Für den 1. Mai war in Innsbruck eine „geeinte Demo“ aller außerparlamentarischen Linken und ein anschließendes Straßenfest vorgesehen. (Die SPÖ veranstaltete eine eigenes Straßenfest mit nur wenigen TeilnehmerInnen)
Die Demonstration war dominiert von türkisch/kurdischen Gruppen, während das anschließende Straßenfest von autonomen Linken organisiert wurde!
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Ab etwa 11 Uhr begannen sich die verschiedensten Gruppen im Innsbrucker Rapoldipark zu treffen. Die Mehrheit der insgesamt etwa 1.500 DemoteilnehmerInnen wurde von migrantischen Gruppen (u.a. Atigf, Didf…) gestellt. Es gab zwei Soundwägen, von einem legten während der gesamten Demo DJ´s auf und verbreiteten gute Stimmung. Unterbrochen wurde der Elektrosound einige Male von einem Sprecher, der über die Geschichte des 1. Mai, die derzeitige politische Situation in Innsbruck, die kapitalistischen Verhältnisse und über Naziaktivitäten in der Stadt berichtete. (Kritisch angemerkt werden muss, dass dies bei der Anti- KriegsministerInnendemo im März wesentlich besser und kraftvoller war!)
Die türkisch/kurdischen Gruppen mit Unterstützung von österreichischen Gruppen (VSSTÖ, Jusos, KPÖ, Linke…!) führten die Demo an. Anschließend kam der Soundwagen der radikalen Linken der für Stimmung sorgte. Auch ein FrauenLesbenblock machte auf die Rolle von Frauen in der Gesellschaft und auf Vergewaltigung im Speziellen aufmerksam.
Neonazis am Rande
Während der Demo versuchte eine 9 köpfige Gruppe Faschos am Rande zu provozieren. Nur der autonome Block reagierte auf die Provokation, nachdem der Rest der Demo die Faschos schlicht ignorierte bzw. nicht als solche wahrgenommen hat. (Traurig wenn Linke nicht mehr auf provozierende Nazis reagieren und einfach an ihnen vorbeilaufen!) Der Autonome- und der Frauen- block blieben einige Zeit vor den Faschos stehen und attackierten sie verbal. Aufgrund der zwar spärlich aber doch anwesenden Polizei kam es zu keinen nennenswerten Aktionen gegenüber den Rechtsextremisten!
DemoordnerInnen versuchten die Spaltung der Demo zu verhindern indem sie, die vor den Faschos stehenden Menschen zum Weitergehen bewegten. Begründung: „Wir wollen nur die Einheit der Demo aufrechterhalten“.
Nach etwa 10minütigem gegenseitigen Beschimpfungen (Antifas vs. Faschos) ging die Demo dann weiter!
Die Stimmung steigerte sich im Laufe der Demo immer mehr, das Wetter war gut und die tanzende Menge hinter dem Soundwagen wuchs immer weiter an. Der Frauen/Lesbenblock entfernte sich vom Soundwagen und versuchte innerhalb des restlichen Teils des Straßenzuges auf Vergewaltigungen aufmerksam zu machen.
Etwa um 13.30 Uhr kam der Demozug am Innsbrucker Marktplatz an.
Kundgebung
An die Demo anschließend fand eine Kundgebung, samt folgendem Straßenfest statt. Reden wurden gehalten, wobei auffällig war, dass bei der Rede des FrauenLesbenblocks der Lautsprecher wesentlicher leiser als bei den Reden zuvor war!
Am Rande der Kundgebung versuchte eine Gruppe „Graue Wölfe“ (türkische Faschos) zu provozieren. Die Reaktion der KundgebungsteilnehmerInnen darauf war „äußerst zurückhaltend“!?
Straßenfest (Kundgebung die zweite)
Nach dem Ende der ersten Kundgebung fand ab 15 Uhr am selben Ort eine zweite, von radikalen Linken organisierte, Kundgebung/Straßenfest statt. Mit DJ`s (D`n`B, Hardtech…), einem Büchertisch, Getränken, gratis Vokü und politischen Reden stand einem angenehmen Nachmittag nichts mehr im Wege.
Interessantes Detail: Am Rande des Straßenfestes tauchten zwei Jungnaziss auf, die wohl von ihren älteren Kameraden zur Anti- Antifa Arbeit angestiftet wurden.
Ab etwa 17.30 Uhr spielten drei Punk/HC/Crust Kapellen und unterhielten, die zu diesem Zeitpunkt reichlich anwesenden Menschen (etwa 200). Während der gesamten Kundgebung dürften etwa 400 Menschen am Marktplatz gewesen sein. Viele PassantInnen und TouristInnen interessierten sich für das „bunte Spektakel“!
Polizei
Die Polizei, die ursprünglich das Straßenfest verbieten wollte, verhielt sich während des Straßenfestes verhältnismäßig ruhig. Nur nach jedem Auftritt einer der drei Bands beschwerten sie sich über die Lautstärke und forderten eine „Leiserstellung“!
Als es um etwa 20 Uhr leicht zu Regnen begann, löste sich das Straßenfest von selbst auf!
Resümee:
Aus linksradikaler Sicht kann von einem angenehmen und positiven Tag ausgegangen werden. Insbesondere das Straßenfest war gut besucht. Dabei konnte neben dem Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit auch auf die Wichtigkeit von Freiräumen und die patriarchale Gesellschaft aufmerksam gemacht werden!
Die im Vorfeld auftretenden Probleme (Verbot des Straßenfestes seitens der Polizei (!!!)) erwiesen sich als „Einschüchterungsversuch“, um restriktivere Auflagen (OrdnerInnen, Lautstärke, Zeitraum…) durchsetzen zu können!
Eher negativ in Erinnerung bleibt das eher passive Verhalten gegenüber den anwesenden österreichischen und türkischen Faschisten. Auch die Teilnahme an einer Demo, wo Stalin und Mao Transparente getragen werden, sowie „Gegen die kulturelle Entartung“ gewettert wird, ist „eigentlich“ für eine radikale Linke „nicht tragbar“??!!
Auf Wiedersehen!!!!
P.S.: Ich habe leider nur Fotos von der Kundgebung! Wäre gut, wenn eventuell in einem eigenen „Post“ mehr zur gesamten Demo, den Faschos (Fotos!) und zum FrauenLesben Block berichtet würde!!!!