Abdullah Hofer - Abdullah Hofer - Aktionen vom 28. August 2009 zum Andreas-Hofer-Gedenkjahr

gepostet am 5. September 2009 - 10:34 von herby

Fuer einiges Aufsehen sorgte die kuenstlerische Aktion vom 28. August 2009 beim Andreas-Hofer-Denkmal am Berg Isel. Das Linzer Kunstkollektiv "qujOchOe - experimentelle kunst- und kulturarbeit" bekennt sich mit diesem Schreiben zu diesem interventionistischen Eingriff.
Die Umgestaltung des Andreas-Hofer-Denkmals steht in einer Reihe mit weiteren Aktionen, die von uns am gleichen Tag in Innsbruck durchgefuehrt wurden. So wurde die Andreas-Hofer-Strasse in Pippi-Langstrumpf-Strasse umbenannt, in einem lokalen Spar-Supermarkt erfolgte ein Austausch des gesamten
Andreas-Hofer-Sortiments (Kaese, Bier, …) durch Abdullah-Oecalan-Produkte und in der Hofer-Wanted-Ausstellung wurde eine Soundinstallation mit rebellischen Texten aus der Popkultur angebracht.
Im Mittelpunkt all dieser Aktionen stand die Auseinandersetzung mit einem mythologisch aufgeladenen RebellInnentum. Dies nicht aus Jux und Tollerei, sondern aus wohl ueberlegtem Grund. Durch den banal
anmutenden Austausch eines Rebellen mit anderen (z. B. RAF, Pippi Langstrumpf, Abdullah Oecalan, Bob Marley, Asterix & Obelix, Mahatma Gandhi, …) wird die Absurditaet des Personenkults wie jener um Andreas
Hofer sichtbar.
Mythologische Verklaerungen, ritualisierte Heldenverehrungen und politisch motivierte Geschichtsschreibungen fuehren dazu, dass eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Geschichte beinahe unmoeglich gemacht wird.
Bedanken moechte sich qujOchOe bei den VerfasserInnen der zahlreichen Forumsbeitraege auf www.orf.at, www.derstandard.at etc. und der ueberwiegend differenzierten Diskussion ueber die Aktion.
Der Tiroler FPOe, die uns in einer einfaeltigen Presseaussendung "zerstoererische Aktionen und damit eine Radikalisierung der Diskussion" vorgeworfen hat, moechten wir mitteilen, dass es sich bewusst nicht um zerstoererische Aktionen handelte und im Gegenteil zum Vorwurf eine Differenzierung der Diskussion das Ziel war und ist.
Der "Liste Tirol" moechten wir auf diesem Weg mitteilen, dass der italienische Geheimdienst nicht hinter der Aktion steht und uns ihre paranoide Weltsicht unheimlich ist.
Eine ausfuehrliche Dokumentation der kuenstlerischen Aktionen findet sich in den kommenden Tagen unter http://www.qujOchOE.org.

Die Kunst- und Kulturinitiative "qujOchOe - experimentelle Kunst- und Kulturarbeit" wurde 2001 in Linz gegruendet. qujOchOe greift in Prozesse an den Schnittstellen von Kunst, Politik/Gesellschaft und
Wissenschaft mittels inventiver kuenstlerischer Methoden ein, die von kuenstlerischen Interventionen in oeffentlichen Raeumen, oeffentlichen Vortrags- oder Diskussionsreihen, musikalischen und visuellen
Aktionsformen oder veroeffentlichten Schriftreihen bis hin zu aktionsorientierten Installationen reichen. Die Herangehens- und Arbeitsweise von qujOchOe ist regelmaessig durch Transdisziplinaritaet von Wissenschaft und Kunst, einer besonderen Intensitaet sowie der kritischen Auseinandersetzung mit gewoehnlichen kulturellen Praxen gekennzeichnet.
*qujOchOe, Innsbruck/Linz, 30. August 2009*

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