Dieser Tage verschlug es den Weltbank-Präsedenten James Wolfensohn nach Slowenien. Auf der
Hauptveranstaltung unterschrieb er ein Papier über die Anerkennung Sloweniens als
"entwickeltes Land". Auf der Pressekonferenz stellten Funktionäre der Weltbank, der
slowenische Finanzminister Dušan Mramor und einige andere Männer der slowenischen Regierung
den Ablauf des ganzen vor.
Nach der Pressekonferenz folgte die öffentliche Vorstellung des Buches "Slowenien von
Jugoslawien bis zur Europäischen Union". Auf dem Weg vom Regierungspalast bis zum Cankarjev
Dom [eine Art staatliches Theater, Anm. des. Übers] kam die Weltbank-Delegation in Kontakt
mit einer Gruppe "Gegenglobalisierer". Ein gutes Dutzend Leute warf blitzartig mit Farbe
gefüllte Eier nach Wolfensohn und flüchteten nach der Aktion. Das bedeutete aber kein Ende
der Aktionen gegen die Politik der Weltbank. In der Halle des Cankarjev Dom zerris eine
Gruppe Leute nach Anfang des Vortrags ein Transparent mit der Aufschrift "Weltbank: Armut".
Sie wurden von den Sicherheitsleuten gewaltsam rausgezerrt und der Polizei übergeben, das
weitere Schicksal der Personen ist noch unbekannt. Die AktivistInnen kamen jedenfalls
unversehrt davon.
Die Gruppe "United Colors of Resistance" verlautbarte in einer öffentlichen Aussendung, dass
sie gegen eine Insttution protesitiert, die sich als treibende Kraft der Armutsbekämpfung
darstellt, in Wahrheit aber sorgt sie sich um die ungehinderte zerstörung der Regenwälder,
Privatisierung des Wassers und öffentlicher Infrastruktur zum Wohle des Großkapitals. Es
wird noch angeführt, dass niemals in der Geschichte solche Armut auf der Welt geherrscht hat
und dass die Weltbank 1980 die Entwurzelung der Armut auf der Welt versprach.
Hier der komplette Text der Gruppe:
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Ljubljana, 17. März 2004
Die vereinten Farben des Widerstands
(United Colors of Resistance)
Heute haben wir den Präsidenten der Weltbank James D. Wolfensohn in die Farben des Frühlings
eingefärbt und für eine wichtige Botschaft in der Halle gesorgt.
Die Weltbank (WB) stellt sich gerne als diejenige Institution dar, die aktiv für die
Verringerung der weltweiten Armut arbeitet. In Wahrheit ist die Weltbank eines der
Hauptinstrumente der neoliberalen Globalisierung, der Globalisierung die in die Welt
permanenten Krieg und unerträgliche Armut streut und die Völker der Welt zum gegenseitigen
Hass führt.
Die WB ist diejenige, die mit Darlehen die Rodungen der Regenwälnder in Amazonien
finanziert, die WB zwingt afrikanische und lateinamerikanische Staaten zur
Wasserprivatisierung und die WB verlangt von Staaten der dritten Welt Kürzungen der Mittel
für Bildung und Gesundheit. Die WB ist keine karitative Organisation der etwas am Gemeinwohl
liegt, sonder ein Vampir, die den Staaten der dritten Welt Blut saugt mit dem Zweck
möglichst viel zu verdienen.
Der Zweck des Bestehens des Weltbank ist es dem Kapital zu ermöglichen, auf globaler Ebene
Naturschätze und billige Arbeitskräfte auszubeuten. Die Bankiers der Weltbank kümmern sich
nicht um eine saubere Umwelt, es kümmert sie nicht was für Luft wir in zehn Jahren atmen
werden, unter welchen Bedingungen unzählige Kinder weltweit arbeiten, wieviele Kinder
sterben werden weil ihre Eltern kein Trinkwasser leisten können. Die Bankiers kümmern sich
nicht über die Folgen ihrer "Großen Projekte", die Fortschritt und Entwicklung bringen
sollen. In wirklichkeit bringen sie die Privatisierung der öffentlichen Infrastruktur
zugunsten des Großkapitals.
Von Anfang an spricht die Weltbank davon, dass sie sich dafür einsetzt, dass die Armut in
den nächsten 20 Jahren entwurzelt wird. So sprach sie 1980 und auch heute. Wenn sie lächeln
und uns dabei Märchen erzählen, reden sie mit Leichen im Mund. Die Daten zeigen, dass
niemals es niemals in der Geschichte so viele hungrige, soviele arme und Menschen am
Existenzminum gegeben hat. Die WB hat einen großen Beitrag dazu geleistet und in Zukunft
wird es nicht anders sein.
Solange es keine Gerechtigkeit gibt, gibt es keinen Frieden. Zerschlagen wir die Weltbank!
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Den slowenische Version des Artikels gibt es hier nachzulesen:
www.premisli.org//article.php