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Stellungnahme zur Demonstration vom 9. November

Stellungnahme zur Demonstration vom 9. November

Am 9. November beteiligte sich eine relativ lose und heterogene Gruppe von
AntifaschistInnen an einer Demonstration gegen Rassismus und Faschismus,
zu welcher hauptsächlich diverse K-Gruppen und trotzkistische
Splittergruppen aufgerufen hatten. Im Rahmen der autonomen Mobilisierung
wurde die Notwendigkeit einer Sensibilisierung angesichts des historischen
Datums deutlich. Im Zuge des Aufrufs sich am autonomen Block zu beteiligen
wurde eine adäquate Aktionsform inhaltlich und strategisch diskutiert und
umgesetzt. Einen weiteren noch ausführlicher zu besprechenden Punkt
betrifft
inhaltliche und aktionistische Diskrepanzen mit diversen Bündnisgruppen.

An dem Tag des Gedenkens der Novemberpogrome finden in Wien mehrere
Veranstaltungen statt, deren historische Notwendigkeit sich bis zum
heutigen Tag nicht übersehen lässt. Einerseits ist die Kontinuität des
offenen und strukturellen Antisemitismus und Rassismus bittere Tatsache,
andererseits zelebrieren rechtsextreme und neonazistische Verbände an
jenem Tag unter dem Vorwand der Feier des Falls der deutschen Mauer. Wir
wussten, dass solche Feierlichkeiten an diesem Tag in der Burschenschaft
Olympia (Gumpendorferstraße 149) und im Fritz Stüber Heim (Koppstraße 72,
16. Bezirk) stattfinden, was durch die Anwesenheit besagten Rechtsextremer
bestätigt wurde.

Genau deswegen haben wir uns für die Aktionsform des autonomen Blocks
entschieden, da dieser kollektive Selbstschutz angesichts der
tatsächlichen Gefahr einer Identifikation von Seiten der Polizei und Nazis
notwendig war. Ein Ziel war es, durch das geschlossene Auftreten ein
kollektives Agieren möglich zu machen und nicht ein 90er Jahre
Antifa-Streetfighter Gehabe zu reproduzieren. Im nach hinein sind wir uns
der Tatsache bewusst über unser Ziel hinausgeschossen zu sein und uns
nicht klar genug vom Macker Streetfigter gehabe abgegrenzt zu haben. Uns
ist natürlich bewusst, dass wir durch diese Formation
uns in einer Reproduktions- und Assoziationsschleife befinden.
Aufgrund der historischen Ereignisse an diesem Tag war es nicht unsere
Absicht, Bilder eines wütenden Mobs zu reproduzieren, sondern gezielt
lediglich an oben genannten Stellen gegen Rechtsextreme einzig mit
Farbbeuteln und Gemüse vorzugehen. Bereits im Vorfeld und Rahmen der
Mobilisierung wurde fixiert, dass am 9. November keine Fensterscheiben
wahllos zu Bruch gehen, ebenso wenig waren wir an Sachschäden und
Körperverletzungen Unbeteiligter interessiert.

Die Kritik an der Teilnahme eines autonomen Blocks auf einer
Bündnisdemonstration, wurde vor und nach der Vorbereitung diskutiert. Der
ausschlaggebende Grund war, dass das Bündnis von Gruppen unterstützt wird,
die sich nicht klar vom Antisemitismus abgrenzen. Doch leider war die
Auseinandersetzung Sicherheit zu wenig geführt und die inhaltliche
Positionierung wurde zu wenig deutlich ausgearbeitet. Entgegen manchen
RednerInnen, handelt es sich beim Faschismus um keine von „Oben“, also von
der Regierung oder dem Führer ins Bewusstsein oder Verlangen des
Proletariats oder der Bevölkerung gebrannte Ideologie. Es ist eine
Verdrehung der historischen Tatsachen aus den TäterInnen Opfer zu machen,
um dadurch Menschen ihre Eigenverantwortung und die Pflicht sich der
Barbarei zu widersetzen zu nehmen.

Volk und Nation sind homogenisierende Konstruktionen, die jene Mechanismen
hervorbringen die antisemitische und rassistische Ausgrenzung produzieren
und nötig sind um etwas wie den Nationalsozialismus möglich zu machen.

Es gibt keinen Frieden mit Österreich! Nie wieder Deutschland!

einige aus dem autonomen Block
 
 

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