Heute, am 5. August wurde der 14jährige Florian P. im niederösterreichischen Ort Krems von der Polizei erschossen. Sein erst 16 Jahre alter Freund Roland T. wurde mit zwei Schüssen in die Oberschenkel schwer verletzt. Die beiden wollten in einer Merkur-Filiale ein wenig Alkohol klauen. Seit wann gibt es in Österreich dafür die Todesstrafe?


Florian P. als Kind
Eine Kraftvolle und sehr Laute Demo zog heute als Zeichen gegen die tödliche Polizeipraxis in Österreich durch Wiens Strassen. Der Start erfolgte bei der Uni, wo sich knapp 100 Leute zusammenfanden und dann den Ring entlang bis in den ersten Bezirk demonstrierten. Nach und Nach schlossen sich immer mehr Leute der Demo an, so dass sie letzten Endes etwa 200 TeilnehmerInnen zählte. Sehr viele PassantInnen klatschten beifall, gingen immer wieder in der Demo mit.
Als die Demo auf den Stephansplatz einbiegen wollte, stellte sich eine Reihe behelmter WEGA-PolizistInnen vor die protestierende Menge. Es sollte wohl nicht zugelassen werden, dass all die TouristInnen die Kritik wahrnahmen. Nichtsdesdotrotz schaffte es die Demo nach ein wenig Rangelei auf den Stephansplatz. Geholfen hat da wohl auch die Solidatität der PassantInnen - der Mord an Florian war schliesslich den ganzen Tag über Gespräch bei so ziemlich allen Menschen, und nicht wenige finden es dermassen arg, dass jetzt sogar schon 14jährige abgeknallt werden. "Polizia - ASSASINI!" Sowie "Hass wie noch nie, all cops are bastards, ACAB!" war lauthals aus vielen Kehlen auf den Stehpansplatz zu hören.


Die Wego stoppt die Demo vor dem Stephansplatz. Vergeblich - "Wessen Strassen? UNSERE STRASSEN!" wird daraufhin gerufen.

Ein aufdringlicher Zivibulle wollte die Demo "beruhigen". So hat er ausgeschaut
Durch die Herrengasse ging die Demo weiter zum Innenministerium. Dorthin, wo die Befehlszentrale der österreichischen Polizei liegt und wo man derzeit den Morda an Flo entweder als Betriebsunfall oder legitime Notwehr derstellen will. Dass Flo wohl beim Laufen in den Rücken geschossen wurde, versucht die Polizei durch das ständige Abschieben der Verantwortung an Staatsanwaltschaft und Ähnliche abzuwetzen. Ein Mord an einem 14jährigen wird nicht als Mord bezeichnet, sondern als Symptom des Mangels an Schiessausbildung von PolizistInnen.
Dorthin solls also gehen - zu noch besser ausgebildeten PolizistInnen. Die noch genauer schiessen können, noch härter zuschlagen und noch besser Töten.
Ganz vergessen wird dabei, dass tausende Menschen in Österreich mit einer Knarre rumrennnen und nicht nur potentielle MörderInnen sind - sie haben schon zu viele erschossen, zu tode Gefoltert, erstickt...
Die heutige Demo wird wohl nicht die einzige der nächsten Zeit bleiben. Der Schock sitzt zu tief, die Wut ist zu gross. Lasst euch was einfallen für die nächsten Tage: Kommt mit Schraubenziehern auf die Demos, schreibt euch "schiess doch, Bulle!" auf die T-Shirts, sprüht Graffitis gegen die Polizei, macht militante Aktionen. Wut und Trauer lassen sich nicht einfasch abknallen.
Zitat: "Kommt mit
Zitat: "Kommt mit Schraubenziehern auf die Demos, schreibt euch "schiess doch, Bulle!" auf die T-Shirts, sprüht Graffitis gegen die Polizei, macht militante Aktionen."
Nur zur Information
:Derartige Aufrufe zu kriminelle Handlungen sind gerichtlich strafbar!
Hass wie noch nie!
Ich schrei "solche" Sprüche mit, wo liegt genau dein Problem?
Am besten mit Faschos und Bullen Cafe drinken gehen, und über ihre Probleme quatschen, oder? Mensch kann doch über alles reden. Wie die WEGA Leute gestern wieder einmal mit Begeisterung in die Menge geprügelt haben, natürlich alles unsere Schuld. Wir hätten ihnen doch einfach Blumen schenken können, oder?
So ein Schwachsinn, echt unglaublich! Nieder mit der Polizei!
Hass?
"Hass wie noch nie". Wer lässt sich denn derart absurde Sprüche einfallen und vorallem, wer schreit sie mit? Will man sich mit solchen Verbalradikalismus (der mich persönlich eher an rechtsextreme Kreise erinnert) von den vermeintlichen "PazifistInnen" abgrenzen, die hier ja schon auf eine Stufe mit der Polizei gestellt werden (sic!)?
bitte auf das niveau achten
elbst in den polizeieigenen Regeln heisst es, dass es ein unangekündigter Schusswaffengebrauch nur in Fällen der Notwehr/Nothilfe gestattet ist. Die Verhältnismäßigkeit muss auf alle Fälle gewahrt blieben.
Ich habe keine Lust, eine Diskussion unterhalb diesem Niveau zu führen.
kommentare, die unter diesem Mindestniveau sind,werden und wurden versteckt!
Interessant auch wieder mal
Interessant auch wieder mal die Reaktion zweier PazifistInnen auf die Auseinandersetzung mit der Wega (zb. die blonde Frau auf dem Bild neben dem Zivilbullen,- wo sie auch hingehört...).
Beschimpfen in dieser Situation die DemonstrantInnen wegen angeblicher Gewalttätigkeit, und beteiligen sich aktiv am Zurückdrängen der Leute.
Wie habens BUT ALIVE... in den 90ern so treffend formuliert:
"Die größte Waffe der prügelnden Faschisten, ist die Gewaltlosigkeit der frommen Pazifisten."
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Doch da gibt es noch was
Doch da gibt es noch was hinzuzufügen:
"Left wing violence, right wing violence, all seems much the same,
Bully boys out fighting, it's just the same old game." -Crass
Ich weiß nicht was da auf der Demo los war, ich bin nur der Meinung, das jede (politische) Anwendung von Gewalt Herrschaftsverhältnisse erzeugt statt umzustürzen (Das gilt natürlich auch für selbst ernannte "Pazifisten").
Und für die Faschisten waren die prügelnden Gegener immer noch hilfreicher als die Stumme Masse, jeder der Gewalt anwendet bestärkt ihre Propaganda!
!ANARCHO-PAZIFISMUS!
nachdem die vorkommnisse
nachdem die vorkommnisse wahrscheinlich auch durch einen lokalaugenschein nicht restlos geklärt werden können steht wohl aussage gegen aussage. wem soll man mehr glauben? einem mehrfach vorbestraften! rumänisch stämmigen einbrecher oder zwei rechtschaffenden polizisten mit jahrelanger erfahrung? also mir fällt da die entscheidung nicht schwer!
Und für die Faschisten waren
Und für die Faschisten waren die prügelnden Gegener immer noch hilfreicher als die Stumme Masse, jeder der Gewalt anwendet bestärkt ihre Propaganda!
1. es tut mir leid, aber ich muss es sagen: das ist doch quatsch. WÄREN die leute damals aufgestanden gegen die faschos, WÄRE die geschichte anders verlaufen. ALLERDINGS: warum sind sie mehrheitlich nicht aufgestanden? - weil sie auch faschos waren im geiste. und die anderen, die doch was auszusetzen hatten, die haben mit dem pazifismus auf was falsches gesetzt. 'wird schon werden ...' aber die die faschos kennen keinen pazifismus.
2. wenn ich die bezeichnung FASCHO in den mund nehme, dann meine ich faschist/innen. die sind v.a. ein HISTORISCHES phänomen, heute spielen sie - das ist eine tatsache - nur eine nachgeordnete rolle. womit wir es heute zu tun haben, sind DEMOKRATEN und DEMOKRATINNEN. wer demokrat/innen und ihren brutalen nationalismus als faschos/faschismus bezeichnet, der tut so, als ließe sich die ganze scheisse zurückführen auf eine historische phase, die eben immer noch nachwirkt. AUSGEBLENDET bleibt dabei, dass es in vielerlei hinsicht keinen unterschied gibt zw. demokrat/innen und faschos. dass es DIESE DEMOKRATIE ist, die die menschen abschiebt. dass es DIESE DEMOKRATIE ist, die diese POLIZEI benötigt. u.s.w.
http://fhuisken.de/DemFasch.htm
Kundgebung/Flashmob
Morgen, Freitag, findet in Salzburg eine Kundgebung in Form eines Flashmobs statt.
Ort: Polizeieinsatzzentrale Rathaus (Bushaltestelle Rathaus/Staatsbrücke)
Treffpunkt: Alter Markt; 17.45 Uhr.
transpis usw nicht vergessen!
Farbanschlag auf österreichisches Konsulat in Basel
Soeben haben wir aus Solidarität mit dem getöteten und dem verletzten Jungen sowie den Angehörigen einen kleinen Farbanschlag auf das österreichische Generalkonsulat im Basler St. Alban-Quartier verübt.
Das Gebäude hat nun einige rote Flecken und einen kleinen Schriftzug. Wir wollen den Tod des Jungen nicht instrumentalisieren, aber unsere Wut auch nicht herunterschlucken, deswegen die bescheidene Botschaft:
RIP Florian P
Totschlag durch den Staat DARF es nicht geben!
schließe mich dem aufruf zu
schließe mich dem aufruf zu 100 prozent an. no justice no peace - fight the police.
[ziemlich offtopic: das sw-foto ist wirklich ein hammer, gratuliere, das ist reportagefotografie vom feinsten.]
Polizeigewalt in Berlin
Im Berliner Vorort Schönfließ wurde Dennis J. am 31.12.2008 von einem Zivilfahnder erschossen. Jetzt gibt es eine Kundgebung mit Hiphop Konzert deswegen http://de.indymedia.org/2009/08/257477.shtml
Im Juli fand auch eine Demo statt http://de.indymedia.org/2009/07/255947.shtml
und Bericht über eine Spontandemo http://de.indymedia.org/2009/01/240661.shtml
Insgesamt tut sich die linke Szene schwer auf sowas zu reagieren.
Um das Thema am kochen zu halten müsst ihr ständig daran arbeiten.
Solidarische Grüsse aus Berlin