Alpenfestung schleifen

gepostet am 20. Juni 2009 - 20:24 von anonymous

Bericht über die Gegen-Aktivitäten zum Burschenschaftskommers

Heute Samstag (20.6.09) war Innsbruck Schauplatz zahlreicher Gegenaktivitäten zum zeitgleich stattfindenden Kommers deutschnationaler, rechtsextremer Burschenschaften.
Den Auftakt bildete ein antifaschistisches Straßenfest am Fuße des Bergisel, auf dem Korporierte um 15:00 Uhr eine Andreas Hofer Gedenkfeier abhielten. Mit zwei Bands, Djs und Djanes sollte der einschlägigen Veranstaltung eine „etwas andere“ akustische Untermalung garantiert werden. Zudem gab es am Straßenfest zahlreiche Informationsstände, die zur kritischen inhaltlichen Auseinandersetzung mit der politischen Geschichte Österreichs und der Rolle der Burschenschaften einluden.
Über Aktivitäten von Rechtsextremisten gab es nur vereinzelte Meldungen. So versuchten zwei mit Baseballschlägern bewaffnete Personen das antifaschistische Straßenfest anzugreifen und es wurden immer wieder Neonazis beobachtet, die einschlägige Infomaterialien verteilten.
Gegen 17:00 Uhr startete der Demozug mit ca. 450 Menschen in Richtung Innenstadt. Die Demo skandierte Slogans wie „Es lebe der Verrat, an Vaterland und Staat“, „Freiheit entsteht aus Kämpfen der Bewegung, für mehr Staatszerlegung“, „Hoch, hoch, hoch die PartisanInnen“ oder „Für die Freiheit, für das Leben, Burschis von der Straße fegen“. PassantInnen wurden über Inhalte der Demonstration informiert und solidarisierten sich zahlreich.

An der Universitätsstraße suchten Nazis Stress und wurden daraufhin angeblich mit Dosen und Feuerwerkskörpern beworfen. Die Polizei schritt ein, zerrte an den Transpis, es gab aber keine weiteren Festnahmen.
Das offizielle Ende des Demo-Zuges fand gegenüber der Messehalle statt, dort trafen sich die Autonome und die „bürgerliche“ Demo, zu welcher die „Plattform gegen Rechtsextremismus und Rassismus“ aufgerufen hatte, zu einer Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen. Unter anderem sprach die Zeitzeugin Rosa Hirschmann, anschließend gab es Konzerte und ein Straßenfest. Auch eine „Kunstkacke“- Performance fand auf diesem Platz statt, zynische Stimmen zur Traditionspflege und zu Andreas Hofer wurden hierbei verlautet.

Grüppchen von Burschis werden auf dem Weg zur Messehalle von Antifaschist_innen immer wieder aufgegriffen - die Polizei verhält sich weitgehend ruhig. Anschließend wurden ca 20 DemonstrantInnen vor der Polizeidirektion, in einem Kessel festgehalten. Es wird ihnen "Diebstahl" EINES Burschi Kapperls vorgeworfen. Es wurden Personaliender Eingekesselten aufgenommen. Gleichzeitig solidarisierten sich etwa 200 Personen mit den Leuten im Kessel. Die Polizei ging extrem aggressiv gegen die DemonstrantInnen vor und prügelte auf die Leute ein, eine Person wurde festgenommen und in Handschellen abgeführt!
Inzwischen wurde ein zweiter Kessel zugezogen in dem sich nach Meldungen 50 Menschen befanden. Ein Zivi-Greiftrupp schnappte sich eine Person aus dem Kessel heraus. Anschließend wurden die Leute im Kessel einzeln abfotografiert und nach Personalienfeststellung frei gelassen.
Ein dritter Kessel bei der Universitätsstraße wurde zugezogen und die rund 15 Personen perlustriert und abfotografiert.

Trotz massiver Polizeirepression war es eine große, laute und entschlossene Demo, bei welcher der antifaschistische Widerstand, gegen das Gedenken der Schlacht am Bergisel, auf die Straße getragen wurde!

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Ticker: 19. und 20. Juni

Bilder: