Demobericht Antifa Demo Dornbirn 19.11.2005
Um ungefähr 14:30 begannen sich am Bahnhof Dornbirn langsam einige DemonstrationsteilnehmerInnen zu sammeln. Gleich zu Beginn der Demo konnten am Bahnhof, unmittelbar am Treffpunkt, ca. 5 jugendliche Faschos ausgemacht werden, welche aber sogleich durch einige TeilnehmerInnen verjagt wurden. Nachdem Rechtshilfe- und Infotelefon allen bekannt war, ging die Demo mit einem imensen Polizeiaufgebot los. Ungefähr hundert Bullen, die meisten von ihnen in Riot-Ausrüstung begleiteten die Demonstration in Formation eines grobmaschigen Wanderkessels. Weitere hundert Bullen waren für die Regelung des Verkehrs zuständig. Ständig begleitet wurde die Demo von einem Kamerawagen (laut Kennzeichen aus Oberösterreich Urfahr Umgebung) der durchgehend an der Spitze der Demo fuhr und mehreren Zivilbullen, ausgerüstet mit Kameras.
Bis auf kurze weiter entfernte Sichtungen von Neonazis, kamen diese nicht bis zur Demo durch.
Einzige Ausnahmen waren zwei Nazimetal-typen die innerhalb des Wanderkessels am Ende der Demo mitmarschierten bis sie erkannt wurden und ein paar Jung-Faschos welche am Rand der vorbeiziehenden Demonstration standen und ununterbrochen telefonierten. Ein einziges mal ließen die Bullen eine Gruppe von hauptsächlich Naziskins bis kurz vor die Demo kommen. Auffällig war dabei der hohe Anteil an sehr jungen Mädchen. Dabei kam es auch zu kurzen Rangeleien zwischen Demo und Bullen, wobei diese dabei nicht sehr zimperlich agierten. Da die Polizei genug Personal gehabt hätte um alle Faschos von der Demo fernzuhalten, war dies wahrscheinlich eingeplant um den Großeinsatz zu rechtfertigen.
Infolge der Demonstration versuchten die Bullen immer wieder eine Person aus der Demo zu ziehen, was ihnen aber nicht gelang.
Auch ein paar Menschen mit israelischen Nationalfahnen waren anwesend. Ein Demoteilnehmer brachte seinen Unmut inform physischer Gewalt zum Ausdruck. In diesem Zusammenhang meinte eben dieser: „Mensch hätte gleich eine Hackenkreuzfahne mitnehmen können“. Solche Vorfälle und speziell solche Aussagen sind aufs Schärfste zu verurteilen. Wir wollen hier jedoch nicht näher auf die Nationalflaggen-Diskussion eingehen, da dies den Rahmen sprengen würde.
Unter lautstarken Parolen zog die Demo weiter bis zum Marktplatz wo dann noch die Abschlusskundgebung stattfand. Dort wurden von verschiedensten Menschen Reden und Gedichte vorgetragen.
Anschließend wurde die Demo aufgelöst und ging unter „Polizeischutz“ zurück zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin wurde dann noch ein Fascho geschlagen der sofort von der Polizei mitgenommen wurde.
Es gab im Nachhinein noch massives Polizeiaufgebot bis kurz nach Mitternacht rund um den Bahnhof bzw. das JUZ Schlachthaus in dem noch ein Abschlusskonzert stattfand.
ca. 300 Demoteilnehmer
20-30 Neonazis
20 davon verhaftet
3 Anzeigen wegen Wiederbetätigung
Wieder kam es im Vorfeld zu massiver Medienhetze in den Print- und Internetmedien eines gewissen Ruß-Konzerns. Es wurde versucht linke und rechte strukturen gleichzusetzen und somit einen Dialog in der breiten Öffentlichkeit zu verhinder.
Wehret den Anfängen!
Kein Vergeben, kein Vergessen!
no_pasaran (at) gmx.at