Casino für alle
Casino für alle
Geschichte des Hauses
Das Haus wurde als Schloss 1779 errichtet, im 19.Jh. war es ein bekanntes Casino. Am bekanntesten ist der Ballsaal mit einer einzigartigen Akustik. Irgendwann wurde das Gebäude der SPÖ vermacht, um sicherzustellen, dass des ein öffentliches Gebäude bleibt, zu dem auch die Bevölkerung Zutritt hat. Der jetzige Besitzer ist der Verband Wiener Arbeiterheime, eine Vorfeldorganistion der SPÖ. Zur besten Zeit gab es dort einen Kinosaal, einen Konsum, einen billigen Beisl, einen Jugendtreffpunkt der SJ oder der Falken, ein preiswertes Beisl, und eben jener Ballsaal, der auch häufig von den Anrainer_innen genutzt wird. Doch seit geraumer Zeit verfällt das Gebäude. Es gab nur noch ein Tonstudio, ein SPÖ-Bezirkslokal, sowie ein Lagerraum für eine externe Firma. Gerüchte machten die Runde von einem Abriss bzw. einer Umwandlung in eine Nobelgastronomie mit Events für das gehobene Publikum. Der de-facto leer stehende Zubau soll abgerissen werden, um Nobelwohnungen in bester Lage Platz zu machen.
"Sozial"-demokratische Partei?
Die Stadt des Kindes, die ebenfalls in Penzing liegt, wurde so lange leerstehen gelassen, bis eine andere Nutzung als ein Teilabriss mit anschließenden Neubau nicht mehr möglich schien. Bei der Brandruine Sofiensäle wachsen Bäume aus der Mauer. Hier soll ein Nobelhotel entstehen. Einige Gemeindebauten verfallen zusehends, andere werden saniert, und im Anschluss wird die doppelte Miete verlangt, viele Kinderfreibäder wurden geschlossen. Der Umgang der SPÖ mit seiner Vergangenheit, vor allem aus der Zeit des roten Wien, ist katastrophal und gegn ihre damalige Intention gerichtet. Auch sonst ist wenig Soziales bei der SPÖ über geblieben. Auf der einen Seite wird der Wagenplatz täglich verarscht, die Notschlafstelle "Kuckucksnest" muss schließen, weil es kein neues Haus findet,(obwohl es einen großen Bedarf gibt, und BM Häupl verkündete, dass in wien niemand der nicht will, unter der Brücke schlafen muss), die Szene Wien wurde kaltgestellt, sowie viele andere soziale und kulturelle Projekte mussten aufgeben oder konnten gar nicht starten, da die Mieten zu hoch und die Förderungen zu klein sind. Auf der anderen Seite werden Mio.€ an unsinnigen Bauten (z.B. Zaha-Hadid-Bau) und Bauskandalen ausgegeben, wobei immer die gleichen wenigen Firmen davon profitieren. Der VWH-Geschäftsführer Helmut Laska
spielt eine nicht unwesentliche Rolle im roten Filz.
Die Behängung
Um gegen einen möglichen Abriss zu protestieren wurde Anfang August das Casino nach unklaren Mietverhältnissen "besetzt". Die Aktivist_innen waren in erster Linie Künstler_innen, die das ganze als "Behängung" definierten. Der Ballsaal wurde als offenes Atelier und gleichzeitig als Ausstellungsraum genutzt, ab und zu gab es Parties und Konzerte, für die Jugendlichen aus dem Park gab es einen Freiraum, und die Anrainer_innen machten jeden Sonntag einen Flohmarkt. Anfangs gab es positive Medienberichte, unter anderem sogar in der Kronen Zeitung. Die SPÖ versuchte sich aus der Affaire zu ziehen, indem sie einen neuen Mieter präsentierte und versprach, den Ballsaal zu renovieren. Letzten Freitag, den 4.September wurde die "Behängung" durch die Polizei beendet, indem sie die Kunstwerke auf die Terrasse brachten.
Preiser Records
Preiser Records besitzt schon langer Zeit ein Tonstudio im Casino Baumgarten. Nun mieten sie den Saal. Laut eigenen Plänen wollen sie den Saal für Konzertaufnahmen verwenden und ihn vermieten. Viele trauen ihnen nicht zu, dass sie die Öffentlichkeit des Saales sicherstellen. Ein Indiz dafür ist, dass sie in den letzten Jahren sehr wenige neue Aufnahmen und Konzerte machten.
Die Besetzung
Nachdem die Polizei am Freitag die Kunstwerke auf die Terrasse brachten, versammelten sich dort einige Menschen, um über das weitere Vorgehen zu beratschlagen. Eine kleine Gruppe campierte im Garten. Am Sonntag wurde schlussendlich der Saal wieder besetzt. Einige Menschen aus dem Hugo-Breitner-Hof unterstützen die Besetzung aktiv. Dort wohnen 3 500 Menschen ohne offene Räume. Deswegen gibt es von dieser Seite ein großes Interesse daran, dass das Casino für alle bleibt. Bereits am Sonntag kamen 15 vollbesetzte Polizeiwägen vorbei, die jedoch nach kurzer Zeit wieder fuhren. Am Montag Nachmittag wurde die Situation brenzliger. Es kam noch mehr Polizei, über 20 Wägen, die auch Leute perlustrierten. Für 19:00 waren Verhandlungen mit Vertretern von Preiser Records auf der Terasse angesagt, zeitgleich wurden jedoch Bauzäune unter Polizeischutz aufgestellt. Widerstand gab es in Form einer Sitzblockade und durch Zaunentfernung. Die Verhandlungen fanden schlussendlich in einem anderen Raum statt. brachten jedoch kein Ergebnis. Später stürmte die Polizei das Gebäude, zog sich jedoch kurz vor Mitternacht wieder zurück, und das Casino wurde wieder besetzt. Laut Medienberichte, die von einer Räumung ohne Zwischenfälle sprechen, wurde dies vom Verband Wiener Arbeiterheime angeordnet!
Stimmung
Das Interessante an dieser Besetzung ist der grosse Unterschied zwischen den verschiedenen Aktivist_innen. Von Anrainer_innen, Künstler_innen, Punks und Tekknies, Trotzkis und Autonome sind viele verschiedene Menschen vertreten. Die meiste Zeit gibt es ein großes Verständnis füreinander. Dass es dabei auch zu Spannungen kommt, die durch Polizeistress und Übermüdung verstärken, ist jedoch klar. Auch merkt mensch der Besetzung ihren spontanen Charakter an. Immer wieder kommt es zu Kommmunikationsproblemen und Gerüchterunden. Bislang waren leider wenige Menschen vor Ort, zu den besten Zeiten waren es ca. 70 Menschen.
Aufruf & Plenum
Um 15:00 findet ein offenes Plenum statt-entweder im Park oder im Saal, alle sind eingeladen, sich einzubringen.
Da einige Menschen befürchten, dass morgen om Laufe des Vormittags geräumt wird, werden Leute dringend gebeten, vorbeizukommen!
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Ergänzungen
17:05 - akute
17:05 - akute räumungsbedrohung: räumungsbefehl scheinbar schon einmal von polizei verlesen worden.
mehr infos
die festsetzung am augartenspitz gibt es immer noch, sie erklärt sich solidarisch mit der Besetzung des casinos.
wie oben schon steht gibt es i:da vokü und desi-solicocktailbar heute im casino.
getern wurden übrigens bei den klos die klinken abmontiert und die schlösser verklebt. laut infos von der security-firma, die sich gestern nacht ebenfalls festgestzt hat, ist dafür die spö-bezirksorganistion verantwortlich, die dafüt extra einen schlosser holen ließ.
die stimmung momenatn soll ruhig und chillig sein.
um 16 uhr gibts vokü ;-)
um 16 uhr gibts vokü ;-)
Abendprogramm
am Abend wirds den dessi-solicocktailstand geben,
sowie ein Noborder-Videoscreening