MQ: Eindrücke vom Protestsaufen
Am Samstag gab es das erste Protestsaufen gegen die neue restriktive Hausordnung unter dem Aufhänger: "Verbot von Dosenbier!" im MQ. Gekommen waren viele: Der zentrale Platz zwischen MUMOK und Leopold war dicht belegt, die Stiegen gut besetzt, und selbst draußen, auf dem Platz vor dem MQ fanden sich einige Menschen ein. Die Stimmung war sehr chillig und hatte irgendwas festivalmässiges. Es wurde getrommelt, Gitarre gespielt, getrunken, einige Menschen in Bodypaint-Outfit tanzten, ein schwarz Vermummter und ein Superheld sammelten Müll ein, Grüne und AG versuchten sich in Szene zu setzen, was ihnen allerdings dank des bunten Treibens eher misslang,....
Polizei war keine zu sehen, dafür gab es wieder einige Securities, diesesmal ohne Schlagstöcke oder Maglites, dafür mit T-Shirts, auf denen sie sich selbst "Gästebetreuer" nannten. Diese versuchten nichtsdestotrotz vereinzelt, Leute mit Fahrrädern (Fahrradfahren im MQ verboten) nicht auf das Gelände zu lassen, doch es blieb beim Versuch. Das Wasser aus dem Becken wurde ausgelassen(das Planschen ist laut neuer Hausordnung verboten), und wurde so kurzerhand zur Liegewiese umfunktioniert.
Als politisch aktiver Mensch mutest es etwas komisch an, dass zu einem eher unwichtig Thema sich so leicht und kurz so viele Menschen mobilisieren lassen. Doch einerseits ist das klar, sagt doch schon ein altes Sprichwort, dass einem das Hemd näher ist als der Rock, und andererseits geht es um viel mehr als das Dosenbier. Verboten ist auch das Fremdflyern, Radfahren, Straßenzeitung-Verkaufen,... Außerdem geht es generell um die Nutzung öffentlicher Räume, um Kommerzialisierung und Vertreibung, als auch um Verbote generell.
Auffallend war auch, dass die üblichen Demo-Utensilien wie Transpis, ewig lange Reden,... fehlten. Unpolitisch oder gelungene Mischung aus Party und Protest mit anderen Ausdrucksformen?
Auf jeden Fall geht es weiter: Nexten Samstag, um 18:00, findet das nexte Protestsaufen statt.
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