stuttgart

Das sind tolle Bilder.

Ihr Dachdecker aus Stuttgart

coole bilder - non kommerz

findet ihr hier: https://at.indymedia.org/node/15826
(hinterfragt doch ein wenig die kommerzberichterstattung - sich darauf zu verlassen, bedeutet verlassen zu sein!)

coole bilder! ein längerer

coole bilder!
ein längerer artikel erscheint morgen auch in der printausgabe der wiener zeitung:
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3902&Alias=wzo&cob...

fm4

FM4 hat gestern einen Beitrag im Radio gebracht der sehr toll war- zusätzlich gibts noch einen Artikel auf der FM4-Homepage:

Freiraum statt Leere

In Wien ist wieder ein Haus besetzt worden. Die AktivistInnen fordern mehr nichtkommerziellen Freiraum statt teurer Mieten.

Wenn man beim Online-Stadtplan der Stadt Wien 'Triesterstraße 114" eingibt, dann wird diese Adresse als Schule und Kindergarten ausgewiesen. Tatsächlich steht das vierstöckige Backsteingebäude am Stadtrand von Wien seit zwei Jahren leer (abgesehen von der Zeit zur EM 08 als es als Polizeistandort diente). Das hat an die 40 HausbesetzerInnen auf den Plan gerufen, die dort letzten Freitag eingezogen sind, um ein Exempel zu statuieren.

"In Wien stehen über 80.000 Wohnungen leer. Und die Stadt Wien kümmert sich überhaupt nicht darum, dass es Raum gibt, wo etwas entstehen kann und deshalb nehmen wir uns den Raum, um unsere Projekte umzusetzen"‚ erklärt eine der HausbesetzerInnen. Die AktivistInnen – sie nennen sich selbst "Gruppe Hausprojekt" - wollen das ungenutzte Gebäude der Stadt Wien als offenen Wohn- und Veranstaltungsraum beleben. Zurzeit bieten die BesetzerInnen eine Aktionswoche im Haus, wo jede/r willkommen ist: Workshops, Filmvorführungen, Diskussionen, Feiern, Essen, eine Ausstellung und vieles mehr. Man zeigt, was langfristig möglich wäre. Die AktivistInnen wollen es als ein selbstverwaltetes Haus ohne Subvention herrichten und mit offenen Werkstätten, Bibliothek, Kindergarten, Workshops, Kostnixladen, Cafe, Frauenraum, Wohngruppen und mehr versehen. Ein herrschaftsfreier oder herrschaftskritischer, nichkommerzieller Raum als Alternative zur kapitalistischen Ordnung ist das Ziel.
Besetzes Haus in Wien an der Triesterstrasse; mit Transparent: Luxus für alle

Luxus für alle?

Wie ist das an der Hausfassade angebrachte Transparent "Luxus für Alle" zu verstehen? Eine Hausbesetzerin: "Mit Luxus sind nicht Riesenjachten oder ähnliches gemeint, sondern es ist eine Anspielung darauf, dass Reichtum sehr ungleich verteilt ist." Eine andere Aktivistin ergänzt: "Alles mögliche, was mit Musik und Kunst und vielem anderen zu tun hat, ist für viele eine Sache, die sie sich nicht leisten können. Oder wer kann sich in Wien einen Garten leisten? Auch Kinderbetreuung ist eine Sache, wo wir versuchen, uns hier gemeinsam darum zu kümmern – das ist ja auch ein Luxus für viele!"
Garten in der Triesterstraße

Theaterworkshop mit Jugendlichen im besetzten Haus
Eine Regisseurin probt mit SchülerInnen ein Stück für das Theaterhaus Dschungel Wien. Warum probt die Regisseurin im besetzen Haus? "Weil wir als Kulturschaffende selber an Freiräumen und offenen kreativen Orten interessiert sind."

Schulbesuch

Diese Woche haben SchülerInnen und Leiterin der alternativen Gesamtschule aus dem Wiener WUK das besetzte Haus besucht. Das Werkstätten und Kulturhaus ist in der Hochblüte der Besetzerzeit - Anfang der 80er Jahre - entstanden. Das WUK hatte auch bis 2007 in den Räumlichkeiten der Triesterstraße 114 Schulungen abgehalten. Diese wurden aber vom AMS einem günstigeren Anbieter übertragen und nun steht das Gebäude leer. WUK-Schulleiterin Claudia Gerhartl: "Wir fühlen uns mit dem Haus und den Gruppen hier solidarisch. Wir haben selber überlegt, das Haus zu besetzen und die Schule hierher zu übersiedeln. Wir haben uns aber nicht getraut. Wir waren zuwenige. Eine gute Idee, dass das nun andere machen."
Politische Kontroverse und Duldung bis Freitag
Haustor mit Luftballon

Während die ÖVP Favoriten eine schnelle Räumung fordert, vor einem zweiten EKH – das sich auch in Favoriten befindet - warnt und die Aktion als einen Affront gegenüber Mietezahlern in der Stadt sieht, duldet die rote Stadtregierung die aktuelle Aktionswoche im Haus - mehr aber auch nicht. Für 2010 ist der Umbau in eine Polizeidienststelle geplant, die Hausbesetzung werde nicht zum Dauerzustand, heißt es aus dem Büro des Wohnbaustadtrates. Die letzte erfolgreiche Hausbesetzung gab es vor zwei Jahren, als eine Gruppe von Punks nach mehreren Besetzungen von der Stadt Wien ein Haus zur Verfügung gestellt bekam.

http://fm4.orf.at/stories/1628864

ist natürlich ein scheiß,

ist natürlich ein scheiß, aber auch nicht überraschend. ist halt die övpwien - von der kann sich mensch nix erwarten.
vielleicht wäre eine presseaussendung aus dem besetzten haus die richtige antwort?

extrem tolle aktion!

extrem tolle aktion! solidarische grüße aus ibk

solidarische grüße auch aus

solidarische grüße auch aus niederösterreich.
vielleicht schaff ichs diese woche noch mal vorbeizukommen.
hört sich ja alles sehr cool an.Respekt!

Freunde in blau

Ich würde gerne wissen wie lange das Haus noch bestehen wird bzw. ob unsere "Freunde in blau" irgend etwas gesagt haben?
Ich werde versuchen am Dienstag mal einen Sprung vorbei zu kommen.

ein paar beiträge

wurden verstecjt, da die infos ins feature aufgenommen wurden. danke für die updates!