Fast taegliche erreichen uns ueber Indymedia Estrecho/Madiaq und andere alternative Nachrichtenkanaele erschreckende Nachrichten von der spanisch-marrokkanischen Grenze. Nach der Ermordung zweier subsaharischer Einwanderer Ende August wird nun ein Zeuge dieser Vorfaelle vermisst und von zwei weiteren Morden an Migranten berichtet.
Zeuge vermisst
Aus Gabun ist der Zeuge von zwei Morden an Migranten am 29. August an der Grenze zu Melilla. Seit er sich der marokkanischen Polizei stellte, um die brutalen Morde an zwei Migranten durch die spanische Guardia Civil anzuzeigen, ist er verschwunden.
Die marrokanische Polizei verhoerte ihn zwei Tage lang auf einem Komissariat in der Stadt Nador. Seitdem ist sein Aufenthaltsort unbekannt. Seine Kollegen, Familie und soziale Organisationen haben ihn auf Komissariaten, in den Bergen um die Grenze von Melilla und in Algerien, dem Land in das subsaharische EinwanderInnen abgeschoben werden, bis jetzt ohne Erfolg gesucht. Seine Kollegen fuerchten dass sich diese Person in marrokkanischer Gefangenschaft befinden koennte oder gar Opfer eines provozierten Unfalls sein koennte.
Nach Polizeiuebergriffen verstorben
Ein zweiter Subsaharianer, der am 12. September in einem Spital in Melilla starb, wurde laut seiner Kollegen von den marrokkanischen Sicherheitskraeften brutal angegriffen. Der Zeugenbericht ist schaurig: Nachdem er vom Zaun gefallen war schlugen ihn marrokkanische Soldaten mit Knueppel und stachen mit Messern auf seine Fuesse ein. Auf der Flucht stuertzte er von einem Damm und brach sich die Wirbelsaeule. Seine Kollegen transportierten den Sterbenden in eine Zone nahe der Grenze wo der Granezaun endet und dort wurde er von einem spanischen Staatsbuerger nach Melilla gebracht. Seine Kollegen bestehen darauf dass es ein Zivilist war der versuchte den Migranten aus Mali zu retten und nicht, wie die Medien behaupten, die Guardia Civil.
Durch Gummigeschoss getoetet
Am 15. September verlor ein weiterer Migrant sein Leben am Grenzzaun. Laut den Kollegen des Nigerianers traf ihn ein Gummigeschoss, das die Guradia Civil verwendet. Berichte aus dem Spital bestaetigen eine durch einen Schlag ausgeloeste innere Verletzung am Hals.
Seit dem 29. August werden die subsaharischen MigranntInnen, die sich in der Naehe zur Granze mit Melilla befinden, Tag und Nacht vom marrokkanischen Heer verfolgt. Drei Verletzte durch Bleigeschosse, Frauen und Kinder die kein Essen bekommen und angegriffen werden, etwa 200 Personen welche verfolgt und von den marrokkanischen Soldaten in die Enge getrieben werden und zwischen Granezaun und Tod waehlen koennen. Die Mehrzahl der in den Bergen rund um Melilla auf ihre Gelegenheit wartenden MigrantInnen sind aus dem kriegsfuehrenden Kongo und wollen in Spanien um politisches Asyl ansuchen. Das ist die Politik der sozialistischen Regierung Spaniens.
Vorbereitungen gegen den spanisch-marrokkanischen Gipfel in Sevilla
Am 28., 29. und 30. September findet in Sevilla ein spanisch-marrokkanischer Gipfel statt. Soziale Bewegungen aus Andalusien bereiten derzeit Proteste gegen diesen Gipfel vor um die tragischen Ereignisse in Melilla publik zu machen. Ein Vorbereitungstreffen findet am 20. September in der "Casa de la Paz" in Sevilla statt. Im Mittelpunkt stehen folgende 3 Punkte:
1. Situation in Westsahara: Gefangene im Hungerstreik, schwere Angriffe auf die Menschenrechte, ...
2. Grenze Spanien-Marrokko: Militarisierung, SIVE (System zur Ueberwachung der Grenze), Tote am Grenzzaun von Melilla, ...
3. Systematische Repression gegen soziale, politische und gewerkschaftliche Bewegungen in Marrokko, Angriffe auf die Menschenrechte, ...
Weitere Infos
Dieser Artikel basiert auf diesem Bericht auf Indymedia Estrecho/Madiq:
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Berichte auf deutsch zu den Ereignissen Ende Augusts bei no-racism.net:
no-racism.net//article/1340
und telepolis:
www.heise.de//tp/r4/artikel/20/20851/1.html