'Er ist im Gefängnis gestorben, weil er in Freiheit leben wollte!' stand fett auf den Plakaten die zur Demonstration am Samstag den 15. Oktober 2005 in Linz aufriefen. Die Trauer um den kürzlich in Schubhaft verstorbenen bzw. durch die Schubhaft zu Tote gekommnenen 18-jährigen Ceesay Yankuba war nicht das einzige Anliegen dieser Manifestation antirassistischer Initiativen, Vereine und Einzelpersonen. Genauso zentral war den Beteiligten der Widerstand gegen die 'menschenverachtende Fremden- und Asylpolitik', wie aus den Ankündigungsflugis zu entnehmen war. Zur Demo wurde von der Plattform Zivilcourage und der Black Community aufgerufen.
Schon am Treffpunkt zur Demonstration, am Schillerpark, wurde durch Vertreter der Black Community lautstark auf den Anlass der Demo hingewiesen, auch durch die mitgebrachten Trommeln war die Kundgebund nicht zu überhören. Sich nicht provozieren zu lassen wurde eingemahnt - nicht ohne Grund. Lauschte man den vorbeikommenden MehrheitsösterreicherInnen konnten genügend rassistische Meldungen vernommen werden. Erst helfen wir ihnen und jetzt demonstrieren die auch noch, schien die einhellige Meinung der PassantInnen zu sein.
Mit um die 450 TeilnehmerInnen setzte sich der Demonstrationszug Richtung Hauptplatz in Bewegung, wo er eine Stärke von 600 erreichte. Auch Laufpublikum reihte sich in den bunten Haufen ein.
Durch grosse Bilder Ceesays an der Demospitze, die auch von seinem Bruder begleitet wurden, sowie kleinen Bildern, die sich die DemoteilnehmerInnen an ihre Kleidung hefteten, sollte Ceesay bei dieser Demonstration der Trauer und des Widerstandes zugegen sein. Wurde schon sein Hungerstreik für das ihm entsagte Bleiberecht von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, sollte sein Tot nicht ungesehen bleiben.
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Auf Transpis wurden jenen, die so gerne wegsehen wenn Unrecht geschieht, die Ansichten der DemonstrantInnen mitgeteilt. 'Asylgesetz tötet' war auf dem, die Demo begleitenden, Kleinlaster zu lesen.
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'kein mensch ist illegal - die Festung Europa mordet' stand auf einem weiteren Transparent, 'Nieder mit dem Faschismus' auf einem anderen, auf einem rasch selbstgebastelten Papkarton die Ortsnahmen 'Ceuta - Melilla - Linz'.
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Die uniformierte Polizei hielt sich während der gesamten Demonstration im Hintergrund, nur der Verfassungsschutz filmte so penetrant wie immer.
Bei der Abschlusskundgebung am Hauptplatz folgten noch fast ein Dutzend Redebeiträge. Ein Vertreter der Black Community Linz brachte ihre Forderung mit den Worten 'Wir wollen kein Mitleid - wir wollen Respekt!' auf den Punkt. Ein Sprecher der mitorganisierenden Volksgilfe-Flüchtlingsberatung rief dazu auf das herrschende 'diskriminierende System von Grund auf zu erneuern' und fasste die erschütternde Realität in Zahlen. 2004 wurden über 9.000 Menschen in Schubhaft gesteckt, über 5.000 wurden abgeschoben. Ein Vertreter des Vereins Migrare (Zentrum für MigrantInnen OÖ) fragte in die Runde 'Omofuma, Seibane, Ceesay - wer wird der nächste sein?' und bestärkte die Anwesenden darin ihre Trauer in Wut zu verwandeln. Ein Vertreter der Grünen forderte die 'volle und ganze Aufklärung des Vorfalles'. Eine Vertreterin von Maiz (Autonomes Integrationszentrum von & für Migrantinnen) setzte in ihren Worten den Tot Ceesays in einen Zusammenhang mit der Festung Europa und machte klar, dass die MigrantInnen 'euren Rassismus durch unsere Anwesenheit in Frage stellen'. Unter den weiteren RednerInnen waren unter anderem noch ein Vertreter der Black Community Wien sowie eine Vertreterin der Plattform Zivilcourage.
In vielen Wortspänden wurde darauf hingewiesen, dass es mit dieser Demonstration nicht getan ist. Unser Widerstand muss weiter gehen.