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Antirassismus : Repression & Befreiung

wir halten fest: rassismus tötet!

am 1. april 2006 fand in dessau eine demonstration zur forderung nach lückenloser aufklärung dess tode von Oury Jalloh statt. interessant ist dabei, dass die stadt dessau die demo mit der auflage belegen wollte, dass das wort "mord" auf der demo nicht zu verwenden sei. das oberverwaltungsgericht magdeburg entschied zwar, dass diese auflage eine unzulässige beschneidung der meinungsfreiheit darstelle, doch spricht allein die tatsache, dass diese auflage erste verhandelt werden musste, für sich.
nomorepolicebrutality.jpg
demonstration am 1. arpil 2006 in dessau, hier vor der polizeistation
es ist keine seltenheit, dass gegen exekutivbeamte, in deren gewahrsam sich die getöteten bzw. ermordeten befanden, nicht mal eine anklage erhoben wird. stattdessen wird den angehörigen, wie den eltern oury jallohs, die einleitung einer klage verweigert. und leute, die aufklärung fordern, werden mit schikanen überhäuft. dass es sich hier um keinen einzelfall handelt, schicken wir voraus.

so ist in einem redebeitrag der plataforma der migrantInnen und flüchtlinge zur demo am 1. april 2006 in dessau zu lesen:
"Oury Jalloh ist weder der einzige fall noch ein vereinzelter zwischenfall. vielmehr ist es ausdruck einer rassistischen und eliminatorischen polizeigewalt gegenüber uns menschen, die wir zu flüchtlingen und migrantInnen gemacht werden."
volle rede: plataforma-berlin.de//oury_jalloh_1_april_dessau_rede.htm">plataforma-berlin.de//oury_jalloh_1_april_dessau_rede.htm

rassismus tötet!

zur umsetzung der sonderregelungen von als "ausländerInnen" bezeichneten flüchtlingen und migrantInnen werden tote bewusst in kauf genommen. überall sterben menschen aufgrund rassistischer behandlung im polizeigewahrsam. allein in österreich werden seit ein ende der neunziger jahre mindestens 16 fälle dokumentiert. die dunkelziffer ist dabei wahrscheinlich viel höher. zu großbritannien ist in den irr news im bericht "the human cost of immigration detention" zu lesen, dass es in den zum teil von privaten firmen betriebenen internierungslagern (detention centres) zu zahlreichen toten gekommen ist. einige fälle werden im bericht beschrieben. aussderdem sind die lebensbedingungen in den lagern miserabel. nicht nur in gb, überall! und überall kommt es auch zu selbstmorden.
bericht auf englisch: www.irr.org.uk//2004/august/ha000004.html

und welche konsequenzen gibt es?

keine! so dokumentiert no-racism.net seit jahren todesfälle bei deportationen und in polizeigewahrsam. und in keinem der fälle ist es zu nennenenswerten konsequenzen für die verantwortlichen gekommen. falls es überhaupt zu verfahren kam, endeten diese "bestenfalls" mit bedingten haftstrafen, die nicht mal konsequenzen für den arbeitsplatz der oft wegen tötung verurteilten hatten. sie dürfen ihren job als "ordnungshüterInnen" weiter ausüben. und dabei ist es meist egal, ob sie angestellte des staates oder einer privaten firma sind. in letzterem fall können sie ja die firma wechseln und in einer anderen haftanstalt ihren dienst versehen.
eine dokumentation sogenannter einzelfälle mit zahlreichen analysen, prozessbeobachtungen und vielem mehr findet sich unter: no-racism.net//racismkills

die rassistische komponente

dass es sich dabei um rassismus handeln könnte, dass wird im mehrheitsdiskurs ausgeklammert, ja sogar verleugnet. es findet eine opfer-täterInnen umkehr statt, indem die opfer selbst für ihren tod verantwortlich gemacht werden. so auch Oury Jalloh, der sich nach ersten polizeiberichten selbst angezündet haben soll. wohl bemerkt lag er auf einer feuerfesten matratze - sowohl füße als auch hände gefesselt. ob seine hautfarbe eine rolle spielte?

Black deaths in custody

blicken wir mal wieder nach gb. in einer dokumentation vom irr ist zu lesen: "deaths in police, prison and psychiatric custody since 1978. we list below those deaths of black and minority ethnic individuals which have taken place in prison, police or hospital custody and which have given rise to concern because of unexplained or mysterious circumstances surrounding those deaths and / or allegations of maltreatment, dereliction of duty or brutality."

kurz zusammengefasst: die liste jener fälle von 1978 bis 2003, bei denen rassistisch markierte menschen im gefängnis, im gewahrsam der polizei oder aufgrund mangelnder medizinischer obhut gestorben sind, ist besorgniserregend. vor allem deshalb, weil sich diese aufzählung auf fälle beschränkt, bei denen menschen unter mysteriösen unständen starben oder eine brutale misshandlung öffentlich wurde.
liste der bekannten fälle unter: www.irr.org.uk//2002/november/ak000006.html

break the silence

unter diesem motto fand die demonstration in dessau statt. in einem demobericht der plataforma heisst es: "während der allgegenwärtige rassismus in deutschland angeprangert wurde, wurde die sofortige aufklärung und gerechtigkeit im todesfall von Oury Jalloh gefordert. die wenigen passant(Inn)en der wie eine geisterstadt wirkenden stadt dessau haben gut gestaunt, als sie von hunderten meist Schwarzen mebschen zu hören bekamen, wie verrufen diese stadt ist: Oury Jalloh verbrannte lebendig in einer polizeizelle und Alberto Adriano wurde von den nazis tot geschlagen."
ganzer bericht unter: plataforma-berlin.de//oury_jalloh_1_april_dessau_bericht.htm">plataforma-berlin.de//oury_jalloh_1_april_dessau_bericht.htm

weitere informationen unter folgenden links

www.attac.de//halle/oury
thecaravan.org/
www.thevoiceforum.org/
plataforma-berlin.de/
no-racism.net//rubrik/293
 
 

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