Linz: Kundgebung für TierrechtsaktivistInnen und gegen §278a
Demonstration und Kundgebung in Linz
An die 100 Personen, begleitet von einem verhältnismäßig großes Aufgebot der Polizei, spazierten am 2.Juli über die Linzer Landstraße um für die Freilassung der 10 inhaftierten TierrechtsaktivistInnen und gegen die Kriminalisierung von politischen Engagement nach §278a zu demonstrieren. Mit vielen Transparenten, Schilder, in weißen Overalls aneinandergeketteten AktivistInnen, die die inhaftierten politischen Gefangen repräsentierten, und einer hervorragenden Band machte die Veranstaltung bunt und laut auf ihre Anliegen aufmerksam.
Anlehnend an den Bericht über die Anti-G8 Demonstration in Tokio (http://austria.indymedia.org/node/10679) möchten auch wir die Demo in Linz als „komisch“ bezeichnen. Die Aufgabe der zahlreich vertretenen ExekutivbeamtInnen war es in erster Linie, den Verkehrsfluss auf Österreichs zweitwichtigster Einkaufstraße zu gewährleisten. Da der Straßenbahnverkehr auf dieser Straße nur zu ganz besonderen Anlässen, deren es gar nicht so wenige gibt (1.Mai, Pflasterspektakel, Volksmusiktreffen, ÖTB Umzug, Skistarsempfang am Hauptplatz), unterbrochen wird, heute aber nicht, ergab sich die ebenso absurde Situation, wie im Konsumtempel Shinjuku (Tokio). Bei jeder vorbeifahrenden Straßenbahn wurden die DemonstrantInnen auf die Seite befohlen und auf den Gehsteigbereich gedrängt. Dies führte dazu, dass der Demozug oft zerrissen wurde. Es fiel auf, dass ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt auch eine unbesetzte Garnitur durch die Landstraße geschickt wurde. Im Normalfall handelt es sich dabei um Übungsfahrten.
Da es bei der Landstraße, eine bizarre Mischung aus Fußgängerzone, Einkaufsparadis und Hauptverkehrsachse, um den einzigen Raum in Linz handelt, indem urbane Öffentlichkeit stattfindet, musste seitens der OrganisatorInnen auf die Auflage, den Straßenbahnverkehr nicht zu behindern, eingegangen werden. Die simple Unterwerfung einer demokratischen Meinungsäußerung unter den Aspekt der Verkehrsflüssigkeit und die damit einhergehende Disziplinierung erscheint uns als Degradierung zu einem Verkehrshindernis und als Verhöhnung zivilgesellschaftlicher Forderungen.
Vor der Kleider Bauer Filiale wurde auf die Rolle dieses Unternehmens im Pelzgeschäft hingewiesen. Die Polizei riegelte mit einem Spalier aus Uniformierten und einem Einsatzwagen das Geschäft ab, bis sich die friedliche Demonstration zum Taubenmarkt hin weiterbewegte. Dort wurde eine Abschlusskundgebung mit Reden und Musik abgehalten, wobei der Taubenmarkt als eine Art Bühne benutzt wurde, indem die AktivistInnen ihre Transparente, Schilder und Kostümierungen in eine Richtung präsentierten. Dadurch ergab sich ein eindrucksvolles Bild. Die Stimmung war friedvoll und positiv und es konnten viele PassantInnen auf die Thematik aufmerksam gemacht werden.
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