Klagenfurt/Celovec: Ulrichsberg, Naziläden und Antifa-Actions

gepostet am 6. September 2008 - 13:23 von Autonome Antifa Celovec

Während die klagenfurter Polizei davon spricht, es gäbe in der Stadt "keine Neonaziszene", gab es in letzter Zeit in Klagenfurt/Celovec immer wieder übergriffe von Nazi-Schlägern. Erst vor ein paar Tagen mussten einige linke Jugendliche wegen eines Naziüberfalls ins Krankenhaus.
Daneben gibt es in der kärntner Landeshauptstadt auch zwei seit Jahren bestehende Naziläden. Kein Wunder also, dass sich klagenfurter Jungfaschos erdreisten, während den Antifa-Aktionstagen gegen das rechtsextreme Ulrichsbergtreffen eine Demo anzukündigen.
Die Antifa schläft aber nicht und kündigt Aktionen an.

"Du scheiss Punk, i mach di fertig!"

Vor einigen Tagen wurden drei antifaschistische Jugendliche Opfer eines Neonazi-Übergriffs. Es geschah in der Nacht, in der Osterwitzgasse, vor dem Lokal "Kent Kebap". Die Jugendlichen mussten teilweise mit Gehirnerschütterungen ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem die Neonazis minutenlang auf sie eindroschen. Anzumerken ist hier, dass keiner der PassantInnen auch nur ansatzweise eingriff. Zwar schaffte es die Polizei kurz danach zwei der Angreifer festzunehmen, ob das der klagenfurter Naziszene aber auf dauer schaden wird, ist stark zu bezweifeln.

Laut Polizei gibt es in Klagenfurt/Celovec nämlich "keine Neonaziszene". Diesen Spruch konnte man 13.5. auf der Page des kärntner ORF lesen, nachdem zwei Neonazis einen obdachlosen krankenhausreif prügelten. (siehe hier: http://kaernten.orf.at/stories/277440/). Schon zuvor gelangten Übergriffe an die Öffentlichkeit, als zB. am 12.4. zwei Jugendliche am Domplatz von Nazis attackiert wurden. Die Polizei wollte hier anfangs nicht einmal eine Anzeige aufnehmen, erst als einer der jugendlichen seinen Vater mit auf den Posten nahm, rührte sich etwas... (siehe hier: http://kaernten.orf.at/stories/270412/)
Neben diesen dokumentierten Fällen gab es in den letzten Monaten noch eine reihe undokumentierter Übergriffe von Neonazis in Klagenfurt.

Voll bepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen...

Wer sich als Jungnazi in Klagenfurt/Celovec mit Szene-Klamotten, AUfnähern und ähnlichem Krimskrams eindecken will, braucht gar nicht bei irgendwelchen Nazi-Versänden zu bestellen. Schliesslich gibt es in der Innenstadt zwei Naziläden, die so einiges verkaufen. Zum einen wäre das der "US Army Shop" am Benediktinerplatz. Hier gibt es zum Beispiel die neonazistische Kleidermarke Thor Steiner zu kaufen. Ausserdem so einiges an Nazi-Aufnähern, Stickern, und und und. Ein paar Beispiele gefälligst? Folgende Bilder sind alle von der Page des Ladens geklaut:


Sozusagen gleich ums Eck befindet sich schon der zweite Naziladen, der "Ami Shop" in der Lydmanskigasse 8. Hier gibt es neben diversen Wehrmachts-Shirts, "Ich bin Stolz Österreicher zu sein"-Aufnähern und Nationalfahnen auch die Neonazi-Kleidermarken Thor Steiner und Doberman Deutschland.
Geschäftsführerin des "Ami Shops" ist Susanne Hager.

"Thor Was, Doberman Wie?!"
Die beiden angesprochenen Kleidermarken sind in der Neonaziszene schon seit Jahren beliebtes Mittel zum ausdrücken der Gesinnung. So kämpfen antifaschistische Gruppen schon seit Jahren gegen die Verbreitung von "Thor Steinar". Über Doberman Deutschland schreibt wikipedia:
"Für rechtsextremistische Träger das Gegenstück zur sich von Rechtsextremismus distanzierenden Marke „Pit Bull Germany“. Hergestellt werden T-Shirts, Pullover, Aufnäher, etc. Der Inhaber der Marke „Doberman Deutschland“ ist der Geschäftsmann Werner Kahl. 1981 stand er vor Gericht, weil er im Namen einer "Rassistischen Liga" zwei Sprengstoffanschläge mit selbstgebauten Sprengsätzen auf Migranten verübt hatte. Aufgrund von Hehlerei mit gestohlenen Waffen wurde er 1984 verurteilt."

Und dann war da noch der Ulrichsberg

Tja, am 21. September findet in Klagenfurt/Celovec bekanntlich das rechtsextreme Ulrichsbergtreffen statt. Dort finden, gehätschelt von fast allen im Parlament vertretenen Parteien, eine feier für die "Helden" der beiden Weltkriege statt. Seit Jahren pilgern auch schon die verschiedensten rechtsextremen Gruppen auf den Berg und ergeben sich einem Huldigungsritual für die Nazi-Mörder.
Auf verschiedenen Neonazi-Pages wird schon seit Wochen zum Ulrichsbergtreffen hinmobilisiert. Und dies hat die klagenfurter Neonazi-Szene wohl dazu veranlasst, offensiver aufzutreten. So sind derzeit einige Neonazi-Sticker in den Innenstadt zu sehen bzw. zu überkleben, einer davon kündigt sogar eine Demonstration an, bezeichnenderweise einen Tag vor dem Ulrichsbergtreffen.

Wie in den letzten Jahren auch organisieren Antifaschistische Gruppen, die sich im "AK gegen den Kärntner Konsens" zusammengeschlossen haben auch dieses jahr ein antifaschistisches Wochenende in Klagenfurt/Celovec. Am 20. September soll am alten Platz ja auch ein antifaschistischer Stadtspaziergang stattfinden. Was von den vollmundigen Ankündigungen der Neonazis übrigbleibt, steht noch in den Sternen.

Die Antifa in Celovec schläft aber natürlich auch nicht. Für nächsten Donnerstag, den 11.9. ist eine antifaschistische Demonstration durch die klagenfurter Innenstadt geplant. Sie wird auch an den zwei erwähnten Naziläden vorbeigehen und die Problematik einer Neonazi-Szene in Celovec thematisieren. Und natürlich dient die Demo auch zur Vorbereitung gegen das Antifa-Wochenende gegen das Ulrichsbergtreffen zwischen dem 19. und 21. September. Mehr Infos dazu gibts auf www.u-berg.at

Im Anhang zu diesem Artikel gibt es übrigens noch das Plakat und den Sticker zur dem als download. Selber ausdrücken und verteilen ist natürlich erwünscht!

Ergänzungen

Demo 11.9.08

Ich wusste nicht, dass es diese Homepage gibt bzw. dass wir auch zum Ami-Shop gehen sollten, denn dann wär ich gar nicht erst mitgegangen. Ich unterstütze zwar die Antifa, aber diese Aktion war nicht in Ordnung. Wir sollten uns alle bei der Sue entschuldigen, denn sie ist ein voll lieber Mensch und immer für eine joke zu haben. Diesen Angriff hat sie nicht verdient!!!!

Das stimmt!!

Da geb ich dir recht!! Die Susi ist voll korrekt und ist die neutralste Person überaupt!! Ich geh immer sehr gerne bei ihr einkaufn und manchmal bin auch nur zum Quatschen drinnen!! Zieht sie da nicht mit rein, denn das wär einfach nur unfair!! Trotzdem finde ich auch, dass die Demo sehr wichtig ist!!

Hey Hey Hey

Easy hey ... die Tante Sue aus dem Amishop hat zur Mehrheit Punka als Kunden. Zieh doch den Laden nicht mit rein hey, wir alle waren schon ewig lange bei Ihr coole Sachen holen. Hab noch nie Nazis gesehen dort. Die hat übrigens echt fette Buttons. Ich würde mal den Laden da rausstreichen, weil Du da eine gute Freundin unserer Szene in die Nazi Scheisse reinziehst. Das kannst Du nicht bringen. Freue mich auf die Demo, is dringend notwendig!

struprecht rulezzz

Das ist gut die Demo in St.Ruprecht zu starten. das ist die No-go area fuer Nazis in Klagenfurt. St.Ruprecht = BALKAN !

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