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Presseerklärung der Rechtshilfe zur Repressionswelle

Article

Date

21.5.2008., 22:21

Updated

23.5.2008., 20:28

Name

Rechtshilfe

Am 21.5.2008 stürmten WEGA Beamte um ca. 07:00 Uhr mehrer Wohnungen in Wien. Einige der teilweise noch schlafenden BewohnerInnen wurden mit gezogenen Waffen in ihren Betten geweckt. Betroffen von den Hausdurchsuchungen waren mindestens vierzehn Menschen in Österreich. Die meisten leben in Wien und Graz, auch in Tirol wurde eine Wohnung durchsucht.

Bei mehreren Wohnungen wurden die Türen von Beamten der WEGA eingetreten. Wie in schlechten Hollywood Filmen stürmten die Beamten die Wohnungen. Erst nachdem die BewohnerInnen eingeschüchtert, "gesichert" an die Wand gestellt bzw mit Handschellen versehen wurden, machten sich Beamte der Kriminalpolizei an die Durchsuchungen.

Begründung für die Hausdurchsuchungen ist der Vorwurf der Bildung einer kriminellen Organisation gemäß §278a StGB. Gegen zwölf Personen, bei denen Hausdurchsuchungen stattgefunden haben, liegen Haftbefehle vor. Begründet werden diese mit Verdunkelungsgefahr, da die Betroffenen zb mit verschlüsselten Mails kommuniziert haben sowie Tatbegehungsgefahr, weil die Betroffene teilweise seit langem in der Tierrechtsszene aktiv sind. Beide Argumentationsstränge stehen in eklatantem Widerspruch zur Unschuldsvermutung. Vollkommen willkürlich wird eine kriminelle Organisation konstruiert, die für sämtliche unaufgeklärte Straftaten der letzten Jahre verantwortlich gemacht wird. Die Vorwürfe werden mit keinerlei Beweisen bekräftigt, im Gegenteil: die Exekutive erhofft sich scheinbar durch die Hausdurchsuchungen Hinweise auf Bestätigung ihres Tatverdachts. Dieser dh die Bildung einer kriminellen Organisation kann bislang und auch in Zukunft weder mit Indizien noch sonstigen wagen Vermutungen untermauert werden.

Die Betroffenen wurden aus ihrer Wohnungen direkt in das Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände überstellt und werden in den nächsten 48 Stunden der HaftrichterIn vorgeführt. Bei den Hausdurchsuchungen wurde dem Großteil der Betroffenen der Anruf bei einer Vertrauensperson oder einer RechtsvertreterIn verwehrt. Auch FreundInnen, die nach dem Rechten sehen wollten, wurde ein Gespräch mit den Betroffenen verweigert.

Die Verhältnismässigkeit der Amtshandlung war nicht gegeben. Das frühmorgendliche Erstürmen von Wohnugen durch vermummte WEGA Beamte mit gezogener Waffe muss als vollkommen überzogen bezeichnet werden.

Es bleibt offen, was der konkrete Anlass für diese Einsätze ist. Es gilt anzunehmen, dass Zeitpunkt und Umsetzung dieser Einsätze politische Hintergründe haben. Auf jeden Fall wird missliebiger politischer Aktionismus kriminalisiert und verunmöglicht. Sollte diese offensichtlich von oben verordnete Repressionswelle unhinterfragt bleiben, wird dies auch anderen Widerstandsformen und Aktionsbereiche treffen.

Die Repression gegen linke Strukturen hat mit der heutigen Hausdurchsuchungs- und Verhaftungswelle einen neuen Höhepunkt erreicht. Hausdurchsuchungen mit vermummten WEGA-Beamten, die Türen eintreten und Schlafende mit gezogenen Waffen wecken, sind in den letzten Jahren nicht gegen die radikale Linke eingesetzt worden. Das letzte Mal wurde eine ähnliche Hausdurchsuchung im EKH nach der Opernballdemo 2001 durchgeführt.

Ein solches Auftreten der Behörden setzt nicht nur auf Einschüchterung der Betroffenen. Auch FreundInnen und andere politisch aktive Menschen sollen dadurch verängstigt werden. Durch überzogene und teilweise brutale Polizeieinsätze soll vermittelt werden, dass sich Widerstand nicht lohnt. Wir dürfen uns nicht vereinzeln lassen. Gemeinsam können wir über unsere Ängste sprechen und Strategien entwickeln, wie wir damit umgehen können.

Solidarität mit den von der Verhaftungswelle Betroffenen ist gefragt. Egal ob du vegan, feministisch, antifaschistisch, gegen Überwachung, Atomkraft oder Polizeigewalt bist - gemeint sind wir alle, auch wenn es momentan nur ein paar wenige getroffen hat!
Die Leute im Knast brauchen unsere Unterstützung und Solidarität. Die Rechtshilfe kümmert sich um AnwältInnen und Medienarbeit - werdet auch aktiv!

Organisiert Solipartys, spendet für die Rechtshilfe, vernetzt euch, informiert euch über eure Rechte, beschäftigt euch mit Aussageverweigerung und euren Rechten im Falle einer Hausdurchsuchung!

Infohotline für Betroffene, FreundInnen, Familie: 0650/5926791
antirep2008@gmx.at

Am 26. Mai 2008 um 10:00 Uhr wird eine Pressekonferenz der Rechtshilfe im Presseclub Concordia Bankgasse 8
A-1010 Wien stattfinden.

Kommentare

Militante Selbstbefriedigung...

Hat mich immer schon gewundert, dass die ganzen Sachbeschädigungen die durch Tierschützer begangen wurden nie nennenswerte Strafverfolgung nach sich gezogen haben.
Das hier jetzt Repression folgt sollte hoffentlich den meisten klar machen, dass eine derartige Praxis nichts bringt. Vermutlich müssen das jetzt einige im Gefängnis lernen...

Solche Aktionen von der

Solche Aktionen von der Polizei zeigen wohl eher, dass es doch etwas bringt und sie Angst bekommen haben. Und mal abgesehen davon haben sie ja noch keine Beweise geliefert!

Scheint, dass die Polizei

Scheint, dass die Polizei mangels konkreter Vorwürfe auf Einschüchterung und Repression zurückgreifen muss. Interessant ist auch, dass das Gerichtsverfahren für die Öffentlichkeit unzugänglich ist (wie aus den Mainstream-Medien zu erfahren war).

Antideutsche Denunzianten !

Findet ihr es nicht komisch ,das in Jungle World vorher so Tierkillercomics veröffentlicht werden ? Sie machen die Tiere fertig ,mit Ankündigung ,weil sie sonst keine Frau abkriegen oder so.Wie heißen denn die Betroffenen ,Öffentlichkeit ? was man im Gefängnis lernen kann ist sitzen ,hm ?

Den Umgang

Und das Diskursiv runtergemachte Gruppen für die Polizeio vogelfrei sind und ein ungeheuer populistzischer Anpaßungsdruck enbtsteht ,das die Szenen für ihren Erhalt Opfer machen (würden ) ,das wißt ihr auch ,hm ? die Comics sind eine ABSCHUßLISTE ? Für Großwild ? Alles andere unter der Dachorganisation ? Igitt ,Kinderschänder !

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