Anderes
Solidaritätsaktion in Innsbruck für die Aufständischen in Oaxaca
Auch in Innsbruck fanden kleinere Aktionen statt, die einerseits Solidarität mit Oaxaca zeigen sollten und andererseits darauf kritisch aufzeigen wolten, dass dieses Ereignis in den öffentlichen Medien keinen Platz hat. (fotos werden nachgereicht)
Mehrere AktivistInnen plakatierten in der Nacht vom 19. auf den 20. November Zeitungsartikel über die Geschehnisse in Oaxaca in der Innsbrucker Innenstadt. Die Artikel wurden auf verschiedenen häufig frequentierten Plätzen angebracht, um so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden, da die öffentlichen Medien dieses Ereignis wohl für die Verbreitung unter einer breiteren Masse von Menschen unwürdig befanden. (Artikel s.u.)
Außerdem wurde ein großes Transparent mit der Aufschrift "Gegen die Ignoranz der Medien - Solidarität mit den Aufständischen in Oaxaca" an der aufgelassenen Brücke der ehemaligen Hungerburgbahn angebracht, von wo aus es noch bis zum frühen Nachmittag von den vorbeifahrenden Autofahrern gesehen und gelsen werden konnte. Öffentliche Aktionen wie eine Kundgebung gab es aufgrund der Befürchtung, sich mit einer zu geringen Beteiligung nur unnötig Repressionen auszusetzen, keine.
Der plakatierte Artikel:
Massive Polizeiliche Repression der Bevölkerung in Südmexico
Oaxaca, Mexico (.indymedia Deutschland, indymedia Mexico)
Seit nunmehr sechs Monaten wehren sich die Einwohner der Stadt Oaxaca im Süden Mexicos erfolgreich gegen die korrupte Regierung des Bundesstaates. Seit Ende Oktober versucht diese Regierung mit Hilfe von Bundespolizei und Paramilitärs gewaltsam die Stadt wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.
Am Freitag, den 27.Oktober begannen die mexikanische Bundespolizei und paramilitärische Einheiten mit Angriffen auf die kleine südmexikanische Stadt Oaxaca, die zusammen mit anderen Gemeinden seit mehr als 6 Monaten von der Volksversammlung APPO kontrolliert wird, nachdem die blutige Niederschlagung eines Lehrerstreiks im Juni dieses Jahres einen Massenaufstand ausgelöst hatte. Während der Angriffe wurden fünf Menschen, darunter auch zwei Journalisten, von paramilitärischen Einheiten erschossen. Einige der Täter konnten
identifiziert werden.
Trotz internationaler Proteste setzten die Einheiten ihre Offensive fort und begannen die Barrikaden in der Stadt zu räumen. Die Bewohner der Stadt leisteten meist friedlichen Widerstand. Währenddessen demonstrierten tausende Menschen in Mexico–Stadt gegen das Vorgehen der Einheiten in Oaxaca. An diesem letzten Oktoberwochenende verschwinden etwa 50 Mitglieder der Volksversammlung, sowie 5 Busse mit StudentInnen. Nach Angaben der Behörden wurden jedoch nur 27 Personen in Haft genommen.
Eine Woche später, am Donnerstag, dem 2. November kam es zu einer weiteren Eskalation, als die Polizei gegen die Universität vorrückte, in der die Radiostation der Aufständischen, Radio Universitaria, untergebracht ist. Dieser Sender dient als zentrales Organ zur Verständigung der Menschen in der Stadt. Auch hier gab es wieder zahlreiche Verletzte und Verhaftete, doch die Radiostation konnte erfolgreich verteidigt werden. Allerdings brachte die Polizei einen Großteil der Stadt unter ihre Gewalt.
Am Sonntag, den 5. November kam es zu einer Demonstration mit zwischen 500.000 und 1,3 Millionen Teilnehmern. Das Militär riegelte viele Straßen im Bundesstaat ab, vielen Menschen wurde die Einreise in die Stadt verweigert.
Eine Woche darauf, am 12. November, tagte ein Kongress mit Delegierten aus dem gesamten Bundesstaat, um die die Volksversammlung APPO zu konstituieren.
Bisher wurden laut APPO in den Aufständen 337 Menschen verhaftet, 400 verletzt und 53 Personen befinden sich immer noch in Gefangenschaft. Polizei und Paramilitärs sind jedoch weiterhin in der Stadt, es gibt immer wieder Angriffe auf Barrikaden und einzelne Personen. Von den 61 Verschwundenen fehlt nach wie vor jede Spur.
Trotz des Gewichts dieser Vorfälle und der Dringlichkeit der Anliegen der Bevölkerung von Oaxaca sind Berichte über diese Geschehnisse in den internationalen Medien und in Österreich nur marginal präsent, wenn sie überhaupt erwähnt werden. Auch die Berichterstattung der offiziellen mexikanischen Presse ist nicht unabhängig, sondern stellt sich klar auf die Seite der Machthaber – ein Faktum, das unserer Meinung nach nicht weiter duldbar ist.
Gegen das Totschweigen Sozialer Bewegungen Weltweit!!!
Solidarität mit den Aufständischen in Oaxaca!!!