Die Diskussion auf indymedia rund um (Nicht)Zensur ist ein Dauerbrenner. Der Ruf nach Zensur erhallt immer wieder, gibt es aber Zensur, kann mensch nicht von einem freien Medium sprechen, oder doch? Was eigentlich ist "Open Publishing"? Indymedia, so heißt es oft, ist die Müllhalde von Meinungen, die keine sind oder keinen Platz haben sollten in unserer Gesellschaft. Manch eineR ist der Meinung, wir wären (noch?) nicht bereit für ein offenes Forum. Demzufolge sei ein Projekt wie indymedia nicht umsetzbar. Ist indymedia schon gescheitert? Kann ein freies Medienprojekt in einer unfreien Gesellschaft existieren?
Wir würden diese und noch viel mehr Fragen rund ums "Open Publishing" gerne in einer offenen Runde diskutieren und laden all die Menschen ein, die sich über at.indymedia.org ärgern oder freuen, es nutzen oder meiden, oder die sofortige Abschaltung fordern, und und und, ihre Ideen und Fragen einzubringen und mit uns zu diskutieren.
Open Publishing
Open Publishing - auf deutsch in etwa offene Veröffentlichung - ist ein Prozess zur Erstellung von News und Informationen, an dem jedeR mit Internetanschluss und minimalen Kenntnissen mitwirken kann. Dabei ist der Prozess für die UserInnen transparent und nachvollziehbar.
Der Indymedia Newswire funktioniert nach eben diesem Prinzip des Open Publishing. Es ermöglicht allen UserInnen, ihre gestalteten Beiträge (Texte, Fotos, Zeichnungen, Audios, Videos, Flyer...) sofort selbst auf einer Internetseite zu veröffentlichen und somit einem weltweiten Publikum zur Verfügung zu stellen.
Open Publishing geht davon aus, dass die UserInnen geistreich und kreativ sind, dass sie SchreiberInnen, RedakteurInnen, VerteilerInnen und vielleicht sogar ProgrammierInnen sein wollen. Dabei wird den LeserInnen unterstellt, dass sie Müll von guten Beiträgen unterscheiden können und fähig sind, sich selbst ein Urteil zu bilden, sowie selbst zu entscheiden, welche Informationen für sie jetzt bestätigt sind und bei welchen es sich um Gerüchte handelt. In den Prozess der Meinungsbildung kann mit Kommentaren, Ergänzungen, eigenen Berichten usw eingegriffen werden. Information ist immer subjektiv und die Entscheidung, ob eine Information wert ist, gelesen zu werden oder nicht, bleibt den UserInnen überlassen.
Die Arbeitsweisen von Journalismus werden aufgezeigt. Open Publishing richtet sich gegen das traditionelle Verständnis von Medien, in dem wenige MedienmacherInnen Information für viele KonsumentInnen herstellen und an diese verkaufen. Die klassische Rollenverteilung wird aufgebrochen, MedienkonsumentInnen sind gleichzeitig MedienmacherInnen und gestalten ihr Medium selbst mit.
Die Inhalte werden nicht von (bezahlten) RedakteurInnen oder HerausgeberInnen gefiltert oder nach kommerziellen Kriterien aufbereitet. In der Regel werden nur in redaktionellen Beiträgen (wie Features oder den Indyradio-Shows) Veränderungen - durch updates oder Ergänzungen - vorgenommen. Eine Ausmnahme bildet die Verletzung von Persönlichkeitsschutz.
Aus dem Newswire werden nur doppelte oder kommerzielle Postings, Spam oder Beiträge, die gegen die Editorial Policy (Redaktionskriterien) verstoßen, entfernt. Diese bleiben jedoch weiterhin im Bereich der versteckten Artikel einsehbar. Der Newswire wird von den ModeratorInnen betreut. Da nicht immer alle Beiträge von den ModeratorInnen gelesen werden (können), ist es notwendig, dass sich die UserInnen an diesem Prozess beteiligen und auf Verstöße gegen die Editorial Policy hinweisen. Die UserInnen können redaktionelle Entscheidungen von anderen einsehen oder sich selbst an eben diesen beteiligen.
einige Prinzipien des Open Publishing:
- möglichst hierarchiefreie Strukturen
- öffentliche Beteiligung
- minimale redaktionelle Kontrolle
- Transparenz
- Meinungsfreiheit
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Copyleft
- Verwendung
freier Software
Weitere Informationen zur Diskussion um Open Publishing (zum Teil auf englisch):
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Diskussion von atIMC im Twiki
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Wikipedia-Definition Open Publishing
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Open publishing is the same as free software
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Center for Communication & Civic Engagenment on Open Publishing